Hammergut, Hof

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Imposantes Wohnhaus des Hammerguts: mit der schwungvollen Freitreppe und Fachwerk
Frühe Ansicht des Hammerguts
Fürs Foto schön gekleidet: die Hammer-Bauern mit drei Stieren im Hof des Hammerguts
Der Jungbauer spielt vor dem Hammer-Wohnhaus einen Altbauer
Das Hammergut, 2018
Innenhof des Hammerguts, 2018

Heinrich Ulrich Vogel-Saluzzi war Eisenhändler, als er das Hammergut 1854 erstellen liess. Er schuf mit den Gebäuden ein homogenes Fachwerk-Ensemble, die rechtwinklig zueinander standen. Auf diese Weise ergaben sich stimmungsvolle Hofräume. Das Hammergut glich mit seiner Gestaltung Vogels herrschaftlicher Villa an der Lorze unten.


Chronologie

1854 32 Jahre alt ist der Zürcher Heinrich Ulrich Vogel-Saluzzi (1822–1893), als er das Hammergut erstellen lässt. Er ist damals als Eisenhändler Besitzer der Hammerschmiede unten an der Lorze sowie der (damaligen) Hammervilla. Zur Komplettierung seines Ensembles kauft er Grundstücke zusammen, führt diese zusammen und erstellt 1854 einen mustergültigen Bauernhof mit Wohnhaus, Scheune und Nebengebäuden, unter anderem mit einer grossen Pferdescheune. Vogel gilt als grosser Pferdeliebhaber: Als Erster hat er englische Pferde in die Schweiz eingeführt. Zudem realisiert er mit dem Abt von Einsiedeln eine gross angelegte «Veredelung schweizerischer Pferderassen». [1]

1881 Ein neues Waschhaus wird anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. [2]

1884 Carl Vogel (1850–1911) übernimmt alle Gebäude aus der Erbmasse.

1895 Eine neue Heuscheune wird errichtet. [3]

1899 Eine neue Trotte wird gebaut. [4]

1912 Aus der Familiengesellschaft Papierfabrik Cham wird eine Aktiengesellschaft. Dabei kommt das Hammergut zur Papierfabrik Cham AG. Der Landwirtschaftsbetrieb, geführt von professionellen Verwaltern, gilt während Jahrzehnten als pionierhaft, in der Viehzucht wie im Ackerbau. Die Bauern der Umgebung leihen sich die neusten Maschinen aus und suchen auch sonst den Kontakt zum Verwalter. Denn dieser kann in Notzeiten zu einer Anstellung in der Papierfabrik verhelfen, da die Verwalter stets einen direkten Draht zur Fabrikleitung haben. [5]

1918 Am Wohnhaus wird auf der Westseite ein Anbau nach den Plänen des Chamer Baumeisters Wilhelm Hauser (1874–1943) erstellt.[6]

1940 Die alte Pferdescheune brennt nieder und wird durch einen Neubau ersetzt. [7]

1973 Die Immobilien der Papierfabrik werden in der Hammer AG zusammengefasst. [8]

2003 Das Hammergut erhielt als Teil einer AG keine Subventionen, was das Führen einer rentablen Landwirtschaft zunehmend erschwerte. Im Jahr 2003 wird der Betrieb geschlossen. [9]

2013/14 Eine Gesamtüberbauung entsteht auf dem Gelände. Viele der historischen Gebäude werden umgenutzt und dienen als Büros und Wohnungen. Es werden auch neue Wohnhäuser mit rund 40 Wohnungen gebaut. [10]

Charakterisierung

Viele ländliche Bauten wirken eher zufällig angeordnet; davon unterscheidet sich Vogels Hammergut eindeutig. Planmässig stellt Heinrich Vogel-Saluzzi die Wohn- und die Wirtschaftsgebäude im rechten Winkel zueinander hin, was stimmungsvolle Hofräume ergibt. Das Wohnhaus ist ein zweistöckiger Fachwerkbau mit doppelläufiger Freitreppe, Lauben und Krüppelwalmdach. Zur Entstehungszeit ist das dunkel gestrichene Fachwerk selten; es dürfte sich an die damalige Villa Hammer anlehnen, die ganz ähnlich gestaltet ist. Erst, nachdem Vogel-Saluzzi das Hammergut realisiert hat, kauft er 1861 die konkurs gegangene Papierfabrik, die er ausbaut, industrialisiert und zur Blüte bringt. [11]


Fotogalerie

Das Hammergut in frühen Zeiten


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Einzelnachweise

  1. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 28f.
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 272
  3. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 272
  4. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 272
  5. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 155
  6. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 272
  7. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 272
  8. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 155
  9. Zurfluh, Christoph, Hammer, Von der «Chupferstrecki» 1690 bis zur «Ära Lüdi» 2014, Cham 2014, S. 96f.
  10. Zuger Zeitung, 11.10.2016
  11. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 28f.