Burri Jost (1834–1896)

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Portrait von Burri Jost (1834–1896)
Portrait von Burri Jost, (1834–1896)

Vorname: Jost
Nachname: Burri
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 30. April 1834
Geburtsort: Hellbühl LU
Todesdatum: 1. Dezember 1896
Todesort: Cham ZG
Beruf: Lehrer, Posthalter, Kantonsrat
Religion: römisch-katholisch
Partei: Freisinnig-Demokratische Partei FDP

Jost Burri war eine bemerkenswerte und viel beschäftigte Persönlichkeit im Chamer Dorfleben. Er war Sekundarlehrer, Mühlenbetreiber, Posthalter, Lebensmittelhändler, Bauherr und Politiker.




Stationen

1834 Jost Burri kommt am 30. April in Hellbühl LU zur Welt. Er ist das zweitälteste von neun Kindern. Er besucht die Schulen in Malters LU und Luzern. Das Lehrerseminar absolviert Burri in Rathausen LU beim liberalen Pädagogen Dr. Franz Dula (1814–1892). [1]

um 1855 Burri unterrichtet Primarschule in Blatten LU, Sekundarschule in Malters und in Root LU. Sein Ruf ist so gut, dass sogar Schüler aus dem Kanton Zug die Schule in Root besuchen. Später unterrichtet Burri auch noch in Ruswil LU.

1861 Der Kanton Zug erlässt ein neues Gesetz für Sekundarschulen. Burri wird an die neu geschaffene Sekundarschule in Cham gewählt. [2] Die Schule war zwar da, aber noch keine Schüler. «Da war es unserm eifrigen Schulmanne nicht zu viel, von Haus zu Haus zu wandern, um die etwas rückhaltenden Eltern zu bestimmen, ihre Söhne der neuen Schule anzuvertrauen, um die Fähigkeiten der Jünglinge zu entwickeln und ihre Kenntnisse zu bereichern.» [3]

Als Pädagoge setzt er sich an den Konferenzen des 1851 gegründeten kantonalen Lehrervereins für Reformen auf der Primar- wie auf der Sekundarstufe ein. [4]

1862 Burri heiratet Marie Bär aus dem Quartier Kirchbüel in Cham.

1867 Burri folgt dem Ruf der Bezirksschule in Laufenburg AG. Er wird Lehrer für deutsche Sprache, Geschichte und Geografie. [5]

1870 Seine Frau Marie Bär stirbt an Nesselfieber. Jost Burri kehrt wieder zurück nach Cham und heiratet nun die Stiefschwester seiner ersten Frau, Marie Suter. Insgesamt hat Burri sieben Söhne aus erster und zweiter Ehe. Er übernimmt die Leitung des Kolonialwarenladens Bär/Suter im Kirchbüel-Quartier. Anstelle des demissionierenden Jakob Stutz-Wickart (1824–1890) wird Burri zum Posthalter von Cham gewählt. Gleichzeitig übernimmt er eine Stelle als Bezirkslehrer in Sins AG.

1873 Jost Burri erhält von der Post ein Jahressalär von 1560 Franken.

1875 Burri lässt das stolze, vierstöckige «Burri-Haus» an der Hünenbergerstrasse 2 erbauen.

1876 Die Post zieht von der Rigistrasse in das neue «Burri-Haus» um. Burri ist ein rastloser Geist. Zusammen mit seinem Bruder betreibt er ein Mühlengeschäft in Wolhusen LU.

1877 Jost Burri lässt sich für die Freisinnigen für die Wahlen in den Kantonsrat aufstellen. Er erhält aber von 522 stimmberechtigten Chamern nur 198 Stimmen – das schlechteste Resultat. Die Konservativen triumphieren. [6]

1886 Posthalter, Lehrer und Mühlenbetreiber Burri wird doch noch als Vertreter der Freisinnigen in den Kantonsrat gewählt. [7]. Er gilt als «ächter Luzerner-Liberaler» und «hatte mehr das Zeug zu einem Kämpfer als zu einem Führer». Er gilt als sehr undiplomatisch und direkt. [8]

1891 Burri tritt als Kantonsrat zurück.

1892 Als gelehrter Pädagoge ist er die Idealbesetzung für das Schulpräsidium. Er wird Schulpräsident.

1896 Burri zeigt Ermüdungserscheinungen. Er tritt als Chamer Schulpräsident zurück. Am 1. Dezember stirbt er in Cham. [9]


Einzelnachweise

  1. Zuger Nachrichten, 05.12.1896
  2. Zuger Volksblatt, 08.05.1861. Neue Zuger Zeitung, 11.05.1861
  3. Zuger Volksblatt, 05.12.1896
  4. Neue Zuger Zeitung, 24.05.1862. Zuger Volksblatt, 02.11.1864
  5. Zuger Volksblatt, 28.09.1967
  6. Zuger Volksblatt, 21.11.1877
  7. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.01.2021]
  8. Zuger Volksblatt, 05.12.1896
  9. Zuger Volksblatt, 05.12.1896