Bärenbrücke, neue

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Bärenbrücke mit Hotel und Restaurant Bären

Die Bärenbrücke überquert die Lorze und verbindet die Chamer Ortsteile Kirchbüel und Städtli. Erbaut wurde die neue Bärenbrücke ursprünglich 1854 nach den Plänen von Baumeister Wilhelm Keller aus Schongau. Die heutige Bärenbrücke stammt von 1990 und ist der derjenigen von 1854 nachempfunden. [1]

Bärenbrücke im Bau mit Provisorium, 1990


Chronologie

1854 Bau der Brücke nach Plänen von Baumeister Wilhelm Keller (1823–1888): Die Brücke hat eine Spannweite von 16,2 Metern und eine Höhe von 8,1 Metern. [2] Keller, der auch als Architekt und Bauunternehmer wirkte, tat sich ansonsten vor allem als Erbauer vieler Kirchen hervor, so zum Beispiel in Ballwil (1846), Grosswangen (1863/1864), Villmergen (1863–1866), Uznach (1867–1869), Uffikon (1869) und Wolhusen (1879–1881). [3]

1929 Der Baarer Müller Alexander Haab verunfallt auf der Bärenbrücke. Viele Chamerinnen und Chamer schauen sich die spektakuläre Unfallstelle an. [4]

1931 Verbreiterung der Brücke für den zunehmenden Verkehr.

1971 Erneute Verbreiterung der Brücke.

1982–1985 Umfangreiche Untersuchungen ergeben: Das Tragvermögen ist ungenügend, das Steingewölbe bedarf dringend einer Sanierung.

1988 Ideenwettbewerb für den Bau einer neuen Brücke. Daraus resultiert wiederum eine Bogenbrücke, die dem alten Steinbogen von 1854 nachempfunden ist und sich in die Umgebung der geplanten Neubauten längs der Lorze gut einfügt. [5] Zwei bogenförmige Hohlkastenträger dienen als Tragkonstruktion, darüber liegt eine 30cm starke Fahrbahnplatte. Die Spannweite beträgt 18,4 Meter, die Breite der Fahrbahnplatte inkl. Trottoir und Brüstungsmauser 16,8 Meter (bisher 14,1 Meter). [6]

Lorze mit der gebogenen Fussgängerbrücke von 1994

1990 Neubau der Brücke für 1,6 Millionen Franken: [7] Die Planungsarbeiten gehen an das Ingenieurbüros SHNZ, Cham, für 220'000 Franken, die Baumeisterarbeiten an die ARGE Landis Bau AG, Gebr. Risi AG, Frigo & Marti AG zum Preise von 1'049'161 Franken. Zuzüglich rechnet der Kanton mit zwölf Prozent der Kosten für Regie, Teuerung und Unvorhergesehenes. [8] Der Neubau kann innerhalb des Budgets realisiert werden.

1994 Die Fussgängerbrücke über die Lorze zwischen «Milchsüdi» und Lorzensaal verbindet neu die Ortsteile Badmatt und Goldmatt.

2010 Die Bärenbrücke soll geschlossen werden, um eine neue Verkehrsführung durch Cham zu ermöglichen. Doch die Stimmberechtigten lehnen in einer Volksabstimmung das Projekt deutlich ab (3675 NEIN zu 1614 JA; Stimmbeteiligung 56.25%). [9]


Bildergalerie

Der Unfall von 1929


Der Bau der neuen Brücke


Links

→ Der Bär im Chamer Wappen


Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 35
  2. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 92
  3. Meyer, André / Keller, Wilhelm; in: Historisches Lexikon der Schweiz; URL: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D19883.php [Stand: 19.10.2016]
  4. Siehe Bilder Staatsarchiv Zug, G 256, 02.12.1929, Bärenbrücke Cham: Autounfall von Alexander Haab (drei Glasplatten)
  5. Regierungsrat des Kantons Zug, Protokoll 08.08.1989, Kantonsstrasse 4c, Neubau der Bärenbrücke, Cham, Projektgenehmigung und Vergebung der Ingenieur- und Baumeisterarbeiten
  6. Regierungsrat des Kantons Zug, Protokoll 08.08.1989, Kantonsstrasse 4c, Neubau der Bärenbrücke, Cham, Projektgenehmigung und Vergebung der Ingenieur- und Baumeisterarbeiten
  7. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 174
  8. Regierungsrat des Kantons Zug, Protokoll 08.08.1989, Kantonsstrasse 4c, Neubau der Bärenbrücke, Cham, Projektgenehmigung und Vergebung der Ingenieur- und Baumeisterarbeiten
  9. Neue Zuger Zeitung, 19.06.2010