Kloster Frauenthal, Überblick

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Frauenthal ist die älteste Schweizer Zisterzienserabtei, die am Ort ihrer Gründung bis heute besteht. Obwohl das Kloster ruhig und weltabgeschieden liegt, hat Frauenthal eine sehr bewegte Geschichte.


Von der Gründung bis zur Reformation (Mitte 13. Jahrhundert bis Mitte 16. Jahrhundert)

Rekonstruktionszeichnung der Schnabelburg in südlich des Albispasses

Das Kloster Frauenthal entsteht durch eine Schenkung der hochadeligen Familie von Schnabelburg, die ihren Stammsitz am Albis hatte. Die Schnabelburger schenken das Land auf der Lorzeninsel nördlich von Hagendorn in der Mitte des 13. Jahrhunderts den Beginen von Hausen am Albis, die in enger Beziehung zum Zisterzienserkloster Kappel am Albis stehen. Bis zur Reformation stehen dem Kloster meist Äbtissinnen aus lokalen Adelsfamilien vor. Mit der Reformation in Zürich verlassen die Nonnen das Kloster Frauenthal.

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Neuanfang nach der Reformation (Mitte 16. Jahrhundert bis Anfang 17. Jahrhundert)

Wappen von Anna von Fulach, der ersten nachreformatorischen Äbtissin

Nach dem Wegzug der Schwestern ist das Kloster 24 Jahre verwaist. Frauenthal wird zu einer Vogtei der Stadt Zug. 1552 wird der Konvent wieder errichtet. Es folgt eine schwierige Zeit. Während 50 Jahren herrscht Streit, wer in Frauenthal das Sagen hat, die Äbtissin und die Nonnen von Frauenthal oder der Rat der Stadt Zug. Zudem ist der Konvent gespalten, die Schwestern sind sich nicht einig, wie das klösterliche Leben gestaltet werden soll. Die Visitatoren berichten von desolaten Zuständen.

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Der Vertrag von Jonen (Anfang bis Mitte 17. Jahrhundert)

Grab von Abt Peter Schmid in der Klosterkirche Wettingen

1602 gelingt es dem Abt von Wettingen, dem Baarer Peter Schmid (1559–1633), der die kirchliche Aufsicht über Frauenthal hat, die Lage zu beruhigen. In einem Vertrag zwischen dem Kloster, der Stadt Zug und dem Kloster Wettingen, werden die Kompetenzen und das klösterliche Leben geregelt. Damit kehrt etwas mehr Ruhe in Frauenthal ein.

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Kriegerische Zeiten (Mitte 17. Jahrhundert bis Mitte 19. Jahrhundert)

Zug der Innerschweizer in die Schlacht von Villmergen AG vom 25. Juli 1712

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts werden die Zeiten unruhig. Die Villmergerkriege, eine Auseinandersetzung zwischen den reformierten und den katholischen eidgenössischen Orten, der Einmarsch der Franzosen 1798 und damit verbunden das Ende der Alten Eidgenossenschaft, der Aargauer Klosterstreit und der Sonderbundskrieg betreffen das Kloster Frauenthal, das nahe der Grenze zu den Kantonen Zürich und Aargau liegt, ganz direkt. Die Klosterfrauen suchen zweimal in der Stadt Zug Schutz, das Kloster muss mehrmals Soldaten beherbergen und verpflegen.

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Das Kloster expandiert und engagiert sich für die Bildung junger Frauen (ab Mitte 19. Jahrhundert)

Neu Frauenthal, Wisconsin USA

Nach der Gründung des schweizerischen Bundesstaats 1848 eröffnet das Kloster eine Schule für junge Frauen, stellt eine Primarlehrerin in Hagendorn und eröffnet 1953 eine Bäuerinnenschule. 1957 gründet Frauenthal in Wisconsin (USA) eine Niederlassung, die 1965 zu einem selbstständigen Priorat wird.

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Die Besitztümer

Hatwil - Lehenshof des Klosters

Durch Schenkungen, Erbschaften und Käufe erwarb sich das Kloster im Lauf der Zeit einen ansehnlichen Grundbesitz. Mit dem Einmarsch Frankreichs 1798, dem Ende der Alten Eidgenossenschaft und der Schaffung der Helvetischen Republik, verlor Frauenthal einen grossen Teil seiner Besitztümer.

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Die Sozialstruktur

Stundengebet

In einem Zisterzienserinnenkloster leben Chorschwestern/Nonnen und Laienschwestern. Hauptaufgabe der Chorschwestern ist das Gebet. Die Laienschwestern haben keine ewigen Gelübde abgelegt, sie haben weniger Gebetsverpflichtungen, leisten dafür einen grossen Teil der Land- und Forstwirtschaftsarbeiten. Bis zur Reformation waren die Chorschwestern in Frauenthal meist adelig, die Laienschwestern stammten meist aus Bauern- und Bürgerfamilien.

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Frauenthaler Lebkuchen

Frauenthaler Lebkuchen

Jedes Jahr in der Adventszeit ehrt die Stadt Zug Menschen, die ohne viel Aufhebens Eindrückliches leisten, mit einem Frauenthaler Lebkuchen. Die Wurzeln dieses Brauchs reichen ins 16. Jahrhundert zurück.

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