Feuerwehr Cham

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Feuerwehr Cham
Logo des Feuerwehr Cham
Die Feuerwehr Cham hat die Aufgabe bei Bränden, Unfällen, Überschwemmungen und ähnlichen Ereignissen Hilfe zu leisten.
Offizielle Website des Vereins
Gründung 1888
Gattung Vereine - Andere
Lokal
Anschrift Sinserstrasse 40
6330 Cham
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Die Feuerwehr Cham besteht seit 1888. Sie kommt bei Bränden zum Einsatz, aber auch bei Verkehrsunfällen, Tierrettungen, Öl- oder Chemievorfällen. Das Betreiben der Feuerwehr ist eine Aufgabe der Einwohnergemeinde Cham.


Chronologie

1665 Der Feuerbrief der Stadt Zug gilt auch für die Vogtei Cham. Darin ist festgehalten, dass in jedem Haus auf dem Estrich und bei jeder Herdstelle ein mit Wasser befüllter Behälter stehen müsse. Diese Behälter waren ursprünglich aus Holz gefertigt, wurden aber mehr und mehr durch Eimer aus Rindsleder ersetzt, die leichter waren. Damit nach einem Brand die Kübel wieder zurück zu den Eigentümern kamen, waren diese mit Namen oder dem Familienwappen beschriftet. Im Brandfall bildete man Doppelreihen, die dann die vollen Eimer der Reihe nach weitergaben.

1780 Der Zuger Stadtrat befiehlt seinen Untertanen in Cham, die Feuereimer zu überprüfen und eine Feuerspritze anzuschaffen. Die Kübel müssen mit Wappenschild und Namen versehen sein. Daraufhin erstellen die Chamer ein erstes Spritzenhaus. [1]

1863 Verpflichtet durch die erste kantonale Feuerpolizeiordnung vom 7. Juli 1862 gibt die Gemeinde Cham gut ein Jahr später, am 20. August 1863, eine «Löschordnung des Feuerrates» heraus. [2]

1872 Am Rigiplatz entsteht ein kleines Spritzenhaus. [3]

1879 In der ganzen Gemeinde werden Aufsichtsmänner bestimmt. Sie sind jeweils für ihren Umkreis zuständig. Genannt werden als Quartiere: Kirchbüel, Lindencham, Friesencham, Hagendorn, Rumentikon, Niederwil, Oberwil, Bibersee, äusseres Städtli, inneres Städtli und Enikon.

1884 Der Turnverein will bei Bränden in Cham Hilfe leisten. «Der Verein erklärt sich bereit, sobald eine geordnete freiwillige Feuerwehr von Cham gegründet ist, derselben beizutreten und auch selbst die Gründung einer solchen nach Kräften zu fördern.» Der Sammelplatz ist jeweils das Spritzenhaus.

1885 Der Gemeinderat erlässt am 10. Dezember ein Feuerwehrreglement, bestehend aus 36 Paragraphen. Darin wird unter anderem festgelegt, dass jeder «taugliche männliche Einwohner von angehenden 18. bis zum 50. Altersjahr» feuerwehrpflichtig sei. Die Feuerwehr wird in verschiedene Einheiten unterteilt: Spritzencorps, Leitern- und Hakencorps, Flöchnercorps (= Rettung), Feuerboten- und Alarmcorps, Fuhrleute, Feuerweiher-Aufseher, Panner- und Hülfscorps. [4]

