Sinserstrasse Übersicht

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Die Sinserstrasse verbindet Cham mit dem Freiamt. Sie beginnt beim Bärenplatz und führt in nordwestlicher Richtung nach Lindencham, Hagendorn und schliesslich bis zur Sinserbrücke über die Reuss. 1846 bekam die Strasse ihre heutige Linienführung und erhielt den Status einer Kantonsstrasse. Heute ist sie eine intensiv genutzte Kantonsstrasse mit über 10'000 Fahrzeugen pro Tag.


Chronologie

Bärenplatz mit Sinserstrasse (Postkartenstempel vom 17.11.1918)

1846 Die Sinserstrasse wird zur Kantonsstrasse ausgebaut. Der Weiler Lindencham wird neu auf der Westseite umfahren. [1]

1870er und 1880er Jahre Erstmalige Bebauung der Bauparzellen auf beiden Seiten der Sinserstrasse, die «durch ursprünglich verschindelte, dreigeschossige Häuser von zumeist drei auf zwei Fensterachsen mit strassenseitigen Quergiebeln charakterisiert» sind. [2]

1911 Der Kantonsrat beschliesst ein Sonntagsfahrverbot; trotz eines Antrags auf Wiedererwägung hält der Rat daran fest und erweitert es sogar dahingehend, dass der Einwohnerrat das Verbot nach Belieben auf die Gemeindewege und die Werktage ausdehnen kann. [3]

Sinserstrasse mit der Garage Imholz: Im März 1987 beträgt der Benzinpreis 95 Rappen und der Dieselpreis 89 Rappen

1915 Mitten im Ersten Weltkrieg erhalten die Chamer Protestanten am 21. November eine eigene Kirche an der Sinserstrasse.

1937 «Korrektion» der Sinserstrasse: Die Strasse befindet sich «längere Zeit in unbefriedigendem Zustand. Neben der Staubplage sind es die ungenügenden Kanalisationsverhältnisse, die den Ausbau dieser Strasse wünschenswert erscheinen lassen. Der schon mehrmals in Betracht gezogene Ausbau soll nun zwecks Beschaffung von Arbeitsgelegenheit in der Gemeinde Cham ausgeführt werden. Dem grossen Dorf Cham fehlt es heute an Baustellen, auf denen ungelernte Arbeiter beschäftigt werden können. Da der Umbau auch einen bedeutenden Teil Kanalisationsarbeiten in sich schliesst, ist der prozentuale Anteil der Arbeitslöhne an der Gesamtsumme relativ hoch.» [4]

1970 Bei der Verkehrszählung kommt man auf 468 Fahrzeuge in der Abendspitze, was ein Tagesaufkommen von rund 4680 Fahrzeugen ergibt.

1972 520 Fahrzeuge in der Abendspitze, was sich pro Tag auf rund 5200 Fahrzeuge summiert.

1975 495 Fahrzeuge werden in der Abendspitze gezählt [5], was ein Tagesaufkommen von rund 4950 Fahrzeugen ergibt.

2011–2013 Zwischen der Einmündung der Obermühlestrasse und dem Hammergut wird die Sinserstrasse ausgebaut, um die zahlreichen neuen Wohngebiete besser zu erschliessen und Verbesserungen für die öffentlichen Busverkehr und für den Langsamverkehr zu erreichen. [6] Pro Tag benützen laut Verkehrszählung rund 10’400 Fahrzeuge die Strasse. [7]

2015 Auch im Abschnitt Grobenmoos bis Heiligkreuzstrasse stehen Sanierungsarbeiten an: Belagsschäden werden behoben, Entwässerungs- und Trinkwasserleitungen werden ersetzt [8]

2018 Die kantonale Baudirektion saniert von Mai bis Ende August die Sinserstrasse im Abschnitt Grobenmoos bis Dorfstrasse. Belagsschäden und ausgeprägte Belagsverformungen (Spurrinnen) sind der Grund für die Reparaturarbeiten. Während der Bauarbeiten wird der Verkehr einspurig betrieben; Lichtsignalanlagen regeln den Betrieb. [9]


