Luzernerstrasse 14 «Kreuz»

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Kirchenplatz und Quartier Kirchbüel mit der Liegenschaft Luzernerstrasse 14
Das Restaurant Kreuz nach der Auffrischung im Jahr 2010

Die Liegenschaft entstand 1883 mit den östlich gelegenen Nachbarhäusern. Seit 1929 ist darin das Restaurant Kreuz untergebracht.


Chronologie

1883 Das dreigeschossige Haus an der damaligen Ecke Luzernerstrasse/ Rigistrasse entsteht. Bauherr ist Johann Rast (1854–1915). [1] Gleichzeitig entstehen die benachbarten Häuser Luzernerstrasse 12 und Luzernerstrasse 10. Zu dritt bilden sie eine homogene Häuserzeile entlang der neuen Hauptstrasse.

1884 Die Geschwister Rast übernehmen die Liegenschaft. [2]

1885 Ein Jahr später ist Marie Rast als Alleineigentümerin verzeichnet. [3] Die Liegenschaft nebenan, die Luzernerstrasse 12, geht an Rosa Rast-Küng. Damit haben die Rast’ gleich zwei Liegenschaften direkt nebeneinander.

vor 1896 Uhrmacher Karl Römer (1868–1922) arbeitet im Parterre des «Kreuz», bis er 1896 das Backsteinhaus auf der Rabenmatt erstellt und umzieht. [4]

1929 Das Gebäude am Strasseneck geht an die neu gegründete Genossenschaft Gasthaus zum Kreuz. [5]

1930/38 Die Genossenschaft baut aus. Sie erstellt in zwei Etappen den Anbau für den Theatersaal an der Rigistrasse. Architekt ist Karl Becker aus Hochdorf. Gleichzeitig wird die heutige Gestaltung des Erdgeschosses in Kunststein ausgeführt. [6] Den hinteren Anbau des Saals nutzen Organisationen, die der katholischen Kirche nahestehen: Gesellenverein (heute Kolping), Jungmannschaft, Jungfrauenkongregation, Jungwacht und Blauring. Damit ist der Anbau des «Kreuz» eine Art Vorgänger des Pfarreiheims. [7]

1959 Das «Kreuz» erfährt einen grösseren Umbau. Das Projekt stammt vom Chamer Architekten Otto von Rotz (1914–2009), der auch gleich die Bauleitung besorgt. Ein Kuriosum ist die Platzierung von alten Eichenbalken von 1642 zwischen den Räumen als Sturz und Pfosten; diese stammen vom alten Glockenstuhl der Pfarrkirche St. Jakob. [8]

1982 Die «Kreuz»-Genossenschaft vermietet Räumlichkeiten der Einwohnergemeinde Cham, die darin ihren ersten Jugendtreffpunkt einrichtet. [9]

1990 Der Chamer Rechtsanwalt Rudolf Kleiner übernimmt den Vorsitz der Genossenschaft; sein Vorgänger war Pfarrer Josef Muff (1905–1994).

1994 Umbau des Gebäudes und Auffrischung der Säle. Die Wirtsstube und die beiden Sälen bieten Platz für insgesamt 250 Plätze. [10]

2005 Die Einwohnergemeinde Cham verlegt den Jugendtreffpunkt vom «Kreuz» in die Furrenmatt nach Lindencham. In diesen Teil des «Kreuz» werden vier Kleinwohnungen eingebaut. [11]

2010 Das «Kreuz» wird innen und aussen einer Auffrischung unterzogen. Die Stühle werden ausgewechselt, erfrischende Bilder dekorieren die Wände, der Speisesaal strömt wohnliche Atmosphäre aus. [12]


Kunsthistorische Beschreibung

«Dreigeschossiges Eckhaus an der Einmündung zur Rigistrasse, durch die abgeschrägte Ecke mit ursprünglich zwei Balkonen die Platzsituation aufgreifend, ähnlich wie das «Burrihaus». Anbau eines Theatersaals an der Rigistrasse in zwei Etappen 1930/38 durch Architekt Karl Becker, Hochdorf, wohl gleichzeitig die heutige Gestaltung des Erdgeschosses in Kunststein. Sprechendes Wirtshausschild: Goldenes, gleichschenkliges Kreuz an geschweiftem Ausleger, Ende 19. Jh.» [13]


Die Bibliothek für die katholischen Schülerinnen und Schüler

Ebenfalls im Anbau des «Kreuz» befand sich eine katholisch geprägte Schulbibliothek. Geleitet wurde diese von Bertha Grob, der Schwester von Joseph Grob (*1923), Pfarrer von Risch. [14]


Dokumente

Kaufvertrag von 1929

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Kaufvertrag von 12. Dezember 1929 zwischen Marie Rast und der Genossenschaft zum Gasthaus Kreuz: Frau Rast verkauft die Liegenschaft zum Preis von 115'000 Franken.


Bildergalerie


Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Ass. 243a
  2. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Ass. 243a
  3. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Ass. 243a
  4. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 116
  5. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch III, Ass. 243a
  6. Grünenfelder, Josef, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe Band II, Bern 2006, S. 127
  7. Freundliche Mitteilung von Josef Huwiler, Cham, 28.12.2016
  8. Zugersee-Zeitung, 20.11.1959
  9. Freundliche Mitteilung von Josef Huwiler, Cham, 28.12.2016
  10. Freundliche Mitteilung von Markus Stoller, 20.12.2016
  11. Freundliche Mitteilung von Josef Huwiler, Cham, 28.12.2016
  12. Neue Zuger Zeitung, 07.10.2010
  13. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 127
  14. Freundliche Mitteilung von Josef Huwiler, Cham, 28.12.2016