Raiffeisenbank Cham

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1944 gründen Chamer die Darlehenskasse Cham. Trotz Opposition und Druck setzt sich die lokal verankerte Bank rasch durch. Aufgrund ihrer lokalen Verankerung und ihrer Tätigkeit im Hypothekengeschäft hat sie grossen Einfluss auf die Entwicklung von Cham. 1992 benennt sie sich in Raiffeisenbank Cham um. Zuerst ist sie an der Sinserstrasse 3 untergebracht, ab 1977 an der Schulhausstrasse.


Chronologie

1944 Erste Sitzungen für die Gründung einer Darlehenskasse Cham finden am 18. November und 2. Dezember 1944 finden (1938 waren schon Sektionen in Oberägeri, Menzingen und Hünenberg gegründet worden). Initianten sind Baptist Etter-Gretener vom Zollhaus in Hünenberg, Baumeister Max Schnurrenberger und Schuhmachermeister Josef Huwiler-Fähndrich (1909–1987). Aus Kreisen der Zuger Kantonalbank erwächst Opposition und wird Druck auf Interessenten ausgeübt. [1]

1944 Schliesslich gründen am 12. Dezember 1944 im Restaurant Lindenhof 18 Gewerbler und Landwirte die Darlehenskasse Cham. Erster Präsident wird Jakob Zimmermann-Buholzer (1896–1959), Landwirt und Kantonsrat, Grobenmoos («sein eigentliches Lebenswerk» [2]). Vizepräsident ist Hans Werder, Transporte, Aktuar Emil Scherrer, Hafnermeister. Der Aufsichtsrat wird präsidiert von Jakob Gärtner, Teppichhaus. Verwalter ist Schuhmachermeister Josef Huwiler-Fähndrich, der unterstützt wird von seiner Frau Bethli. Während zehn Jahren wird die Darlehenskasse im Nebenamt geführt. Die Bank befindet sich an der Sinserstrasse 3. [3]

1945 Die Kennzahlen der Darlehenskasse Cham lauten: 31 Genossen, Spareinlagen 26'000 Franken, Umsatz 600'000 Franken. [4]

1955 Die Darlehenskasse Cham bleibt im Haus von Schuhmachermeister und Bankverwalter Huwiler, wird aber unter der Leitung des Chamer Architekten Otto von Rotz (1914–2009) modernisiert. Die Liegenschaft wird innen und aussen renoviert, «verbunden mit zweckmässiger Gestaltung der Kassaräumlichkeiten». [5] Die neue Zentrale hat einen Tresor, ein Büro und einen vollamtlichen Funktionär, den bereits bisherigen Verwalter Josef Huwiler-Fähndrich.

Der ehemalige Schalterraum an der Sinserstrasse 3

1957 Mittlerweile zählt die Darlehenskasse Cham 323 Genossen, hat Spareinlagen über 2'000'000 Franken und generiert einen Umsatz von 3'400'000 Franken.

1960 Das Wachstum der Darlehenskasse Cham geht kontinuierlich weiter: Es sind 403 Genossen, Spareinlagen über 3'000'000 Franken und ein Umsatz von 18 Millionen Franken. [6]

1970 Die Darlehenskasse Cham feiert ihr 25-Jahr-Jubiläum. 600 Mitglieder zählt die Bank, die Bilanzsumme beträgt 15,5 Millionen, der Umsatz 42,4 Millionen und der Reingewinn 357'000 Franken.

1975 Josef Huwiler-Fähndrich wird von seinem Sohn Josef Huwiler-Helfenstein als Verwalter abgelöst. [7]

1977 Bezug des neuen Bankgebäudes an der Gigeriweid an der Schulhausstrasse (anstelle des Hauses Gigeriweid von 1834, abgerissen 1976). [8]

1987 Die Darlehenskasse Cham erreicht die schweizweit höchste Bilanzsumme einer Kasse der Raiffeisen-Gruppe mit 191,6 Millionen Franken.

1992 Umbenennung der Darlehenskasse in «Raiffeisenbank». [9]

Bethli und Josef Huwiler

1994 Die Raiffeisenbank Cham baut ihr Bankgebäude um.

1995 Über 2500 Personen feiern im Festzelt am See das 50-Jahr-Jubiläum der Chamer Raiffeisenbank mit Show, Dinner und Gratulanten. Gefeiert wird besonders Bethli Huwiler, seit 50 Jahren harter Kern der Bank, und die erstmalige Wahl einer Frau in den Verwaltungsrat. [10]

1997 Der Verwalter der grössten schweizerischen Raiffeisenbank, Josef Huwiler, tritt nach 25-jähriger Tätigkeit zurück und wird mit seiner Mutter Bethli geehrt. [11]

2000 Neugestaltung der Schalterhalle.

2006 Die Genossenschafter stimmen der Geschäftserweiterung in Richtung Albis mit den Ortschaften Hausen, Kappel, Knonau, Mettmenstetten, Maschwanden und Rifferswil zu.

2014 Die Raiffeisenbank Cham präsentiert das Neubauprojekt «Mezzanin» für die Ecke Sinser-/ Schulhausstrasse am Bärenplatz. Das neue Wohn- und Geschäftshaus wurde im Rahmen eines Architekturwettbewerbs aus elf Projekten ausgewählt.

2016 Die Raiffeisenbank Cham zählt über 9200 Genossenschaftsmitglieder, die Bilanzsumme liegt per 31.12.2015 bei über 1,19 Milliarden Franken. [12] Die Generalversammlungen von Cham und Steinhausen beschliessen die Fusion. Die Bank heisst neu Raiffeisenbank Cham-Steinhausen.


Verwaltungsratspräsidenten

1944–1959 Jakob Zimmermann-Buholzer

1960–1984 Josef Greter

1984–19xx Cesi Canepa

Verwalter

1944–1975 Josef Huwiler-Fähndrich

1976–1997 Josef Huwiler-Helfenstein

Bildergalerie

Die Raiffeisenbank im Laufe der Zeit

Das 50-Jahr-Jubiläum-Fest im Hirsgarten

Am 25. März 1995 fand die 50. Generalversammlung mit grossem Festakt im Festzelt des Zirkus Stey statt.


Web-Links

Raiffeisenbank Cham


Einzelnachweise

  1. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 287
  2. Zugersee-Zeitung, 07.08.1959
  3. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 122
  4. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 123
  5. Zugersee-Zeitung, 01.07.1955
  6. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 122
  7. Zuger Kalender 1976, Chronik Februar 1975
  8. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 156
  9. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 289
  10. Zuger Kalender 1996, Chronik 27.03.1995
  11. Zuger Kalender 1998, Chronik 21.03.1997
  12. www.raiffeisen.ch [Stand: 29.05.2016]