Kreuz

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Das Restaurant Kreuz nach der Renovation, 2010

1929 erwirbt die Genossenschaft zum Kreuz die 1883 erbaute Liegenschaft an der Luzernerstrasse 14. Sie verpachtet die Liegenschaft als Restaurant, welches bis 2013 «Kreuz» heisst und seitdem Landhaus Steiereck.


Chronologie

1883 Die Liegenschaft an der Luzernerstrasse 14 wird erbaut. [1]

1895 Johann Rast (*1854) aus Cham reicht das Gesuch für ein Wirtepatent im Kreuz ein. [2]

1915 Witwe Christina Rast-Köpfli erbt den Betrieb und führt ihn neu. [3]

1920 Marie Rast (*1878), die ledige Tochter von Christina Rast-Köpfli, erbt das «Kreuz» von ihrer Mutter und übernimmt den Betrieb am 1. Januar. [4]

1929 Das Gebäude geht an die neu gegründete Genossenschaft Gasthaus zum Kreuz. [5]

1930/38 Die Genossenschaft baut aus. Sie erstellt in zwei Etappen den Anbau für den Theatersaal an der Rigistrasse. Architekt ist Karl Becker aus Hochdorf. Gleichzeitig wird die heutige Gestaltung des Erdgeschosses in Kunststein ausgeführt. [6] Den hinteren Anbau des Saals nutzen verschiedene Organisationen, die der katholischen Kirche nahestehen: Gesellenverein (heute Kolping), Jungmannschaft, Jungfrauenkongregation, Jungwacht und Blauring. Damit ist der Anbau des «Kreuz» eine Art Vorgänger des Pfarreiheims. [7]

1930 Meinrad Tschümperlin-Kälin (*1871) übernimmt den Betrieb des «Kreuz» von Marie Rast. Er führte zuvor ein Kurhaus in Quarten SG. [8]

1933 Richard Felber-Nietlispach (*1893) übernimmt mit seiner Frau Anna den Betrieb. [9] Er ist Pächter der Genossenschaft, die neu die Gaststätte betreibt. [10]

1938 Paul Stäuble wirkt als Barbier im Kreuz. [11] Das ist damals durchaus üblich, dass tagsüber in der Wirtsstube Haare geschnitten und Kinne rasiert werden.

1942 Die Kreuz-Genossenschaft unter Präsident Josef Knüsel und Aktuar Albert Enzler 1898–1949) revidiert ihre Statuten. Sie bezweckt «den Betrieb des Gasthauses zum Kreuz in Cham als Gasthaus und Vereinshaus auf gemeinnütziger Grundlage und ohne Gewinnabsichten für die Genossenschafter». [12]

1951 Der Coiffeursalon im Kreuz hat den Besitzer gewechselt: M. Henggeler hat den Betrieb von Paul Stäuble übernommen. [13]

1958 Die Felbers demissionieren. An deren Stelle übernimmt Xaver Fähndrich-Käppeli (1914–1982) den Betrieb. Er ist ein Bruder des bekannten Wirtes im Lothenbach und Küchenchef in Zürich. [14]

1959 Das Kreuz erfährt einen grösseren Umbau. Das Projekt stammt vom Chamer Architekten Otto von Rotz (1914–2009), der auch gleich die Bauleitung besorgt. Ein Kuriosum ist die Platzierung von alten Eichenbalken von 1642 zwischen den Räumen als Sturz und Pfosten; diese stammen vom alten Glockenstuhl der Pfarrkirche St. Jakob. [15]

1970 Annemarie Büchi-Wenaweser (*1943) von Schlossrued AG führt für kurze Zeit das «Kreuz». [16]

1971 Seppi Fuchs übernimmt das Kreuz von Xaver Fähndrich. Im Kreuzsaal führt er Ländlerstubete durch, die vielen Chomerinnen und Chomern in bester Erinnerung sind. [17]

1982 Marianne Schnider-Huber (*1954) von Sörenberg LU kommt nach Cham und übernimmt mit ihrem Mann Hans das «Kreuz». [18]

1985 Die neue Wirtin im «Kreuz» ist Brigitte Hartmann-Thürlemann von Meggen LU. [19]

1990 Der Chamer Rechtsanwalt Rudolf Kleiner übernimmt den Vorsitz der Genossenschaft; sein Vorgänger war Pfarrer Josef Muff (1905–1994).

