Luzernerstrasse 17, alte Post

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Chamer Markt beim Rabenplatz: links die Rabenscheune, rechts das Restaurant Raben
Die Rabenscheune, die dort stand, wo sich heute die Liegenschaft Luzernerstrasse 17, die alte Post, befindet
Liegenschaft Luzernerstrasse 17 mit der ersten Wettersäule von 1906, 1915
Die Post im Zentrum: Rabenplatz und Kirchbühl bildeten früher das Zentrum von Cham, undatiert (nach 1923)
Aussenansicht der ehemaligen Post, links am Rand die Postfächer
Nachdem die Post 1983 ins «Neudorf» zügelte, beherbergte die Liegenschaft verschiedene Geschäfte wie beispielsweise die Boutique Poubelle oder das Brillen- und Optikgeschäft Herzog

Die Liegenschaft «alte Post» beherbergte während 71 Jahren die Post von Cham. Der wuchtige Bau schliesst den Rabenplatz gegen Süden ab

Das Haus Luzernerstrasse 17 mit Büro Concordia und Restaurant Pöstli Pizza & Kebab Take Away & Kurier

Chronologie

1912 Baumeister Hans Miesch (1880–1941) erbaut auf der Rabenmatt das Postgebäude mit Wohnungen. Dazu reisst er die alte Rabenscheune ab. Miesch fungiert als Architekt und als Bauherr. [1] Die Post zieht vom «Burri-Haus» an der Hünenbergerstrasse 2 in den Neubau um.

1913 Hans Miesch geht in Konkurs. Das Haus fällt in die Konkursmasse.

1917 Miesch’ Geschäftsnachfolger, Baumeister Wilhelm Hauser (1874–1943), fungiert per 23. Juli zusammen mit einem Herrn G. Schätzle als neuer Eigentümer. Schon am 7. September gehört die Liegenschaft der Hypothekargenossenschaft Cham. [2]

1938 Gottfried Schweizer (1879–1957) kauft das Gebäude. [3] Schweizer, von Beruf Sanitär, ist Friedensrichter und wirkt von 1922 bis 1941 als Kirchenrat in der protestantischen Kirchgemeinde, wohnt an der Zugerstrasse und versteuert ein relativ hohes Vermögen von 103'000 Franken. [4]

1959 Schweizers Erben verkaufen das Gebäude am 28. Januar an Johann Etter-Marbach in Zug. [5]

1983 Die Post Cham zieht vom Rabenplatz in das neu eröffnete Einkaufscenter Neudorf an der Zugerstrasse. [6]

2012 Die Eigentümerin der Liegenschaft, die Kingbow Holding AG, geht in Konkurs. [7]

2016 Die Liegenschaft gehört der Credit Suisse Funds AG. [8]


Kunsthistorische Beschreibung

«Markanter Abschluss des von Miesch bebauten Bahnhofsquartiers. Im Grundriss trapezförmiger, dreigeschossiger Neubarockbau unter hohem Mandarddach, mit Quergiebeln zum Rabenplatz und zur Luzernerstrasse. Zum Platz hin ein eingeschossiger, flach gedeckter Vorbau mit Korbbogenarkaden, ursprünglich das Postbüro. Gliederung der drei Schauseiten durch gequaderte Eckpilaster, farblich abgesetzte Putzfelder und gegossene Kunststeinkartuschen. In den dunkelgrünen Dachuntersichten hell abgesetzt florale Ausmalung in Heimatstilformen. Haupteingang mit offenem, mit graugrünen Fliesen gekacheltem Vestibül und neubarockem Portal.» [9]


Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 127
  2. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Cham, Ass.-Nr. 323a
  3. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch III, Cham, Ass.-Nr. 323a
  4. Steuerregister des Kantons Zug 1931, S. 163
  5. Zuger Kalender 1958, Chronik 11.03.1957. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch III, Cham, Ass.-Nr. 323a
  6. Zuger Neujahrsblatt 1984, Chronik 27.04.1983
  7. Neue Luzerner Zeitung, 05.11.2012
  8. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummer 75 [Stand: Dezember 2016]
  9. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 127