Der Kunsthistoriker über die Sinserstrasse

«Die erstmalige Bebauung der Sinserstrasse erfolgte zu einem Grossteil in den 1870er- und 1880er-Jahren, vor allem vom Bärenplatz ausgehend, aber auch in der Gegend der Papierfabrik. Als einziger älterer Bau steht das Gasthaus Rössli leicht schräg zum Strassenverlauf, ohne Zweifel ein Hinweis auf eine ältere Wegführung. Dieselbe Beobachtung gilt auch für Bauten ausserhalb der geschlossenen Bebauung. Mit dem Bau der durch Dimension, Baumaterial und Instrumentierung sich von den Häusern absetzenden Milchzentrale (Nr. 8) war 1893 die systematische beidseitige Bebauung der dorfnahen Sinserstrasse abgeschlossen, die durch ursprünglich verschindelte, dreigeschossige Häuser von zumeist drei auf zwei Fensterachsen mit strassenseitigen Quergiebel charakterisiert ist. Fast zwei Jahrzehnte später entstand als nördliches Gebäude derselben Zeile noch das Haus Sinserstrasse 16 in neubarocker Formensprache, schliesslich 1915 die protestantische Kirche, der Turm vom Bärenplatz aus gesehen genau im Fluchtpunkt der Strasse steht. Verbreiterungen des wichtigen Verkehrsweges zerstörten ab 1950 die ehemals typischen Vorgärten, Gartenzäune und die fast überall vorhandenen doppelläufigen Freitreppen zu den Hauseingängen.» [10]


Bildergalerie

Die Sinserstrasse im Laufe der Zeit


Die «Korrektion» der Sinserstrasse 1937 [11]


Aktueller Kartenausschnitt

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Übersicht

Bislang für die Sinserstrasse verzeichnete Liegenschaften, Gebäude oder Objekte:

SeiteKurzbeschreibung
Sinserstrasse 1Die Liegenschaft Sinserstrasse 1 liegt auf der nördlichen Seite des Bärenplatzes an einer städtebaulich bedeutenden Stelle. Weil es während 103 Jahren von der Familie Locher für deren Haushalts- und Eisenwarengeschäft genutzt wurde, heisst das Gebäude im Volksmund «Haus Locher».
Sinserstrasse 118-128, Schmitte LindenchamAn der neu gezogenen Sinserstrasse bei der Abzweigung nach Friesencham erstellte Jakob Henggeler 1878 sein Wohnhaus mit Schmiedewerkstatt, Remise und Scheune. Die Familie Bächler brachte den Betrieb ab 1931 zum Blühen. Damit entwickelte sich der Weiler Lindencham zwischen der alten Durchgangsstrecke und der neuen Achse der Sinserstrasse.
Sinserstrasse 2Die Liegenschaft Sinserstrasse 2 liegt auf der nordöstlichen Seite des Bärenplatzes an einer städtebaulich bedeutenden Stelle. Erbaut wurde die Liegenschaft von Uhrmacher Alberik Hotz, doch seit 1898 ist sie im Besitz der Familie Heller.
Sinserstrasse 3Das dreistöckige Haus entsteht bei der Bebauung der Sinserstrasse in den 1880er Jahren. Gestalterisch entspricht es dem damals üblichen «Normaltyp».
Sinserstrasse 8 «Chäsi»An der Sinserstrasse 8 produzierten Chamer Bauern Käse. Heute befinden sich in der denkmalgeschützten Liegenschaft Wohnungen, ein Ladenlokal und Büroräume.



Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 162
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 137f.
  3. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 100
  4. Staatsarchiv Zug, G 1/131, Strasse 25a Sinserbrücke-Cham: Korrektion der Sinserstrasse in Cham, Abschnitt Bärenplatz bis Rigistrasse (Bericht des Kantonsingenieurs vom 13.03.1937)
  5. Marty, Ernst, Planungsbüro für Verkehrsanlagen, Tiefbauamt des Kantons Zug, Gemeinde Cham Verkehrszählung Mittwoch, 02.07.1975, 16.30 bis 18.30 Uhr, Rabenplatz, Bärenplatz, Hirschenplatz, Alpenblick, Typoskript Zürich 1975
  6. Medienmitteilung der Baudirektion des Kantons Zug, 03.10.2011
  7. Kanton Zug/ Einwohnergemeinde Cham/ Gemeinde Hünenberg; Verkehrsforum UCH, Präsentation vom 27.06.2013, S. 30
  8. Medienmitteilung der Baudirektion des Kantons Zug, 27.07.2015
  9. Medienmitteilung der Baudirektion des Kantons Zug, 14.05.2018
  10. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 137f.
  11. Alle Aufnahmen stammen aus dem Staatsarchiv Zug