Hünenbergerstrasse 2, «Haus Burri»

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Wohnhaus und Geschäftshaus «Burri», um 1900
Kirchenplatz und Rabenplatz mit der Einfahrt zur Hünenbergerstrasse, rechts aussen das «Burri-Haus», um 1903
Das «Burri-Haus» mit dem Kaplanen- und Sigristenhaus, März 1987
Das «Burri-Haus» vor dem Abbruch, um 2002
Rabenplatz mit Liegenschaften Hünenbergerstrasse 2–12, 2017

Das Haus an der Hünenbergerstrasse 2 stand in der Ecke zwischen Hünenbergerstrasse und Rigistrasse und war vom Rabenplatz her gut sichtbar. Mit seinen vier Stockwerken überragte es alle Bauten der Umgebung, mit Ausnahme der Kirche und des Gemeindehauses. So war der 1875 erstellte Neubau Ausdruck des Selbstbewusstseins seines Bauherren Jost Burri. Es hiess bis zu seinem Abriss im Jahr 2002 «Haus Burri».


Chronologie

1875 Jost Burri, Sekundarlehrer und später Posthalter, erbaut das viergeschossige Haus an gut sichtbarer Lage an der Ecke zwischen Rigi- und Hünenbergerstrasse (die erst 1865 ausgebaut worden war).

1876–1912 Das Chamer Postbüro, geführt von Jost und später von Philipp Burri, befindet sich in der Liegenschaft.

1912–1917 Während fünf Jahren logiert die Mädchen-Sekundarschule unter Schwester Viktoria im «Burri-Haus». [1]

1918 Witwe Catharina Burri-Ritter mit ihren Töchtern Marie-Louise und Margrit führen den Laden für Kolonialwaren und Lebensmittel «nach den bewährten Grundsätzen ihrer Vorfahren». [2]

1925 Gärtner Franz Schoch betreibt im Haus Burri einen Blumen- und Gemüseladen. [3]

1934 Die Schwestern Marie-Louise und Margrit Burri übernehmen gemeinsam die Liegenschaft. [4]

1953 Gärtner Schoch gestaltet seinen Blumenladen um. [5]

1958 Das Geschäft für Kolonialwaren der Schwester Marie-Louise und Margrit Burri nennt sich das «unstreitig das älteste Ladengeschäft auf dem Platze Cham»: «Reelle und preisgerechte Bedienung, während vielen Generationen praktiziert, sind heute noch Leitmotiv im Laden der freundlichen Schwestern Burri.» [6]

1975 Die Liegenschaft geht nach dem Tod von Margrit Burri an deren zwei Erben über. [7]

1999 Die Gemeindeversammlung genehmigt den Bebauungsplan Hünenbergerstrasse 2–12. [8] Das Burrihaus kann gemäss Bebauungsplan «bestehen bleiben oder durch einen Neubau ersetzt werden. Ein Neubau anstelle des Burrihauses muss im wesentlichen dem Altbau entsprechen (Geschosse, Proportionen, Dachform). Balkone und Erker sind gemäss Bauordnung gestattet. Die Definition des Rabenplatzes bleibt somit gewährleistet.» [9]

2002 Das «Burri-Haus» weicht der Neuüberbauung. Das Projekt für die neue Überbauung stammt von Architekt Jean-Pierre Bohraus aus Luzern. [10]


Kunsthistorische Beschreibung

«… Städtisches Eckhaus mit und durch Balkone betonte Ecklösung zur Strassengabelung. Die beiden Strassenfassaden unter klassizistisch schwach geneigtem Walmdach symmetrisch um jeweils verdoppelte mittlere Fensterachse. Das Erdgeschoss genutet, die Obergeschosse ursprünglich mit glattem Verputz, nach 1900 mit rauem Besenwurf und Ornamentband unter der Traufe.» [11]


Vorher – nachher

Sie sehen zwei Fotos der Kreuzung / des Kreisels Rabenplatz mit dem «Haus Burri» (abgebrochen 2002): eines aus dem Jahr 1987, das zweite aus dem Jahr 2018. Mit der Maus können Sie mit dem Regler in der Bildmitte zwischen den beiden, beinahe passgenauen Bildern hin- und herfahren. So werden die zwischenzeitlich eingetretenen Veränderungen besonders augenfällig visualisiert.


Fotogalerie

Das «Burri-Haus» im Laufe der Zeit


Einzelnachweise

  1. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  2. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  3. Zugersee-Zeitung, 24.04.1959
  4. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch III, Cham, Ass.-Nr. 8a
  5. Zugersee-Zeitung, 24.04.1959
  6. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  7. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch IV, Cham, Ass.-Nr. 8a
  8. Einwohnergemeindearchiv Cham, Vorlage Gemeindeversammlung, 29.03.1999, S. 8–15
  9. Einwohnergemeindearchiv Cham, Vorlage Gemeindeversammlung, 29.03.1999, S. 8
  10. Neue Zuger Zeitung, 24.04.2001
  11. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 121