Schmiedstrasse 4, Zollhaus

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Winter an der Schmiedstrasse 4, undatierte Aufnahme
Entlang der Schmiedstrasse siedelten sich einige Handwerksbetriebe an
Das ehemalige Zollhaus an der Schmiedstrasse, nachts, undatierte Aufnahme
150312 Schmiedstrasse 4 2.jpg
Das Quartier Schmiedstrasse aus der Vogelperspektive, 1983
Schmiedstrasse 4, Ansicht von der Zugerstrasse her, 08.05.2021
Ansicht von Süden mit Anbau
Rückseite
Ansicht von Norden
Hauseingang

An der Schmiedstrasse 4 steht ein repräsentatives, klassizistisch gestaltetes Haus, das in seiner Erscheinung gar nicht in die ehemals kleingewerblich geprägte Umgebung zu passen scheint. Doch die Liegenschaft war einst das Zollhaus für die Händler und Reisenden über die alte Bärenbrücke.


Chronologie

1813 Jakob Doggwiler, Fuhrhalter, Schmied und Zöllner an der Bärenbrücke über die Lorze, erstellt die Liegenschaft. Beim Türpfosten ist die (erneuerte) Jahreszahl 1813 angebracht. [1] Damals liegt das Haus zentral an der Hauptverkehrsachse von Cham, nämlich direkt bei der alten Bärenbrücke. Der Name «Zollhaus» stammt davon, dass hier unmittelbar an auch «Zollbrugg» genannten alten Bärenbrücke vom Kanton Zug bis 1848 der Wegzoll erhoben wurde. [2]

1854 Die neue Bärenbrücke wird den Verkehr übergeben. Damit verliert die Schmiedstrasse (damals Schmiedgasse) und auch das Zollhaus den zuvor regen Publikumsverkehr.

1919 Der Chamer Baumeister Emil Reggiori (1887–1978) kauft das Haus am 27. Oktober. [3]

1930 Baumeister Reggiori renoviert das Haus und verändert es stark. [4]

um 1950 Das Haus erhält das Haus einen Anbau auf der Nordseite. [5]

1959 Am 23. März schätzt die Gebäudeversicherung den Wert des Hauses auf 98'500 Franken. [6]

1980 Am 10. Juli schätzt die Gebäudeversicherung den Wert auf 154'400 Franken. [7]

1982 Angelo Reggiori (*1928) übernimmt die Liegenschaft am 27. Januar. [8]

2011 Reggiori verkauft die Liegenschaft am 30. Juni an Jeannette und Ruedi Haas-Keist. [9]


Würdigung

Das Wohnhaus markiert «heute eine historisch wichtige Position in Cham». Es ist «ein für Cham aussergewöhnlich repräsentatives Gebäude, dem die regelmässigen Fensterreihen und die Eckquaderungen eine prägnante Erscheinung verleihen. Wertvolle erhaltene Details wie der aufwendig gestaltete Eingang und das Gartentor betonen die Eleganz des spätklassizistischen Baus, beeinträchtigend wirkt dagegen die breite Gaube im Dachgeschoss.» [10] Zudem erinnert das Zollhaus mit seinem Namen und seinem Standort an die längst vergangenen Zeiten der Wegzölle.


Karte

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Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 135
  2. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 5, S. 302
  3. Staatsarchiv Zug, Fichen der Gebäudeversicherung IV
  4. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 135
  5. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt schützenswerte Bauten [Stand: 12.07.2018]
  6. Staatsarchiv Zug, Fichen der Gebäudeversicherung IV
  7. Staatsarchiv Zug, Fichen der Gebäudeversicherung IV
  8. Staatsarchiv Zug, Fichen der Gebäudeversicherung IV
  9. Freundliche Mitteilung von Angelo Reggiori, Cham, 06.04.2021
  10. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventarblatt schützenswerte Bauten [Stand: 12.07.2018]