Verkehrsführung

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Das Strassennetz in Cham hat sich im Verlauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte verändert. Entscheidend dafür waren natürliche Begebenheiten, aber auch städtebauliche Überlegungen und die zunehmende Mobilität.


Chronologie

1491 Bei der Festlegung von Verkehrswegen geht es jeweils auch um wirtschaftliche Interessen. Ein eidgenössisches Schiedsgericht legt fest, dass Handelsweg von Zürich nach Luzern zwingend durch die Stadt Zug führen muss und nicht direkt von Baar nach Cham führen darf. Bei der letzteren Route würden Sust und Zoll der Stadt Zug umgangen, was nicht zu dulden sei. [1]

Gygerkarte, 1667, Ausschnitt

1667 Auf der Strichversion der Karte des Zürcher Kartografen Hans Konrad Gyger (1599–1674) [2] zeigen sich die früheren Strassenverbindungen von und nach Cham.

  • Die Strasse von und nach Zug verläuft durch das Sumpfgebiet am See.
  • Westlich des Schlosses St. Andreas führt die Strasse direkt auf die alte Bärenbrücke zu.
  • Vor der Brücke kommt die Strasse aus Zug mit der Strasse aus Steinhausen zusammen. Diese kommt auf zwei Strängen vom Gebiet Blegi, respektive vom Hof Stumpen, vereinigt sich beim Hof Birch und kommt dann zur Bärenbrücke.
  • Die Strasse nach Luzern zieht sich von der alten Bärenbrücke zunächst steil den Hang hinauf und zieht via Schulhausstrasse zum Rigiplatz (ehemals Dingstatt) und zum Rabenplatz, bis sie dann in Richtung Luzern weitergeht.
  • Die Strasse nach Sins geht via Rigiplatz über die Rigistrasse.
Historische Karte, ca. 1820, Ausschnitt

um 1820 Auf dem historischen Plan von ca. 1820 ist es gut zu sehen: Die damalige Verkehrsführung durch Cham unterscheidet sich weiterhin deutlich von der heutigen.

  • Die Strasse von und nach Zug verläuft vom Eingang des Schloss St. Andreas durch das Sumpfgebiet. Bei einem Wegkreuz auf der Höhe «Schlüssel» führt die Strasse quer durch das Gelände der späteren «Anglo-Swiss Condensed Milk Company» auf die alte Bärenbrücke zu.
  • Die Strasse nach Luzern zieht sich von der alten Bärenbrücke zunächst steil den Hang hinauf und schlängelt sich dann via Schulhausstrasse zum Rigiplatz (ehemals Dingstatt) gegen Westen.
  • Die Strasse nach Sins geht von der alten Bärenbrücke in Richtung Nordwesten.

1822 Beilegung des Streites am 24. April zwischen der Gemeinde Cham und der Stadt Zug um den Strassen- und Brückenunterhalt. Dank freundeidgenössischer Vermittlung kommt ein Kompromiss zustande: Zug ist zuständig für Brücke im Sumpf, Cham für die Strasse bis zum Städtlerrain und für die Lorzenbrücke beim «Bären». [3]

Anselmierkarte, 1845, Ausschnitt

1845 Auf der Karte von Claude Marie Jules Anselmier (1815–1895) von 1845 ist ein interessanter Zwischenstand erkennbar:

  • Die neue Zugerstrasse durchsticht das Städtli-Quartier schnurgerade.
  • Kurz vor der Lorze schwenkt die Strasse ab in die heutige Schmiedstrasse und zur alten Bärenbrücke.
  • Jenseits der Lorze, im Kirchbüel-Quartier, zieht die Strasse die Gerade der Brücke weiter in Richtung Westen.
  • Kleinere Strassen biegen nach Norden (Obermühlestrasse) und nach Süden (Verbindung zur Pfarrkirche St. Jakob) ab.
  • Die Hauptstrasse geht über die Schulhausstrasse und den Rigiplatz (Dingstatt), von wo die Rigistrasse gegen Nordosten und ab dem Rabenplatz die Luzernerstrasse in Richtung Südwesten zieht.
Siegfriedkarte, 1887, Ausschnitt

1887 Auf der Karte von Hermann Siegfried (1819–1879) von 1887 [4] ist die noch heute gültige Strassenführung zu erkennen:

  • Die Zugerstrasse durchquert das Quartier Städtli.
  • Vor der Bärenbrücke dreht die 1846 erbaute Knonauerstrasse in Richtung Norden ab.
  • Nach der Bärenbrücke biegt zuerst die kleine Obermühlestrasse, dann die Sinserstrasse beim Bärenplatz Richtung Norden.
  • Ebenfalls beim Bärenplatz gehen die Schulhausstrasse zum Rigiplatz sowie die Luzernerstrasse zum Rabenplatz ab.
Einweihung des Kreisels am Bärenplatz, 26.10.1990: Gemeindepräsident Karl Bienz, Rita und Angelo Reggiori, Gemeinderat Adolf Durrer, Bauchef (von links)

1990 Die neue Bärenbrücke wird dem Verkehr übergeben. Am Bärenplatz entsteht ein Verkehrskreisel, der den «Verkehrsfluss in Cham seither positiv beeinflusst». [5] Auf dem Kreisel wird eine amerikanische Sumpfeiche gepflanzt, ein Geschenk der Chamer Baufirma Reggiori. Diese Eichenart soll besonders abgasresistent sein. [6]


Anekdote

Hedy Nussbaumer (*1925), erzählt von der Verkehrs- und Parkplatzsituation aus den 1950er- bis 1970er-Jahren.


Einzelnachweise

  1. Morosoli, Renato, Cham, http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D788.php [Stand: 10.05.2016]
  2. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 429
  3. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 429
  4. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 430
  5. Staatsarchiv Zug, KR Vorlage Nr. 469.1, Laufnummer 9276, 08.07.1997
  6. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 365