Schwerzmann-Gretener/-Bosler Jakob (1845–1924)

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Schwerzmann-GretenerSchwerzmann-Gretener/-Bosler Jakob (1845–1924)
Jakob Schwerzmann-Gretener/-Bosler war ein Chamer Lehrer, Spezerei- und Tuchhändler, Schul- und Kantonsrat. Aufgrund der politischen Umstände erlebte er Hochs und Tiefs.

Portrait fehlt

Es ist kein Portrait dieser Person verfügbar.

Vorname: Jakob
Nachname: Schwerzmann
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 13. Oktober 1845
Geburtsort: Ch
Todesdatum: 19. November 1924
Todesort: Cham ZG






Inserat aus den Zuger Nachrichten 27. April 1895: «Frauenkleiderstoffe …»

Stationen

1845 Jakob Schwerzmann kommt am 13. Oktober in Enikon in Cham zur Welt. Er ist der vierte Sohn von Drechsler Schwerzmann. [1]

1846 Die Familie von Drechsler Schwerzmann zieht von Enikon nach Rumentikon, um dort einen Hof zu übernehmen. Jakob Schwerzmann besucht die Primarschule bei Caspar Gretener und bei Michael Suter (1826–1902). [2]

1861 Schwerzmann, obwohl eigentlich schon zu alt dafür, besucht in Cham als 16-jähriger die neu gegründete Sekundarschule bei Jost Burri (1834–1896). [3]

1863 Nach zwei Jahren Sekundarschule tritt Schwerzmann in das Lehrerseminar im luzernischen Rathausen ein. Dieses wird damals vom bekannten Pädagogen Dr. Franz Dula (1814–1892) geleitet. [4]

1866 Schwerzmann verdient sich das Lehrdiplom und verlässt Rathausen. Er geht für ein halbes Jahres Jahr ans Lehrerseminar in Freiburg i. Ue., um seine Französischkenntnisse zu verbessern. [5]

1867 Die Gemeinde Cham wählt Jakob Schwerzmann als Sekundarlehrer: «Er nahm diese Stelle persönlich sehr ungern an, wie er sich oft geäussert hat.» [6]

1872 Das Schulsystem hat gewechselt, ebenso die politische Ausrichtung der neuerdings konservativen Schulkommission, was Schwerzmann beides nicht passt. Er hält prompt die Quittung und wird als Lehrer nicht wiedergewählt. [7] Daraufhin bereist er Italien: Seine Stationen sind Rom, Florenz, Neapel, Genua etc..

1873 Nach der Rückkehr aus Italien nimmt Schwerzmann eine Stelle an der Real-, Handels- und Sprachschule Neu-Frauenstein in Zug an.

1876 Die Schule muss schliessen, Schwerzmann findet eine neue Beschäftigung bei der Pestalozzi-Stiftung Olsberg, einer Knabenerziehungsanstalt im Kanton Aargau. [8]

1879 Schwerzmann wechselt den Beruf und hat in der Zwischenzeit die Chamerin Marie Gretener (gest. 1894) kennengelernt. Auf Drängen seiner Verwandten übernimmt Schwerzmann den Spezereiladen und die Tuchhandlung seines zukünftigen Schwiegervaters Friedensrichter Mathias Gretener (1818–1898), der diesen 1847 gegründet hat. Der Laden liegt an der nördlichen Ecke KirchenplatzLuzernerstrasse (später Schuhhaus Gretener, Kirchbüel 1). Jakob Schwerzmann und Marie Gretener heiraten, sie werden Eltern von zwei Kindern. [9]

1880 Da Schwerzmann selber nicht mehr unterrichtet, aber sich in der Pädagogik auskennt, ist er ein ideales Mitglied der Schulkommission. Die Freisinnigen entsenden ihn als ihren Vertreter. Er bleibt bis 1892 im Amt. Er soll das «eifrigste Mitglied der Schulkommission» gewesen sein. [10]

1883 Die Firma M. Gretener gehört formell noch immer Mathias Gretener; Jakob Schwerzmann firmiert als Handlungsbevollmächtiger. Das Geschäft heisst offiziell: «Spezerei-, Mercerie-, Quincaillerie- und Ellenwaarenhandlung, nebst Düngerhandel», wobei mit «Quincaillerie» Eisenwaren und mit «Ellenwaaren» Stoffe gemeint sind. [11]

1894 Marie Schwerzmann-Gretener stirbt. Schwerzmann wird in den Kantonsrat gewählt (bleibt zwei Jahre im Amt). [12] Das Spezereigeschäft geht aufgrund des fortgeschrittenen Alters von Mathias Gretener definitiv an Jakob Schwerzmann. [13]

1899 Schwerzmann heiratet ein zweites Mal: Paulina Bosler, seine neue Gattin, geht ihm bei der Führung des Ladens helfend zur Hand. Das neue Ehepaar hat gemeinsam zwei Kinder. [14]

1924 Jakob Schwerzmann stirbt am 19. November im Alter von 79 Jahren. [15]

Würdigung

Schwerzmann überstand die Nicht-Wahl als Lehrer weitgehend unbeschadet, was auch mit seinem angesehenen Schwiegervater Friedensrichter Mathias Gretener zu tun haben könnte. Überdies war Schwerzmann sehr engagiert im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde Cham: Er war aktives Mitglied und Vorstand des Theatervereins, zudem fleissiges Gründungsmitglied des Männerchors und des Orchestervereins.


Einzelnachweise

  1. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  2. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  3. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  4. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  5. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  6. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  7. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  8. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  9. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  10. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  11. Schweizerisches Handelsamtsblatt, Heft 51, 21.03.1883
  12. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.05.2018]
  13. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  14. Zuger Volksblatt, 25.11.1924
  15. Zuger Volksblatt, 25.11.1924