1887 Zug und Cham schliessen am 26. April einen «Wasserversorgungs-Vertrag» ab. Darin wird festgehalten, dass die Wasserversorgung Zug ihre Leitungen, die derzeit im Gebiet Chollermüli enden, weiter bis nach Cham zieht. Damit erhält Cham Trinkwasser aus Zug. Falls ausreichend Wasser vorhanden ist, kann Chamer Gewerbe auch Triebwasser beziehen, mit dem Maschinen angetrieben werden können. Cham ist zudem berechtigt, im Dorf «eine beliebige Anzahl Hydranten» aufzustellen, allerdings mit «Zugersystem mit schweiz. Normalschlauchgewinde». Und schliesslich folgt der für die Feuerwehr wichtige Passus: «Bei Feuersgefahr steht der Wasserzufluss nach Cham der dortigen Feuerwehr gänzlich zur Verfügung.» Am 27. November feiert Cham die Einführung der Wasserversorgung mit einem grossen Fest. Das ganze Dorf ist mit Fahnen geschmückt. Auf der Zugerstrasse ist eine Blechtafel, aus der folgende Buchstaben und Zahlen ausgestanzt sind: «18 H W 87». Cham ehrt damit Heinrich Wiss (1854–1935), den initiativen Aktuar des Gründerkomitees (später wird Kantonsrat und Ehrenbürger). Abends brennt erstmals die elektrische Beleuchtung.

1888 Die Feuerwehr kostet 2900 Franken.

1890 Der kantonale Feuerwehrtag findet in Cham statt, «unter grosser Betheiligung sowohl ab Seite der Feuerwehren als des Volkes».

1901 Rund 400 Feuerwehrmänner nehmen am kantonalen Feuerwehrtag in Cham teil.

1902 Das neue Spritzenhaus am Rigiplatz wird für die Feuerwehr erstellt.

1910 Nach einem niederschlagsreichen Frühjahr gibt es im Juni mit einsetzender Schneeschmelze im ganzen Kanton grosse Überschwemmungen. Im hünenbergischen Drälikon an der Reuss können die vereinigten Feuerwehren von Hünenberg und Cham Dammbrüche nur knapp und mit grosser Mühe verhindern. [5]

1912 Am 15. Juli gründen 28 anwesende Feuerwehrleute aus der Stadt Zug und den Gemeinden Baar, Cham, Hünenberg, Menzingen und Neuheim im Restaurant Bären den kantonalen Feuerwehrverband. [6]

1921 Die Feuerwehr Cham schafft sich als erstes Korps im Kanton Zug eine Motorspritze mit Autokupplung an. Sie besitzt einen Vier-Zylinder-Motor und eine Anhängerkupplung und kostet mit weiteren Gerätschaften 17'500 Franken. Sie bringt eine Leistung von bis 1600 Litern pro Minute, so dass sie sechs Handspritzen ersetzt. [7]

1944 Eine Motorspritze vom Typ Brun wird angeschafft.

1951 Die Motorspritze System Schenk bringt die Chamer Feuerwehr auf den neusten Stand und verbessert ihre Leistungsfähigkeit. [8]

1964 Für den Atemschutz, das Pionier- und Löschdienstmaterial werden zwei neue Fahrzeuge beschafft: Ein Landrover, der bis 1987 im Einsatz steht, und ein VW-Bus mit Leiter, der bis 1985 durch die Strasse kurvt.

1971 Die Gemeindeversammlung vom 2. Juni bewilligt einstimmig den Bruttokredit von 87'000 Franken für den Kauf des Tanklöschfahrzeuges «International» (TLF). Bis anhin wurden Pferde und später Fahrzeuge von Gewerbebetrieben beziehungsweise eigene Pikettfahrzeuge benötigt, um die Motorspritze zum Einsatzort zu bringen. Das Fahrzeug ist mit einem 1200 Liter fassenden Wassertank, einer Druckverstärkerpumpe mit einer Leistung von 2800 Liter in der Minute und einem Schnellangriff mit 50 Metern Schlauch ausgerüstet und steht ab 1972 im Einsatz. [9]

1977 Die Chemie- und Strahlenwehr wird als eigene Abteilung in die Feuerwehr integriert.

1983–1987 An der Gemeindeversammlung vom 25. April wird entschieden, an der Sinserstrasse ein Stück Land für ein neues Feuerwehr-, Werkhof- und Zivilschutzgebäude zu kaufen. Eineinhalb später genehmigt die Gemeindeversammlung am 29. Oktober 1984 den Baukredit über 9.09 Millionen Franken. Nach kurzer Bauzeit wird das Gebäude am 24. Januar 1987 in Betrieb genommen. Die offizielle Schlüsselübergabe findet am 23. Mai statt. [10]

