Vetter-Mark Hans (1924–2004)

Aus Chamapedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Portrait von Vetter-Mark Hans (1924–2004)
Portrait von Hans Vetter-Mark (1924–2004)

Vorname: Hans
Nachname: Vetter-Mark
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 23. März 1924
Geburt­sort: Mühlau AG
Todes­datum: 27. Februar 2004
Todes­ort: Zug ZG
Beruf: Metzger, Wirt

Der Wirtesohn Hans Vetter erlernt zuerst den Metzgerberuf und übernimmt später zusammen mit seiner Frau Margrit das Restaurant Neudorf.



Familienfoto der Eltern Sophie (1891–1948) und Franz Vetter-Bucher (1892–1948) bei ihrer Ankunft in Cham. 1. Reihe v.l.n.r.: Sophie Vetter-Bucher, Anna Vetter, Franz Vetter. 2. Reihe: Josef Vetter, Margrit Vetter, Hans Vetter, undatiert (ca. 1938)
Musikalische Familie: Margrit Vetter am Klavier, rechts daneben mit der Handorgel Albert Meier, übrige unbekannt
Hans Vetter als Lehrling mit Metzgerschürze, undatiert (um 1940)
Die Stellungspflichtigen scheinen trotz der Kriegsjahre guten Mutes zu sein: Sie sehen sich als «Freunde junger Mädchen», wie das Plakat im Untertitel heisst. 6. Person von links in der 2. Reihe, mit Krawatte, Hans Vetter, 1942
Die Brautleute Margrit Mark (1926–2014) und Hans Vetter-Mark, 14.05.1949
Übung der Feuerwehr Cham bei Kloster Heiligkreuz: von links: unbekannt, Hans Vetter, Vinzenz Marti-Weingand (1922-1990), Heiri Schmid, undatiert (Anfang der 1950er Jahre)
Das Wirtepaar Margrit und Hans Vetter im Restaurant Neudorf; in der Mitte Lorenz Caminada vor einem reichhaltigen Buffet, undatiert (Anfang der 1960er Jahre)


Stationen

1924 Hans Vetter kommt am 23. März in Mühlau AG als drittes Kind von Sophie (1891–1948) und Franz Vetter-Bucher (1892–1948) auf die Welt. [1]

1930 Hans Vetter wächst mit seinen Eltern, seinem Bruder Josef (1918–1995) und den zwei Schwestern Margrit (1921–2012) und Anna (1930–1948) auf. Durch die vielen Umzüge seiner Eltern verbringt er seine Kinder- und Jugendjahre in Obfelden ZH, Mühlau AG, Fenkrieden AG sowie in Ebikon LU und Kriens LU. [2]

1938 Familie Vetter-Bucher zieht nach Cham, wo die Eltern das Restaurant Seefeld an der Zugerstrasse 28 in Pacht übernehmen. [3]

1940 Hans Vetter beginnt eine dreijährige Lehre als Metzger bei Albert Hörler (1901–1985) in der Metzgerei-Charcuterie Hörler in Cham. [4]

1942 Der militärische Stellungstag für die Chamer Burschen mit Jahrgang 1924 findet ein Jahr früher als üblich statt – wegen der militärischen Bedrohungslage mitten im Zweiten Weltkrieg. Auch Hans Vetter nimmt daran teil. [5]

1947 Nach Lehr- und Wanderjahren kehrt Hans im November in seinen früheren Lehrbetrieb, in die Metzgerei-Chacuterie Hörler als Metzger nach Cham zurück. Er ist gestalterisch talentiert und formt mit Rinderfett verschiedene Skulpturen, die im Schaufenster der Metzgerei Hörler ausgestellt werden. [6]

Skulpturen aus Rinderfett von Hans Vetter

1948 Beim Unglück vom 27. Februar infolge einer gebrochenen Gasleitung sterben die Eltern von Hans, Franz und Sophie Vetter-Bucher, sowie seine 18-jährige Schwester Anna, an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. [7]

1949 Hans Vetter heiratet am 14. Mai Margrit Mark (1926–2014) aus Zug. Hans hat Margrit in der Metzgerei Aklin in Zug kennengelernt, als beide dort tätig waren – Margrit Mark als gelernte Verkäuferin im Laden, Hans als Metzger im Schlachthaus. Margrit ist die starke und unentbehrliche Frau an Hans’ Seite, vor allem auch nach dem Schicksalsschlag mit dem Unfalltod seiner Eltern und seiner Schwester. Der Unfall beschäftigt Hans sein Leben lang. [8] Im Jahr der Hochzeit tritt Hans Vetter der Feuerwehr Cham bei. Er steht bei verschiedenen Bränden im Einsatz. [9]

1951 Hans und Margrit Vetter freuen sich über die Geburt ihrer Tochter Annegret. [10]

1954 Das zweite Kind von Hans und Margrit, Sohn Hans-Peter, kommt auf die Welt. [11]

1957 Das Ehepaar Vetter-Mark entschliesst sich, das Restaurant Neudorf in Cham als Pächter zu übernehmen und sich als Wirtsleute zu betätigen. Margrit absolviert den Wirtekurs, um das Wirtepatent zu erlangen, und Hans engagiert sich in der Küche als Koch. Das Restaurant Neudorf ist im Besitz der Theatergesellschaft Cham. Die Patenterteilung an die Wirtsleute ist jedoch gefährdet, da das Haus baulich in einem schlechten Zustand ist und es Beanstandungen des Kantonschemikers und der Feuerpolizei gibt. Nach regierungsrätlichen Ermahnungen an die Theatergesellschaft werden die nötigen Umbauten durch die Theatergesellschaft doch noch durchgeführt, und der Übernahme durch die Familie Vetter-Mark steht nichts mehr im Weg. [12]

