Gretener Mathias (1818–1898)

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mathias Gretener war ein Chamer Lehrer, Händler, Friedensrichter, Gemeinderat, Gemeindeschreiber und Kantonsrat der Freisinnigen.


Stationen

1818 Mathias Gretener kommt am 25. September zur Welt. Er ist das jüngste von 14 Kindern von Anna Maria und Alois Gretener-Grob. Seine Eltern führen den Bauernhof Spiess im Ortsteil Städtli. [1] Mathias’ Bruder Alois wird Vizegemeindepräsident, Oberrichter und Landrat, drei Schwestern treten in den geistlichen Stand ein (eine Schwester gründet ein Erziehungsinstitut im Kanton Freiburg, die zweite Schwester das Benediktinnerinnenkloster Maria Rickenbach in Niederrickenbach NW und die dritte Schwester steht dem Prämonstratenserinnenkloster Berg Sion in Gommiswald SG vor). Mathias besucht die private Lateinschule von Kaplan Franz Josef Hürlimann (1797–1868) in Cham, danach das Lehrerseminar in Ellwangen, Baden-Württemberg.

1834 Im Alter von 16 (!) Jahren übernimmt Gretener die Gesamtschule von Rumentikon im Hungeli. Eine Zeitlang betreibt er auch den «Sternen» in Rumentikon. [2]

1846 «Dem geweckten, lebhaften Manne behagt jedoch die dumpfe Schulstube auf die Dauer nicht. Die bewegte Zeit der Freischarenzüge und des Sonderbunds riss den für die freiheitlichen Ideen stetsfort begeisterten Mann in die Politik.» [3] Gretener stellt sich entschieden gegen die Bestrebungen des Sonderbunds und damit auf die Seite der Eidgenossen. Die Gemeinden Cham und Hünenberg stehen eher auf der liberalen Seite und stellen sich damit gegen den konservativen Sonderbund und den Rest des Kantons.

1847 Nach dem Ende des Sonderbunds bekommt Gretener das Amt des Weibels. Zudem übernimmt Gretener auch noch «ein ausgedehntes Tuch- und Spezereigeschäft, das er noch bedeutend vergrösserte». [4] Später handelt er auch noch mit Dünger. [5]

1848 Die neue Zuger Verfassung schafft die Voraussetzung für gemeindlich wirkende Friedensrichter. Mathias Gretener übernimmt als Erster dieses Amt: «Sein Geschick, die streitenden Partien zu einem Vergleich zu bringen und zu versöhnen, wurde auch ausser der Gemeinde Cham gewürdigt, denn wenn irgend in einer Thalgemeinde ein Friedensrichter in seiner Gemeinde nicht selbst funktionieren konnte, so wurde die Angelegenheit dem Friedensrichter Gretener von Cham zum Auftrage zugewiesen.» [6]

1850 Gretener wird Gemeindeschreiber von Cham (bis 1860). [7] Im gleichen Jahr kommt sein Sohn Adolf (1850–1924) zur Welt, der es zum Generaldirektor der Anglo-Swiss Condensed Milk Company und zum Obergerichtspräsidenten bringt. [8]

1861 Der Chamer Gemeinderat bestellt eine neue Schulkommission und entsendet ihren Gemeinderat Gretener dorthin. [9]

1862 Die Chamer wählen Mathias Gretener in den Kantonsrat (bis 1871). [10]

1898 Einwohnergemeinde ehrt Mathias Gretener am 3. April für sein 50-jähriges Amtsjubiläum als Friedensrichter. [11] Der Geehrte stirbt am 7. Oktober im Alter von 80 Jahren. [12]


Privates

Mathias Gretener wird in den Akten stets «Friedensrichter Gretener» genannt, was aufgrund seiner langen Amtsdauer nicht erstaunt. Zudem war Gretener Jäger und Schütze, Aktivmitglied der Musikgesellschaft Cham-Hünenberg und spielte gerne Schach.


Einzelnachweise

  1. Zuger Volksblatt, 11.10.1898
  2. Zuger Nachrichten, 11.10.1898
  3. Zuger Volksblatt, 11.10.1898
  4. Zuger Volksblatt, 11.10.1898
  5. Zuger Nachrichten, 11.10.1898
  6. Zuger Volksblatt, 11.10.1898
  7. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 309
  8. Zuger Volksblatt, 29.01.1924
  9. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 190
  10. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.05.2018]
  11. Zuger Volksblatt, 11.10.1898
  12. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.05.2018]