Heller, Druckerei

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Der Bärenplatz mit der Druckerei Heller rechts, Postkarte von 1918

Carl Heller-Burri gründet 1898 das Buchbinderatelier Heller mit Papeterie. Vier Generationen haben den Betrieb weitergeführt. Heute druckt «Heller» in der Shedhalle Langrüti, der Hauptsitz mit Druckvorstufe befindet sich noch immer in der Liegenschaft Sinserstrasse 2.

Fronleichnamsaltar mit Hund vor dem Haus Heller, Sinserstrasse 2


Chronologie

1898 Auf einem Plan vom 30. September ist die Liegenschaft an der Sinserstrasse 2 mit «Wohnhaus Hotz» bezeichnet (nach dem Erbauer, Uhrmacher Alberik Hotz). Der junge Buchbinder Carl Heller-Burri (1876–1945) – damals 22-jährig – heiratet im gleichen Jahr Carolina Heller-Burri (1876–1959), kauft die Liegenschaft und richtet darin das Buchbinderatelier Heller und eine Papeterie ein. Die Werkstatt befindet sich im oberen Stockwerk des Hauses. Carl Heller entwickelt ein neues Verfahren für das Leimen des Buchrückens. Dieses Verfahren mit einer Gaze wird so bekannt, das es den Namen «Helleren» bekommt.

1904 Gemäss eigenem Briefkopf bietet die Buchbinderei und Papeterie Heller folgende Produkte und Dienstleistungen an: «Sargverzierungen en gros. Spezialität: Bureau- & Schulartikel. Grosses Lager von Schreibbücher, Spielwaren, Kränze, Spiegel und fertige Tableaux, Lager von Gold- und Politurleisten, Einrahmungen korrekt und billig, Anfertigungen von Druckarbeiten aller Art.» [1]

1925 Zusammen mit seinem Sohn Richard (1904–1992) führt Carl Heller den Postkartenverlag «C. & R. Heller». [2] Die zweite Generation übernimmt den elterlichen Betrieb mit dem Postkartenverlag.

1926 Richard Heller gliedert dem Betrieb die erste Chamer Druckerei an. [3]

1945 Carl Heller-Burri stirbt am 22. Februar im Alter von 69 Jahren. [4]

1959 Carolina Heller-Burri stirbt anfangs Juni im Alter von 85 Jahren. Sie hatte Cham bereits 1926 verlassen und in Locarno, Jona, Birri und Schwyz gelebt. Wenn sie ihren Sohn in Cham besuchte, dann: «Vor dem Verkehrslärm flüchtete sie sich in die beschauliche Ruhe ihres Heims.» [5]

Richard Heller jun.

1965 Richard Heller junior, der Vertreter der dritten Generation, übernimmt den Betrieb.

1991 Erneut steht ein Generationenwechsel an: Christoff Heller, Vertreter der vierten Generation, wird neuer Geschäftsführer.

2005 Nino Izzi bringt sich als Partner und Geschäftsführer ein. [6]

Liegenschaft Sinserstrasse 2, Oktober 1995


Anekdote

Carls Hellers Frau Carolina, geborene Burri, gibt zu ihrer Zeit (1899–1926) dem Bärenplatz dermassen ihr Gepräge, dass der Platz scherzeshalber auch «Carolinenplatz» genannt wird. [7]

Druckerei Heller, Empfang Sinserstrasse 2


Der Ort

Der Standort des Hauses hiess ursprünglich Pünten. Dies waren Landstücke, die mit einem Zaum von der Allmend abgetrennt und als Pflanzgärten für die Eigennutzung vorbehalten waren. Als erster Püntenbesitzer an dieser Stelle ist 1681 ein Hans Villiger überliefert. [8]


Dokumente


Bildergalerie

Die «neue» Druckerei Heller 2015


Weblinks

www.hellerdruck.ch


Einzelnachweise

  1. Einwohnergemeindearchiv Cham, Briefkopf von 1904
  2. Schürpf, Markus, Zug im Bild. Streifzug durch 150 Jahre Zuger Fotografiegeschichte, in: Tugium 28, 2012, S. 83–128. Steiner, Hermann, Der Kanton Zug und seine Fotografen, 1850 bis 2000. Auch ein Stück Kulturgeschichte, Rotkreuz 2000
  3. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 116
  4. Zuger Kalender 1946, Chronik 22.02.1945
  5. Zugersee-Zeitung, 05.06.1959
  6. Nicolay, Klaus-Peter, Eine Liebeserklärung für den Druck. Druckmarkt Schweiz 79, Oktober 2014, S. 36ff.
  7. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 352
  8. Staatsarchiv Zug, Hypothekenbücher, Bd. 18, S. 73; zit. n. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 3, S. 516