Adelheid-Page-Strasse 1

Aus Chamapedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Liegenschaft Adelheid-Page-Strasse 1, Ansicht Nordwest, 02.10.2021
Adelheid-Page-Strasse 1, Ansicht West mit Anbau
Adelheid-Page-Strasse 1, Detailansicht Dachgeschoss, 2021
Adelheid-Page-Strasse 1, Ansicht Ost, 2021
Detailaufnahme Eingang
Adelheid-Page-Strasse 1, Detailansicht Beschriftung, 2021

An der Ecke Zugerstrasse/Adelheid-Page-Strasse steht ein repräsentatives Wohnhaus mit Runderker und Werkstattanbau. Es stand zeitweilig unter kantonalem Denkmalschutz.


Chronologie

1906 Der Gemeinderat Mathias Henggeler (1859–1916) erbaut die Liegenschaft an der Ecke Zugerstrasse/Adelheid-Page-Strasse (damals Schlossstrasse). [1] Das Haus ist sehr repräsentativ, mit den zwei hell verputzten Hauptgeschossen über dem Sockel und dem übereck platzierten Runderker. Das Treppenhaus ist turmartig gestaltet, und der eiserne Gartenzaun weist sparsam geometrische Jugendstilmotive auf. [2] Henggeler ist Installateur von Beruf (heute Sanitär) und war zuvor in Lindencham zuhause. [3]

1908 Henggeler tritt aus dem Gemeinderat zurück, wird aber in der Folge Kantonsrat und Ersatzrichter am Obergericht. [4]

1911 Installateur Gottfried Schweizer (1879–1957) kommt von Biel nach Cham, übernimmt das Installationsgeschäft von Mathias Henggeler und auch die Liegenschaft Adelheid-Page-Strasse 1 (damals Schlossstrasse). [5] Schweizer integriert sich rasch und wird Kirchenrat der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde und Friedensrichter. Henggeler zieht von hier an den Kirchenplatz von Cham, wo er das Haus Merkur von Bauunternehmer Hans Miesch (1880–1941) erwirbt. [6]

1953 Die Gemeinde Cham hat die Strasse zur «Adelheid-Page-Strasse» umbenannt. Dies, um Adelheid Page-Schwerzmann (1853–1925) zu ehren, die Schlossherrin, Spenderin von Kunst und Mitfinanziererin des Chamer Asyls. [7] Damit bekommt die Liegenschaft die Adresse Adelheid-Page-Strasse 1. Im gleichen Jahr geht die Liegenschaft von Gottfried Schweizer an Installateur Johann Renggli-Holenstein (1905–1978) weiter. [8]

1967 Die Liegenschaft bekommt eine Werkstatt und einen modernen Anbau mit Wohnungen. [9] In der Folge gehört die Liegenschaft der Garage Imholz Cham.

2020 Das Grundstück mit den Liegenschaften Adelheid-Page-Strasse 1 und 3 gehört dem Wohn- und Werkheim Schmetterling, Cham. [10] Das Haus wird aus dem Inventar schützenswerter Bauten entlassen.


Stil

Das stattliche Wohnhaus ist stilistisch interessant. Es weist Formen der Reformarchitektur und des Heimatstils auf. Dabei machte der nicht namentlich genannte Architekt diverse Bezüge zu Liegenschaften in der direkten Umgebung: Das Schloss St. Andreas war damals im Umbau, zudem war kurz zuvor die Villa Seematt (Baujahr 1905/1906) erstellt worden, zeitgleich entstand das Haus Thürig an der Zugerstrasse 64 (Baujahr 1906). Zudem besteht eine gestalterische Einheit mit dem Nachbarhaus Zugerstrasse 44 (Baujahr 1909); dieses stammt von den bekannten Zuger Architekten Dagobert Keiser jun. (1879–1959) und Richard Bracher (1878–1954), die den Umbau des Schlosses St. Andreas bewerkstelligen und das Asyl Cham erbaut haben.


Würdigung

Die Denkmalpflege des Kantons Zug schreibt zum Wert des Hauses: «Auf dem Weg von Cham nach Zug stellt das Gebäude einen unübersehbaren Fixpunkt im Chamer Ortsbild dar. Mit Runderker und Treppenhausturm bildet es den markanten Abschluss der Zentrumsbebauung entlang der Zugerstrasse und gleichzeitig den Auftakt zur Vorstadtbebauung und ist damit ortsbaulich bedeutend. (...) In Cham gehört das Haus zum – für die Ortsgeschichte äusserst bedeutenden – Baubestand aus der Zeit um 1900.» [11]


Einzelnachweise

  1. Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, Inventar der schützenswerten Denkmäler in der Gemeinde Cham (Datenblatt) [Stand: 12.07.2018]
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 117
  3. Zuger Volksblatt, 11.10.1916
  4. Vgl. Anmerkung 3
  5. Zuger Nachrichten, 20.03.1957
  6. Vgl. Anmerkung 3
  7. Zugersee-Zeitung, 21.08.1953
  8. Freundliche Mitteilung von Renato Morosoli, Staatsarchiv Zug, 25.02.2021
  9. Vgl. Anmerkung 1
  10. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummer 276 [Stand: 19.01.2021]
  11. Vgl. Anmerkung 1