Post Cham

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick von der Rabenscheune zum «Raben» mit der ersten Chamer Poststelle im Erdgeschoss rechts des Eingangs
Die zweite Chamer Poststelle an der Rigistrasse
1875 zieht die Post in das Burri-Haus an der Hünenbergerstrasse 2
Ab 1912 befindet sich die Post während 71 Jahren an der Luzernerstrasse 17
Poststelle Cham im Neudorf-Center, um 1993

Die Post Cham wirkte in ihrer langen Geschichte an fünf verschiedenen Standorten in Cham. Der jeweilige Standort war städtebaulich und wirtschaftlich wichtig.


Chronologie

1835 Der Kanton Zug ordnet sein Postwesen neu. Laut Vertrag übernimmt Zürich den gesamten Postverkehr von Zug.

1841 Täglich rollen zwei dreispännige Postwagen von Luzern via Cham nach Zug – und umgekehrt. Die Rabenscheune am Rabenplatz dient für den Pferdewechsel.

1848 Rabenwirt Jakob Stutz-Wickart (1824–1890) fungiert als erster Posthalter von Cham. Zuerst in seinem «Raben», dann in der alten Post an der Rigistrasse bis 1874.

1870 Sekundarlehrer Jost Burri (1834–1896) wird als neuer Posthalter gewählt. Die Post wird durch Familienmitglieder und durch Postmädchen «Fräulein Amberg» ausgetragen.

1875 Die Post zieht um in das neu an der Hünenbergerstrasse 2 erstellte Eckhaus Burri. Im Erdgeschoss befindet das «Poststübli» sowie der Spezereiladen Burris. Als erster Briefträger wird Alois Iten angestellt, der wichtigen Leuten im Dorf bis zu viermal pro Tag die Post vorbeibringt. Dazwischen trägt er die Post bis nach Niederwil oder Frauenthal aus. [1]

1883 Hagendorn mit der Weberei und Spinnerei prosperiert. Die Post eröffnet dort eine Zweigstelle. [2]

1885 Nicht nur die Post ist am Rabenplatz; auch der Telegraf befindet sich dort, nämlich im Nebengebäude des Gasthof Raben. [3]

1896 Auch der Weiler Niederwil erhält eine eigene Post-Zweigstelle.

1897 Philipp Burri (1866–1905), Sohn des verstorbenen Posthalters Jost Burri, übernimmt das Posthalteramt. [4]

1900 Der Telegraf befindet sich im Haus von Sattler Studer an der Luzernerstrasse 26. [5]

1903 Philipp Burri ist nicht mehr nur Posthalter, sondern auch Postverwalter.

1905 Nach dem Hinschied von Philipp Burri wird J. B. Baumann (1857–1912) neuer Postverwalter von Cham.

1907/08 Der Telegraf befindet sich an der Luzernerstrasse 11 der Geschwister Villiger (ab 1909 Haus Dr. Ritter). Als erste Telegrafistin wirkt Julie Villiger. [6]

1912 Baumeister Hans Miesch (1880–1941) erbaut die neue Post am Rabenplatz in der Liegenschaft Luzernerstrasse 17. Sie zieht vom Burri-Haus in den Neubau um.

1913 Em. Pfister (1874–1944) wird Nachfolger von J. B. Baumann als Postverwalter in Cham.

1924 Die alte Post an der Rigistrasse fällt am 24. Februar wahrscheinlich einer Brandstiftung zum Opfer. Die Feuerwehr ist in der Nacht um ein Uhr schnell auf dem Brandplatz, trotzdem verlieren die Bewohner den grössten Teil ihres Besitzes. Nach einer kalten Nacht ist die Brandruine am folgenden Sonntagmorgen mit Eis überzogen. [7]

1932 Michael Sidler vollendet sein 40. Dienstjahr als Briefträger. Der Jubilar wird vom Postpersonal Cham wie von der Oberpostdirektion gebührend beglückwünscht. [8]

1933 Die Post Cham erlangt aufgrund des gestiegenen Kundenvolumens den Status einer Post VI. Klasse. [9]

1940 Der neue Postverwalter Chams heisst Bernhard Freimann. Die Post hat den Status VII. Klasse. Die Post Cham bekommt eine neue Schalteranlage mit Postfächern, die sich nach aussen öffnen.

