Luzernerstrasse 12 «Haus Rast/Cabernard»

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Luzernerstrasse 12 «Haus RastLuzernerstrasse 12 «Haus Rast/Cabernard»

Die Liegenschaft Luzernerstrasse 12 entstand gleichzeitig mit den beiden Nachbarhäusern, wodurch eine einheitliche Bebauung möglich wurde. Im Volksmund bekam das Gebäude den Namen «Rast-Huus», weil die Familie Rast 67 Jahre darin wohnte und ihren «Specerei»-Laden führte. Danach beherbergte das Haus während 46 Jahren die Bäckerei und die Wohnung der Familie Cabernard.

Die «Handlung Seb. Rast»
Das stattliche Haus mit dem Ladengeschoss
Das Haus in den 1990er-Jahren


Chronologie

1883 Schreiner Felix Portmann erstellt einen Neubau an der Luzernerstrasse 12. [1] Das Haus entsteht gleichzeitig wie die Häuser Luzernerstrasse 10 und Luzernerstrasse 14 (Gasthaus Kreuz). Die drei Liegenschaften grenzen direkt an die (relativ neue) Luzernerstrasse und bilden mit ihrer ähnlichen Gestaltung und ihren vergleichbaren Volumina eine neuartige Einheitlichkeit. Obwohl eindeutig Solitärbauten, bilden sie miteinander ein Ensemble, das der Häuserzeile gestalterische Kraft und dadurch eine elegante Repräsentativität verleiht.

1885 Felix Portmann geht konkurs, das Haus geht vorübergehend an Jungfrau Maria Isenegger, dann umgehend an Rosa Rast-Küng. [2]

1895 Sebastian Rast fungiert als Eigentümer der Liegenschaft. Die Familie Rast betreibt im Haus ihren «Specerei»-Laden. [3]

1925 Die Liegenschaft gehört den Erben der Geschwister Rast.

1952 Der letzte Besitzer der Familie Rast, Alderich, verkauft das Haus an Anton Cabernard-Schnyder, einen Bäcker und Conditor aus dem Kanton Graubünden, der zuvor bei der Chamer Bäckerei am Kirchenplatz gearbeitet hat und sich nun selbstständig machen will. Cabernard-Schnyder baut eine Backstube ein.

1954 Eröffnung der neuen Bäckerei und Conditorei Cabernard am 30. Oktober. Im gleichen Haus befindet sich auch das «Wollenstübli» von Ida Villiger. Spezialitäten der Bäckerei sind Schwarzwäldertorten mit hartem Biscuitboden sowie Berliner. [4]

1978 Die Bäckerei schliesst. Nacheinander wirken ein Surfshop und ein Reisebüro in den Geschäftsräumlichkeiten im Erdgeschoss.

1998 Abbruch des Hauses.


Das Sortiment von Anton Cabernard

Die Bäckerei-Conditorei Cabernard wirbt 1954 mit: «Prompte Hauslieferung – Täglich frische Patisserie». Das Sortiment umfasst: Kirsch-Kugeln, Schlossberg-Kugeln, Capri-Rollen, Vacherin, Vermicelles, Charlotte russe, Schwarzwälder-Torten, Kirsch-Torten, Mandel-Torten, Pralinées Eigenfabrikat, Konfekt, echtes Bündner Birnenbrot. [5]


Bildergalerie

Der Abbruch des «Cabernard-Hauses» im April 1996


Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Cham, Ass.-Nr. 241a
  2. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Cham, Ass.-Nr. 241a
  3. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Cham, Ass.-Nr. 241a
  4. Zugersee-Zeitung, 29.10.1954
  5. Zugersee-Zeitung, 10.12.1954