1989 An der Gemeindeversammlung vom 26. Juni werden 287'000 Franken ein neues Tanklöschfahrzeug bewilligt. Das siebzehn Jahre alte Fahrzeug von 1972 wird ersetzt. Das neue Fahrzeug trägt eine METZ-Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 2800 Litern pro Minute. Ab dem Frühjahr 1991 ist das neue Tanklöschfahrzeug im Einsatz. [11]

1996 Die Fahrzeugflotte der Feuerwehr Cham wird gleich auf drei Positionen erneuert: Ein Atemschutzfahrzeug, ein Mannschaftstransport- und Zugfahrzeug («Sprinter») für 13 Personen plus Fahrer sowie ein Pikett- und Vorausfahrzeug stehen neu zur Verfügung.

2006 Nach 16 Jahren muss das alte Tanklöschfahrzeug ersetzt werden. An der Gemeindeversammlung vom 10. April genehmigen die Stimmberechtigten einen Kredit über 0.47 Millionen Franken für die Beschaffung eines neuen Tankfahrzeuges für drei Personen und 3000 Litern Löschwasser. [12]


Weblink

http://www.fw-cham.ch


Die Kommandanten der Feuerwehr Cham

Baumgartner Moritz 1863–1873        Johann Meier 1912–1919         Ernst Gärtner 1991–1994
Josef Grob 1874–1880 Alois Zehnder 1919–1922 Paul Gisler 1995–1998
Josef Villiger 1880–1882 Josef Werder 1923–1944 Markus Andermatt 1999–2008
Alois Zehnder 1882–1885 Paul Muggli 1945–1947 Roland Scherer 2009–2013
Heinrich Wyss 1885 Albert Lichtensteiger 1948–1954 Urs Baggenstos 2014–
Karl Josef Ritter 1886–1891 August Rempfler 1955–1956
Albert Iten 1892–1897 Josef Staub 1957–1962
Damian Staub 1898–1903 Willy Haas 1963–1969
Jakob Rast 1903–1907 Hans Scherer 1970–1977
Alois Zehnder 1908–1911 Franz Abt 1978–1990


Das Kommando der Feuerwehr Cham 2016

  • Urs Baggenstos, Kommandant
  • Erich Abt, Vize-Kommandant
  • Felix Hegner, Vize-Kommandant
  • Simon Meisser, Materialverwalter
  • Franz Trottmann, Quartiermeister


Einzelnachweise

  1. Bürgerarchiv Zug, A 39.26.34, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1780–1787, S. 13, 60, 63f.
  2. Trinkler, Othmar, 100 Jahre Feuerwehrverband des Kantons Zug, Zug 2012, S. 7
  3. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 109f.
  4. Steiner, Hermann et al., Wasser und Feuer. 100 Jahre Feuerwehr Cham 1888–1988, Cham 1988, S. 49f.
  5. Zuger Neujahrsblatt, Chronik 14.06.1910
  6. Trinkler, Othmar, 100 Jahre Feuerwehrverband des Kantons Zug, Zug 2012, S. 8
  7. Steiner, Hermann et al., Wasser und Feuer. 100 Jahre Feuerwehr Cham 1888–1988, Cham 1988, S. 44
  8. Steiner, Hermann et al., Wasser und Feuer. 100 Jahre Feuerwehr Cham 1888–1988, Cham 1988, S. 45
  9. www.cham.ch, Geschichte [Stand: 07.07.2018]
  10. www.cham.ch, Geschichte [Stand: 14.12.2018]
  11. www.cham.ch, Geschichte [Stand: 07.07.2018]
  12. www.cham.ch, Geschichte [Stand: 07.07.2018]