Burri Jost (1834–1896)

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Jost Burri (1834–1896)

Jost Burri war eine bemerkenswerte und viel beschäftigte Persönlichkeit im Chamer Dorfleben. Er war Sekundarlehrer, Mühlenbetreiber, Posthalter, Lebensmittelhändler, Bauherr und Politiker.


Stationen

1834 Jost Burri kommt am 30. April in Hellbühl LU zur Welt. Er ist das zweitälteste von neun Kindern. Er besucht die Schulen in Malters und Luzern. Das Lehrerseminar absolviert Burri in Rathausen LU beim liberalen Pädagogen Franz Dula. [1] Burri unterrichtet Primarschule in Blatten, Sekundarschule in Malters und in Root LU. Sein Ruf ist so gut, dass sogar Schüler aus dem Kanton Zug die Schule in Root besuchen.

1860 Der Kanton Zug erlässt ein neues Gesetz für Sekundarschulen. Burri wird daraufhin an die neu geschaffene Sekundarschule in Cham gewählt. Die Schule war zwar da, aber noch keine Schüler. «Da war es unserm eifrigen Schulmanne nicht zu viel, von Haus zu Haus zuwandern, um die etwas rückhaltenden Eltern zu bestimmen, ihre Söhne der neuen Schule anzuvertrauen, um die Fähigkeiten der Jünglinge zu entwickeln und ihre Kenntnisse zu bereichern.» [2]

1862 Burri heiratet Marie Bär aus dem Quartier Kirchbüel in Cham.

1867 Burri folgt dem Ruf der Bezirksschule in Laufenburg AG.

1870 Seine Frau Marie Bär stirbt an Nesselfieber. Jost Burri kehrt bereits wieder zurück nach Cham und heiratet nun die Stiefschwester seiner ersten Frau, Marie Suter. Burri hat insgesamt sieben Söhne aus erster und zweiter Ehe. Er übernimmt die Leitung des Kolonialwarenladen Bär/Suter im Kirchbüel-Quartier. Anstelle des demissionierenden Hauptmann Stutz-Wickart wird Burri als Posthalter gewählt. Gleichzeitig übernimmt er eine Stelle als Bezirkslehrer in Sins AG.

1873 Jost Burri erhält von der Post ein Jahressalär von 1560 Franken.

1875 Burri lässt das stolze, vierstöckige «Burri-Haus» an der Hünenbergerstrasse 2 erbauen.

1876 Die Post zieht von der Rigistrasse in das neue «Burri-Haus» um. Burri scheint ein rastloser Geist. Zusammen mit seinem Bruder betreibt er ein Mühlengeschäft in Wolhusen LU.

1886 Posthalter, Lehrer und Mühlenbetreiber Burri lässt sich zudem noch als Vertreter der Freisinnigen in den Kantonsrat wählen. Er gilt als «echter Luzerner Liberaler» und «hatte mehr das Zeug zu einem Kämpfer als zu einem Führer». Er gilt als sehr undiplomatisch. [3]

1891 Burri tritt als Kantonsrat zurück.

1892 Als gelehrter Pädagoge ist er die Idealbesetzung für das Schulpräsidium. Er wird Schulpräsident.

1896 Burri zeigt Ermüdungserscheinungen. Er tritt als Chamer Schulpräsident zurück. Am 1. Dezember stirbt er in Cham. [4]


Einzelnachweise

  1. Zuger Nachrichten, 05.12.1896
  2. Zuger Volksblatt, 05.12.1896
  3. Zuger Volksblatt, 05.12.1896
  4. Zuger Volksblatt, 05.12.1896. Zuger Neujahrsblatt 1899, Chronik 01.12.1896