1994 Umbau des Gebäudes und Auffrischung der Säle. Bernadette und Markus Stoller-Grepper übernehmen das Kreuz. In der Wirtsstube und den beiden Sälen haben sie insgesamt 250 Plätze für Gäste.

2010 Das «Kreuz» wird innen und aussen einer Auffrischung unterzogen. Die Stühle werden ausgewechselt, erfrischende Bilder dekorieren die Wände, der Speisesaal strömt wohnliche Atmosphäre aus.

2012 Nach 17 Jahren verlassen Bernadette und Markus Stoller-Grepper das Kreuz. Fredy Scheuber ist der neue Pächter. [20]

2014 Fredy Scheuber wirtet nur gut zwei Jahre in Cham. Mitte August errichten neue Pächter im Kreuz das «Landhaus Steirereck im Kreuz» ein. [21]

2019 Das Gasthaus ist im Inventar der schützenswerten Denkmäler der Gemeinde Cham aufgeführt. [22]


Der Wirtshausname «Kreuz»

Das Kreuz, schwzdt. Chrüz n. «Kreuz als Symbol des Leidens Christi, des Christentums überhaupt», ist auch im Kanton Zug als Wirtshausname recht beliebt. In Baar, Cham und Unterägeri ist der Wirtshausname seit dem 17. respektive 18. Jahrhundert überliefert, in der Stadt Zug seit dem 16. Jahrhundert. [23]


Kunsthistorische Beschreibung

«Dreigeschossiges Eckhaus an der Einmündung zur Rigistrasse, durch die abgeschrägte Ecke mit ursprünglich zwei Balkonen die Platzsituation aufgreifend, ähnlich wie das «Burrihaus». Anbau eines Theatersaals an der Rigistrasse in zwei Etappen 1930/38 durch Architekt Karl Becker, Hochdorf, wohl gleichzeitig die heutige Gestaltung des Erdgeschosses in Kunststein. Sprechendes Wirtshausschild: Goldenes, gleichschenkliges Kreuz an geschweiftem Ausleger, Ende 19. Jahrhundert»


Weblink

Homepage Landhaus Steiereck


Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe Band II, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 127
  2. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Kreuz, Gesuch vom 22.05.1895
  3. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Kreuz, Gesuch vom 09.08.1915
  4. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Kreuz, Gesuch vom 12.12.1919
  5. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch III, Cham, Ass.-Nr. 243a
  6. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe Band II, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 127
  7. Freundliche Mitteilung von Josef Huwiler, Cham, 28.12.2016
  8. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Kreuz, Gesuch vom 07.04.1930
  9. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Kreuz, Erneuerungsgesuch Wirtepatent vom 29.06.1949
  10. Zugersee-Zeitung, 07.02.1958
  11. Zugersee-Zeitung, 05.10.1951
  12. Statuten der Genossenschaft Gasthaus zum Kreuz in Cham, 1942
  13. Zugersee-Zeitung, 05.10.1951
  14. Zugersee-Zeitung, 07.02.1958
  15. Zugersee-Zeitung, 20.11.1959
  16. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Kreuz, Gesuch vom 20.08.1970
  17. Freundliche Mitteilung von Josef Huwiler, Cham, 28.12.2016
  18. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Kreuz, Gesuch vom 26.03.1982
  19. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Kreuz, Gesuch vom 24.02.1986
  20. Neue Zuger Zeitung, 14.02.2014
  21. Chomer Bär, offizielle Zeitschrift für Cham und Umgebung 180, 2014
  22. www.zg.ch, Amt für Denkmalpflege und Archäologie, Inventar der schützenswerten Denkmäler, Grundstücknummer 117 [Stand: 14.01.2019]
  23. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 1, S. 471f.