Reggiori, Bauunternehmung

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Haus Schmiedstrasse 4, Fuhrhalterei von Jakob Dogwiler, ab 27. Oktober 1919 im Besitz von Emil und Theresia Reggiori-Dogwiler
Belegschaft von Emil Reggiori um 1920
Besprechung auf der Baustelle
Baustelle Luzernerstrasse 22, 1951
Kräftige Kerle: Arbeiter der Firma Reggiori, die 1961 den Spitalanbau in Cham realisierten
Das markante Logo der Bauunternehmung Reggiori
Werkhof an der Schmiedstrasse 17
Magazin und Zimmer für Saisonarbeiter: die Liegenschaften Schmiedstrasse 6 und 8
Zertifizierung mit Matthias Lingg, Othmar Werder und Angelo Reggiori

Während vielen Jahrzehnten war die Reggiori AG eine der führenden Baufirmen von Cham. Gegründet wurde diese vom lombarischen Baumeister Emil Reggiori im Jahre 1912. Unzählige private und öffentliche Bauten tragen noch heute die Handschrift Reggioris.


Chronologie

1901 Im Alter von 14 Jahren wandert der italienische Jüngling Emil Reggiori (1887–1978) aus. Er versucht zunächst sein Glück als Bauarbeiter im Elsass. [1]

1909 Emil Reggiori kommt als Bauarbeiter nach Cham; er findet Arbeit bei der damals sehr aktiven Bauunternehmung Miesch & Co.. Reggiori steigt rasch zum Polier und Bauführer auf. Und er lernt Therese Dogwiler (1891–1985) kennen, die Tochter von Fuhrhalter Franz Josef Dogwiler (1864–1925) der Schmiedgasse. Die beiden werden ein Paar und heiraten. [2]

1912 Reggioris Arbeitgeber Miesch scheint sich übernehmen; bevor Miesch in Konkurs fällt, findet Reggiori rechtzeitig den Absprung. Er gründet als 25-Jähriger am 1. März 1912 seine eigene Baufirma in Cham. Als tüchtiger Baufachmann findet er im damals stark wachsenden Ennetseegebiet für sich und seine fünf Arbeiter ausreichend Arbeit. Vor allem in seiner Anfangszeit erstellt Reggiori viele landwirtschaftliche Bauten. [3]

1914 Der Erste Weltkrieg bricht aus, die Bautätigkeit kommt praktisch zum Erliegen. Reggioris junges Baugeschäft wird einer harten Probe unterzogen. Zusammen mit seiner Frau Therese hält er durch. [4]

1919 Baumeister Reggiori arbeitet unter anderem auch für den im Schloss St. Andreas wohnhaften Fred Page (1877–1930), dem Sohn von George Ham Page (1836–1899), Gründer der «Anglo-Swiss Condensed Milk Company». Dank diesen Beziehungen gelingt es Reggiori, 1919 das herrschaftliche, ehemalige Zollhaus an der Schmiedstrasse 4 der Nestlé abzukaufen. [5]

1920 Reggiori baut das Zollhaus für seine eigenen Zwecke um. Er kauft einen ersten Lastwagen mit Kippvorrichtung, es ist ein Fahrzeug der Marke Skatt und weist Vollgummibereifung auf. [6]

1923 Ab diesem Jahr bewohnt Reggiori selber das Zollhaus; das Monogramm «E.R.» zeugt davon.

1933 Ein wichtiges Jahr für Reggiori in mehrfacher Hinsicht: Zum einen erlangt Emil Reggiori das Chamer Bürgerrecht. Zum anderen gründet er einen Filialbetrieb in Einsiedeln, der bis 1951 viel für die Armee, aber auch für die Schweizerische Südostbahn SOB und Private Arbeiten ausführt. [7]

1934 Baumeister Emil Reggiori kauft das Land neben der Lorzenhof-Scheune und erstellt das hintere Schmiedstrasse 17. [8]

1939 Reggiori beschäftigt bereits 100 Personen. Doch während des Zweiten Weltkrieges werden Zement und Armierungseisen rationiert: Die Auftragslage verschlechtert sich. Reggiori muss die Hälfte der Belegschaft entlassen. [9]

1953 Mit Angelo (*1928) Reggiori, ebenfalls Baumeister wie sein Vater, tritt die zweite Generation in die Firma ein. Reggiori junior hat fachliche Ausbildungen in Bauunternehmungen und Architekturbüros in Zürich durchlaufen und die Meisterprüfung mit Bravour bestanden.

1955 Angelo Reggiori heiratet Rita Käppeli, die Tochter von Josef Käppeli-Wismer, Sanitär und Heizungen. Als ausgebildete Kauffrau unterstützt sie ihren Mann bei den Büroarbeiten. [10]

1960 Die Belegschaft von Reggiori ist wieder auf 100 Personen angewachsen. Die Firma wird zu einer Kollektivgesellschaft umfirmiert. [11]

1975 Die Rezession zwingt auch die Baufirma Reggiori zu einer Personalreduktion auf rund 50 Personen. [12]

1976 Die Baufirma Reggiori wird in die Aktiengesellschaft «Reggiori AG» umgewandelt. [13]

1978 Firmengründer Emil Reggiori stirbt im Alter von 91 Jahren. Im gleichen Jahr eröffnet die Reggiori AG ihren Filialbetrieb in Hünenberg.