1957 Zum «Neudorf» gehören nebst dem Kinosaal auch ein grosser Saal, in welchem zahlreiche Vereinsanlässe und Veranstaltungen stattfinden: vom Turnerchränzli über Fasnachtsanlässe bis zu Konzerten. Bei solchen Grossanlässen mit bis zu 300 Personen können die Wirtsleute Vetter auf die temporäre Unterstützung von Koch Lorenz Caminada (1925–2018) zählen. Dieser ist hauptberuflich als Koch in der Betriebskantine der Landis & Gyr angestellt. [13]

1961 Die Fasnacht in Cham findet aber nicht nur im «Neudorf»-Saal statt, sondern auch auf der Strasse. Hans Vetter gehört zu den Mitbegründern der Kinderfasnacht Cham (Hirselarius-Fasnacht), die mit Umzügen und dekorierten Wagen von sich reden macht. Der erste Kinderfasnachtsumzug findet 1961 statt. Nach dem Umzug gibt es ein Fasnachtsspiel mit Prinz Hirselarius. Auch eine sogenannte Kinderbescherung findet statt; die Kinder bekommen Wienerli und Mutschli. Am Ende der Fasnacht wird der «Strägg» auf dem Schulhausplatz verbrannt. [14]

1967 Die Familie Vetter-Mark, inzwischen um drei weitere Töchter angewachsen (geboren 1959, 1961 und 1964), entschliesst sich, die Pacht des Restaurants Neudorf aufzugeben. Das Wirten im Restaurant Neudorf mit seinen verwinkelten, schwer heizbaren Räumen, einer schlecht eingerichteten Küche und bescheidenen sanitären Einrichtungen ist anstrengend, das Gebäude ist baulich in schlechtem Zustand. Die Familie entscheidet sich, von Cham wegzuziehen, und sie machen sich auf die Suche nach einem Restaurant, das sie als Pächter übernehmen können. Nach einem halben Jahr werden sie in Walchwil fündig: Sie übernehmen das Restaurant Bahnhof. [15]

1968 In Walchwil wirten die Vetters sehr erfolgreich. Hans Vetter erhält für seine ausgezeichnete Fischküche die Auszeichnung «Goldener Fisch». Zudem wird sein Können an der Internationalen Kochkunstausstellung in Stuttgart mit einer Goldmedaille bewertet. [16]

1973 Doch nach fünf Jahren steht für die Familie erneut ein Wechsel an. Die Eheleute Vetter können den Pachtvertrag nicht mehr verlängern. Sowohl Margrit als auch Hans Vetter kehren deshalb in ihre angestammten Berufe zurück. Margrit Vetter führt als Verkäuferin in Walchwil ihren eigenen Allerweltsladen, Hans Vetter erteilt an der industriell-beruflichen Gewerbeschule in Zug den Metzgern Fachunterricht und betätigt sich als Prüfungsexperte. Darüber hinaus übernimmt er im Nebenamt die Fleischverteilung der sogenannten Viehbörse im Kanton Zug. [17]

1988 Hans Vetter geht in Pension. Margrit und Hans Vetter-Mark leben weiterhin in Walchwil. [18]

1998 Margrit und Hans Vetter-Mark ziehen nach Oberwil, weil ihnen das Dorf Walchwil am Hang zu beschwerlich wird. Sie bleiben in Oberwil bis zu ihrem Tod. [19]

2004 Hans Vetter stirbt am 27. Februar in Oberwil bei Zug, rund einen Monat vor seinem 80. Geburtstag und auf den Tag genau 56 Jahre nach dem tragischen Unfalltod seiner Eltern und seiner Schwester im Restaurant Seefeld. Seine Frau Margrit Vetter-Mark überlebt ihren Gatten um zehn Jahre. [20]


Fasnacht im Neudorf

Im Restaurant Neudorf finden Anfang der 1960er Jahre mehrere Fasnachtsbälle statt, die unter einem bestimmten Motto stehen. Der «Neudorf»-Saal ist immer reich dekoriert. Hans Vetter kann einmal eine bereits gebrauchte Fasnachtsdekoration übernehmen und die riesigen Papierrollen im solothurnischen Deitingen abholen. Und natürlich spielt während des Fasnachtsballes Live-Musik, u.a. die Chamer Band «Ramona». Dort spielen mit: Albert Meier (Schulhausabwart), Handorgel; [Vorname] Ineichen, Saxophon und Klarinette; Walter Hochreutener, Schlagzeug; Oskar (Oski) Schärer, Kontrabass. Und übrigens: Weil bei einem Fasnachtsumzug einmal die Pferde durchgingen, wurden später die Wagen nur noch mit Traktoren gezogen. [21]

Hans Vetter an der «Hirselarius-Fasnacht»

Hans Vetter war ein begeisterter Fasnächtler und ein aktives Mitglied der Hirselarius-Fasnacht.


Die Familie Vetter wirtet in Walchwil


Einzelnachweise

  1. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  2. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  3. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  4. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  5. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  6. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  7. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  8. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  9. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  10. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  11. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  12. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen Cham Neudorf
  13. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  14. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  15. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  16. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  17. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  18. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  19. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  20. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022
  21. Freundliche Mitteilung von Elisabeth Vetter, Goldau, 04.01.2022