Villiger Emil (1904–1981)

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Emil Villiger (1904–1981), Bauer, Archäologe, Historiker und Antik-Uhrmacher

Emil Villiger (1904–1981) war ein Chamer Bauer, Geschichtsforscher, Kirchenrat und Kantonsrichter.

1904 Emil Villiger kommt am 2. Februar als Kind von Albert und Katharina Villiger-Wandeler auf dem Bauernhof Neuguet in Lindencham zur Welt. Emil besucht die Primar- und Sekundarschule in Cham und ein Jahr die Handelsschule in Zug. [1] Anschliessend absolviert er die landwirtschaftliche Winterschule und arbeitet auf verschiedenen Bauernhöfen.

1934 Der junge Bauer wird als Vertreter der Freisinnigen als Kantonsrichter und in den Kirchenrat von Cham-Hünenberg gewählt. Er behält beide Mandate bis 1938. [2]

1936 Villiger übernimmt den elterlichen Bauernhof Neuguet. Neben der landwirtschaftlichen Arbeit befasst er sich intensiv mit Geschichte und Familienforschung.

1944 Villiger ist an archäologischen Grabungen in der Kapelle St. Andreas beteiligt. [3] Zudem erscheint Villigers Buch «Der heilige Bischof ohne Namen in Cham». In Hünenberg führt er mit Freiwilligen archäologische Grabungen durch, um die Burgruine Hünenberg freizulegen.

1953 Der ledige und daher kinderlose Villiger muss krankheitshalber die Bewirtschaftung des Hofs aufgeben und verpachtet ihn. Er wirkt als Präsident der Entwässerungsgenossenschaft Lindencham-Forren und als Präsident des Verkehrs- und Verschönerungsverein Cham. Er verbessert das Wanderwegnetz der Gemeinde und verwirklicht die Turmbeleuchtung der Pfarrkirche St. Jakob. [4]

1971/72 Als Folge des Nationalstrassenbaus und der sogenannten «Güterregulierung» wird das Bauernhaus Neuguet mit Scheune neu erbaut.

1981 Villiger stirbt am 21. Juni im Alter von 77 Jahren.

Antik-Uhrmacher

Im Alter von 13 Jahren entdeckt er die Faszination von Antikuhren, die ihn zeit seines Lebens begleiten wird. Die Werkstatt richtet er sich im Estrich seines Hauses ein. [5]

Anekdote

Aufgrund der Geschichtsforschungen widmete Martin Zimmermann von Kirchbüelhof seinem Bauernkollegen Villiger ein liebesvolles Spottgedicht:

«D’s Lindechoom hät’s so en Maa, der nid nur guet puure cha. Er grabt us alte Ritter Sache, jä glaubet’s nur, es isch nid zum Lache. Er grabt elei, er grabt mit Chnabe, er grabt vo obe gäge abe. Und hät bim Grabe vo obe bis unde nid emol es Fraueli gfunde.» [6]

Einzelnachweise

  1. Zuger Historiographen, Bio-Bibliographie von 1912–1977, 125 Jahre Zuger Verein für Heimatgeschichte, Sektion des Historischen Vereins der V Orte, Zug 1977 (Beiträge zur Zuger Geschichte 2), S. 153
  2. Staatsarchiv Zug, PERAD
  3. Villiger, Emil / Weber, Emil, Die Kapelle St. Andreas im Städtli Cham. Die Renovation / Die archäologischen Grabungen, in: Zuger Neujahrsblatt 1944, S. 50–57
  4. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 15
  5. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 154
  6. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 154