1982 Die Firma Reggiori erstellt einen neuen Werkhof im Langacher mit Arbeiterwohnungen. [14]

1984 Die Firma kann ihren neuen Geschäftssitz im Neubau an der Schmiedstrasse 17 beziehen. [15]

1987 Die Reggiori AG feiert ihren 75. Geburtstag. Insgesamt 70 Leute arbeiten für die Reggiori AG. [16]

1990 Die Reggiori AG sucht infolge von Nachfolgeproblemen eine Anlehnung an die Innerschweizer Anliker-Gruppe. Reggiori AG wird ein selbstständiges Tochterunternehmen der Anliker AG. [17]

1992 Der Werkhof im Langacher wird erweitert, unter anderem mit einem neuen Unterkunftsgebäude für 30 Arbeiter. 5,7 Millionen Franken investiert die Firma dafür. [18]

1993 Die alten Bauten mit Magazin und Personalwohnungen an der Schmiedstrasse 6–8 haben damit ausgedient. Sie werden abgerissen und durch neue, helle Wohnbauten ersetzt.

1996 Die lokalen Baufirmen Reggiori, Baggenstos und Käppeli kooperieren, um die Arbeitsplätze in Cham zu erhalten. Konkret übernimmt Reggiori AG die Mitarbeiter der Baggenstos AG. [19]

1997 Die Reggiori AG beschäftigt 65 Mitarbeiter. [20]

1998 Zum 85-Jahr-Jubiläum lässt sich die Reggiori AG zertifizieren: Sie erhält das ISO-Zertifikat 9002. [21]

2000 Dank Synergien mit der Mutterfirma Anliker AG kann die selbstständig agierende Reggiori AG sämtliche Bauvorhaben ausführen, von der einfachen Kundenarbeit bis hin zum Grossprojekt. Die Reggiori AG zählt 60 Mitarbeiter. [22]

2002 Die Reggiori AG übernimmt den operativen Teil der Gebrüder Käppeli AG, Cham – letztere Firma agiert fortan nur noch als Immobilienfirma. Rund 50 Leute der Käppeli AG wechseln zur Reggiori AG. [23]

2003 Rund 100 Personen sind bei der Reggiori AG beschäftigt. «Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit, Kostengarantie und Termintreue zusammen mit hoher Qualität: Darauf setzt Reggiori seit Jahren mit Erfolg. So ist der ehemals kleine Betrieb zu einem erfolgreichen, mittelgrossen Bauunternehmen der Region geworden.» [24]


Personen


Fotoarchiv

Aus dem Fahrzeugpark der Firma Reggiori

Dokumente

Inserate


Bekannte Reggiori-Bauten in Cham [25]

1912–1920

  • Scheunenneubau für Karl Gretener in der Baregg
  • Neubau Schulhaus Hagendorn
  • Umbau Pfarrkirche St. Jakob
  • Werkstattgebäude Nestlé AG, Knonauerstrasse
  • Liegenschaft Schlüssel, Adelheid-Page-Strasse

1921–1930

1931–1940

  • Neubau Kinderheim Hagendorn
  • Wohn- und Geschäftshaus Sonnhof
  • Verwalterhaus des Kloster Frauenthal

1941–1950

  • Keine Bauten in Cham, dafür viele im Etzelgebiet

1951–1960

1961–1970

  • 60 Wohnungen für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Cham
  • Überbauung Enikerfeld
  • Pfarreiheim Cham
  • Spitalneubau
  • Wohn- und Geschäftshaus H. Stocker, Zugerstrasse

1971–1980

  • Altersheim Cham
  • Schulhaus Röhrliberg
  • 30 Alterswohnungen für die Gemeinnützige Baugenossenschaft Cham

1981–1987

  • Werkhof Gemeinde Cham an der Sinserstrasse
  • Schulhauserweiterung Röhrliberg
  • Rundbau Eichhof
  • Überbauung Hofmatt, Hagendorn

1991–2000

2001–2010

  • Wohn- und Geschäftshaus «zur Linde» in Lindencham


Einzelnachweise

  1. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  2. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  3. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  4. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  5. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  6. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  7. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  8. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  9. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  10. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  11. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  12. Zuger Nachrichten, 21.10.1987
  13. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  14. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  15. Kurzportrait der Firma Reggiori als Familienbetrieb, Typoskript (undatiert, circa 1985), freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Angelo Reggiori
  16. Zuger Nachrichten, 21.10.1987. Luzerner Neuste Nachrichten, 28.11.1987
  17. Reggiori AG, Firmenbroschüre 1997
  18. Zuger Nachrichten, 06.10.1992
  19. Neue Zuger Zeitung, 07.09.1996
  20. Reggiori AG, Firmenbroschüre 1997
  21. Neue Zuger Zeitung, 05.02.1998
  22. Neue Zuger Zeitung, 06.07.2000
  23. Neue Zuger Zeitung, 13.12.2001. Zuger Presse, 18.12.2001
  24. Chomer Bär 101, September 2003
  25. Zuger Nachrichten, 21.10.1987