1943 Rudolf Vollenweider (*1892) übernimmt das Amt des Postverwalters. Die Post Cham wird zur Post VI. Klasse zurückgestuft.

1951 Cham wird nochmals zurückgestuft, jetzt auf Stufe V.

1954 Das Postamt Cham beschäftigt 14 Personen, spediert 478'000 und empfängt 1'799'000 Briefe. Der Umsatz beträgt 34,9 Millionen Franken. [10]

1957 Johann (Hans) Schär (*1910) ist der neue Postverwalter. [11]

1955 Die Chamer Post rüstet auf: mit einem neuen Paketraum, 86 neuen Postfächern und mit einem Wertzeichen-Automat. [12]

1964 Die Schweizerische Post führt Postleitzahlen ein. Cham erhält die Postleitzahl 6330.

1971 Die Poststelle Hagendorn wird in ein eigens dafür gebautes Haus nach Rumentikon verlegt. Das bisherige Postbüro befand sich seit 1883 im Haus von Schreinermeister Gottfried Baumgartner und wurde während drei Generationen von dieser Familie betreut. [13]

1973 Die Post eröffnet im Industriegebiet Städtlerallmend an der Alten Steinhauserstrasse 9 eine Paketsammelstelle für Geschäftskunden. [14] Im gleichen Jahr wird Walter Schär zum neuen Postverwalter gewählt. [15] Schär hatte 1944 seine Postlaufbahn in Cham als Lehrling angefangen. [16]

1983 Die Post Cham zieht vom Rabenplatz in das neu eröffnete Einkaufscenter Neudorf an der Zugerstrasse. [17]

1990 Der neue Postverwalter Chams heisst Hans Hürlimann. [18]

1992 Jürg Kläntschi wird Poststellenleiter in Cham. [19]

2003 Die Chamer Post wird im Verteilzentrum an der Luzernerstrasse 9 sortiert und von den Zustellbeamten ausgetragen. [20]

2007 Die Post weiht am 15. Juni die neue Poststelle Cham 2 an der Alten Steinhauserstrasse 15 ein. Sie ist auf die Bedürfnisse der Geschäftskunden ausgerichtet. [21]

2016 Die Post Hagendorn wird zum Bedauern vieler am 10. Dezember geschlossen. Rund 200 Menschen kommen nach Hagendorn, um von Posthalter Richard Wyss und seiner Frau Edith Abschied zu nehmen. [22]

2017 Cham verliert sein Post-Verteilzentrum. Die Post zentralisiert die Postverteilung für den Raum Ennetsee im Industriegebiet Bösch in Hünenberg. [23] Die Ausdünnung des Poststellennetzes wird schweizweit intensiv diskutiert. Im Unterschied zu anderen Gemeinden im Ennetsee soll die Poststelle Cham Zentrum bestehen bleiben, wenigstens bis 2020. [24]


Dokumente

Zeitungsartikel

– Diskussion um Postschliessung im Ennetsee, Zuger Zeitung, 28.01.2017

– Verabschiedung Posthalterehepaar Richard und Edith Wyss, Zuger Woche, 07.12.2016


Fotogalerie

Poststellen im Laufe der Zeit


Posthalter in Cham


Einzelnachweise

  1. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 104. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 187
  2. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 104
  3. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 105
  4. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, Anhang, S. 313
  5. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 105
  6. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 105
  7. Zuger Nachrichten, 27.02.1924
  8. Zuger Kalender 1933, Chronik 30.04.1932
  9. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, Anhang, S. 313
  10. Zugersee-Zeitung, 16.09.1955
  11. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, Anhang, S. 313
  12. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 104
  13. Zuger Kalender 1973, Chronik Dezember 1971
  14. Neue Zuger Zeitung, 16.06.2007
  15. Zuger Woche, 15.05.1996
  16. Luzerner Neuste Nachrichten, 22.03.1990
  17. Zuger Neujahrsblatt 1984, Chronik 27.04.1983
  18. Zuger Presse, 29.10.2004
  19. Zuger Presse, 29.10.2004
  20. Zuger Woche, 15.05.1996
  21. Neue Zuger Zeitung, 16.06.2007
  22. Zuger Woche, 07.12.2016
  23. Zuger Zeitung, 15.12.2016
  24. Zuger Zeitung, 28.01.2017