Kirchbüelhof, Allmendweg 6

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der «neue» Kirchbüelhof in einer Aufnahme von 1965
Südlich des Kirchbüelhofs befand sich die Scheune
Wo sich bis 2007 die Scheune befand, entstand nach dem Abbruch eine Wohnüberbauung
Jährlich fand beim Kirchbüelhof das Buebeschwinget statt

Der Kirchbüelhof am Allmendweg 6 stammte von 1849. 1964 wurde der Ursprungsbau durch einen Neubau ersetzt, der gemäss Kunsthistoriker «interessantes, sehr spätes Beispiel eines Heimatstilbaus» darstelle. Bekannt wurde der Hof als Ort von Viehausstellungen, Schwingfesten oder Jodleranlässen.


Chronologie

1849 Bau des Kirchbühlhofs durch die Gebrüder Rust. Zuerst führten die Gebrüder Rust den Hof, danach die Familie Zimmermann. Der Hof liegt in der Nähe des damaligen Ortskerns. [1]

Um 1940 Die Familie Zimmermann vom Kirchbüelhof übernimmt den Transport der Verstorbenen im Dorf. Im pferdebespannten Leichenwagen führen die Zimmermanns während mehr als 30 Jahren über 1000 Verstorbene auf den Friedhof (bis 1970). [2]

1964 Ein Neubau ersetzt den alten Kirchbüelhof. Laut Kunsthistoriker Josef Grünenfelder handelt es sich um ein «interessantes, sehr spätes Beispiel eines Heimatstilbaus». [3]

2005 179 Stimmberechtigte der katholischen Kirchgemeinde Cham-Hünenberg stimmen der Verlegung der Scheune des Kirchbüelhofes zu. Damit kann Bauer Martin Zimmermann seine Scheune auf Land der Kirchgemeinde erstellen. [4]

2007 Die Überbauuungen schnüren den Landwirtschaftsbetrieb immer mehr ein. Deshalb zieht die Bauernfamilie 900 Meter in Richtung Norden auf den Weidhof, zwischen dem Gebiet Röhrliberg und der Autobahn A4; dort betreibt die Familie Zimmermann einen modernen Milchviehbetrieb für 70 Brown-Swiss-Kühe und 80 Aufzuchtrinder. Auf dem ehemaligen Areal von Scheune und Weiden des Kirchbüelhofs entsteht eine neue Wohnsiedlung.

Ein öffentlicher Ort

Der Kirchbüelhof war der Ort der Viehausstellung, des Buebeschwingets und der Jodlerstubete. Die Scheune des Kirchbüelhofes war mehr als nur ein landwirtschaftliches Nebengebäude. Vor der Scheune fanden mehrere Schwingfeste statt, so dass der Bauernhof eine Art öffentlicher Begegnungsort war. In diese Richtung zielte auch der grosse, runde Tisch, ebenfalls vor der Scheune. Dort trafen sich jeweils alteingesessene Chamer, um miteinander etwas zu trinken – und um sich über die Chamer Neuigkeiten auszutauschen. Nicht wenig wurde dort, draussen vor der Scheune, Chamer Politik gemacht.

Einzelnachweise

  1. Einwohnergemeindearchiv Cham, Fichen Gebäudeversicherung I
  2. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 135
  3. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 179
  4. Neue Zuger Zeitung, 23.03.2005