Täubmatt 2, Bründlerhaus

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Während mehr als 100 Jahren stand das Bründlerhaus an der Luzernerstrasse 45 und gehörte als Autogarage und Verwalterhaus zur Liegenschaft Solitude am Chamer Seeufer. Im Jahr 2016 wurde das Haus demontiert und in restaurierter Form im östlichen Teil des Solitude-Parks wieder aufgebaut. Das Bründlerhaus ist in Privatbesitz.

Das Bründlerhaus an der Luzernerstrasse, rechts die Einfahrt zum Bahnhof Cham, 30.03.1970
Das Bründlerhaus an der spärlich beleuchteten Luzernerstrasse, 29.03.1981
Das neu aufgebaute Bründlerhaus im Park Solitude, 07.05.2019
Ein wichtiger Bauzeuge Chams «lebt» weiter, 07.05.2019


Chronologie

1854 Noch vor dem Bau der Eisenbahnlinie Zürich–Zug–Luzern wird an der Luzernerstrasse eine Scheune erstellt. [1] Sie gehört wohl zu den landwirtschaftlich genutzten Streuflächen am See.

1866 Nach dem Bau der Eisenbahnlinie der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) kauft der Eisenhändler, Hammerschmied und spätere Papierfabrikant Heinrich Vogel-Saluzzi (1822–1893) 1866, 1870 und 1877 am Chamer Seeufer grosse Landparzellen auf, unter anderem die Täubmatt.

1893 Heinrich Vogel-Saluzzi stirbt; seine Frau Carolina (1825–1902) vermacht ihrem Sohn Richard (1870–1950) das westlichste Grundstück der Familie am Chamer Seeufer. Berufsoffizier Richard Vogel lässt aus dem ehemalige «Chabisblätz» Schritt für Schritt die Parkanlage der Täubmatt gestalten. [2]

1902 Nach dem Tod von Carolina Vogel-Saluzzi wird Oberst Richard Vogel Alleinbesitzer der Täubmatt. Er investiert viel Zeit und Geld in die Verschönerung und die Pflege der Parkanlage. Er lässt sich auf dem Grundstück ein kleines Holzhaus erstellen, das ihm als Geräteraum und «Arbeitszimmer« dient: «Es ist quasi die Kommandozentrale des Gartenbauers Vogel.» [3]

1907 Vogel wohnt im «alten Raben» an der Luzernerstrasse 40 und flaniert gerne in seinem Privatpark am See. Er lässt nach seinen Ideen durch den Chamer Baumeister Hans Miesch (1880–1941) aus der Täubmattscheune das «Bründlerhaus» an der Luzernerstrasse 45 erstellen. Miesch überstülpt dem vorhandenen Scheunenbau von 1854 einen kleinen, reizvollen Heimatstilbau. Im Häuschen wohnt Heinrich Bründler, der Bahnwärter, Billettverkäufer, Betreuer der Villa Villette und später der Villa Solitude. [4]

2014 Der Chamer Gemeinderat und Bauchef Charles Meyer (*1953) erfährt von den Überbauungsplänen für die Parzelle an der Luzernerstrasse 45. Um das schmucke Bründlerhaus zu retten, schlägt Meyer eine Verschiebung in den Park der Villa Solitude vor. Eigentümer Michael Funk kann sich mit der Idee anfreunden. [5]

2016 Das Bründlerhaus an der Luzernerstrasse 45 wird abgebaut und sorgfältig im Park der Villa Solitude wieder aufgebaut – für die beteiligte Unternehmung, die Baarer Firma Abt Holzbau AG, ist eine solche Hausverschiebung keine alltägliche Sache! Dazu wird das Fundament neu gemauert. [6]

2019 Michael und Alice Funk verkaufen die Villa Solitude, behalten aber einen Teil des Parks mit dem Inseli. Als Treffpunkt der Familien Funk und Vogel dient fortan das hierhin versetzte Bründlerhaus. [7]


Kunsthistorische Beschreibung

Das Bründlerhaus weist ein rustikal verputztes Erdgeschoss auf, mit korbbogigen Toren für die Wageneinfahrt. Das Obergeschoss ist hölzern ausgeführt und weist ein ausladendes Teilwalm-Rafendach auf. Unter dem südseitigen Dachvorsprung befindet sich die Laube mit der Aufgangstreppe. [8]


Die Demontage im Herbst 2016


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Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130
  2. Zurfluh, Christoph, Die Familie Vogel in Cham, Cham 2019, S. 129
  3. Zurfluh, Christoph, Die Familie Vogel in Cham, Cham 2019, S. 129
  4. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130. Zurfluh, Christoph, Die Familie Vogel in Cham, Cham 2019, S. 129
  5. Neue Zuger Zeitung, 05.03.2014
  6. Zuger Zeitung, 28.09.2016
  7. Zurfluh, Christoph, Die Familie Vogel in Cham, Cham 2019, S. 9. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummer 3331 [Stand: 22.07.2019]
  8. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130