Wyss-Schmidlin Conrad (1894–1993)

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Portrait von Wyss-Schmidlin Conrad (1894–1993)
Portrait von Wyss-Schmidlin Conrad (1894–1993)

Vorname: Conrad
Nachname: Wyss-Schmidlin
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 27. Dezember 1894
Geburtsort: Cham ZG
Todesdatum: 13. Mai 1993
Todesort: Cham ZG
Beruf: Landwirt, Kantonsrat
Partei: Katholisch-konservative Partei

Conrad Wyss-Schmidlin führte mit seiner Frau Lisbeth einen Hof, dann einen Laden, schliesslich ein Handelsgeschäft für Kleinvieh und Schweine, zudem hatten sie sieben Kinder. Wyss leistete in beiden Weltkriegen Aktivdienst und war auch im Kantonsrat.



Chronologie

1894 Conrad, auch Konrad geschrieben, kommt am 27. Dezember in Cham zur Welt. Er ist der jüngste Sohn von Barbara (1864–1930) und Bürger- und Kantonsrat Heinrich Wyss-Habermacher (1854–1918) aus Hagendorn. [1] Nach der Schule arbeitet Wyss auf dem Bauernhof seiner Eltern. [2]

1918 Während des Ersten Weltkriegs leistet Conrad Wyss Aktivdienst; er bringt es auf 617 Diensttage. [3] Gegenüber einem Zeitungsreporter spricht er davon, «er habe viel schöne, aber auch sehr viele traurige Erinnerungen an diese vielen Aktivdienstjahre». [4] Er beklagte den Drill, das monotone Essen und den respektlosen Umgang der Vorgesetzten mit den Untergebenen. [5]

1921 Conrad Wyss heiratet Lisbeth Schmidlin (1896–1957), die im Gasthaus «Raben» arbeitet. [6] Das junge Ehepaar bewirtschaftet ein Heimwesen in Oberwil-Cham. Dann übernehmen sie den Verkaufsdienst in der Käsereigenossenschaft Cham|Käserei]] Cham an der Sinserstrasse 8. Schliesslich erwerben sie einen «Geschäftsbetrieb mit Handel», im Klartext eine Schweinehandlung, ebenfalls an der Sinserstrasse: «Überall gabs für eine tüchtige Person Arbeit in Hülle und Fülle, die Frau Wyss nie scheute.» Das Ehepaar hat drei Söhne und vier Töchter. [7]

1931 Die Chamer wählen Conrad Wyss als Vertreter der Konservativen in den Kantonsrat. Er bleibt eine Legislatur bis 1934 im Amt. [8]

1943 Weil Conrad Wyss Mitglied der nazifreundlichen «Eidgenössischen Sammlung» (die 1943 vom Bundesrat verbotene Nachfolgeorganisation der Nationalen Front) ist und weil er wegen «grosser Agitationstätigkeit» auffällt, gerät er ins Visier der Polizei. [9] Seine Post wird kontrolliert, und am 3. Juli findet eine Hausdurchsuchung bei ihm statt. [10] Wyss ist nicht zuhause, und die Polizei findet einige Unterlagen, aber nicht das erhoffte Kassabuch der «Eidgenössischen Sammlung» oder Mitgliederverzeichnisse. [11] So bleibt seine politische «Agitation» ohne rechtliche Folgen.

1957 Conrads Frau Lisbeth Wyss-Schmidlin stirbt im Dezember im Alter von erst 61 Jahren. [12]

1985 Conrad Wyss macht als fitter Senior von sich reden. Er hat schon den Zürcher Silvesterlauf absolviert, den Luzerner Musegglauf, den Marsch um den Zugersee und den Zugerberglauf. Jetzt wird er in Kloten ZH Europameister für Senioren in der Kategorie der über 70-jährigen – dabei ist 91-jährig: «Denen dort habe ich schon die Absätze gezeigt.» [13]

1986 Jetzt will Conrad Wyss im Alter von 92 Jahre das Matterhorn besteigen. Er will nicht einfach zuhause herumsitzen: «Durchs Laufen kommt man auf ganz andere Gedanken.» Er hat 15 Enkel und 14 Urenkel. [14]

1989 Bei der «Diamant»-Feier der Aktivdienstsoldaten ist Conrad Wyss der älteste Festteilnehmer. Er hat im Ersten und im Zweiten Weltkrieg gedient. [15]

1993 Conrad Wyss-Schmidlin stirbt am 13. Mai im Alter von knapp 99 Jahren.


Dokument

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Einzelnachweise

  1. Zugersee-Zeitung, 20.12.1957
  2. Zuger Tagblatt, 19.04.1986
  3. Zuger Tagblatt, 19.04.1986
  4. Zuger Volksblatt, 04.09.1989
  5. Briner, Jonas, Helden mit Ablaufdatum. Der Erste Weltkrieg in der Zuger Erinnerungskultur, in: Tugium 35, 2019, S. 237
  6. Zugersee-Zeitung, 20.12.1957
  7. Zugersee-Zeitung, 20.12.1957
  8. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.01.2020]
  9. Bundesarchiv Bern, 4320 (B) 1968/195, Bd. 73: Brief des Polizeikommandos des Kantons Zug an die Bundesanwaltschaft, 25.04.1942
  10. Bundesarchiv Bern, 4320 (B) 1968/195, Bd. 14, Nationale Front 1941: Das Polizeikommando des Kantons Zug beantragt mit Schreiben vom 09.06.1941 an die Schweizerische Bundesanwaltschaft die Postkontrolle
  11. Bundesarchiv Bern, 4320 (B) 1968/195, B. 23
  12. Zugersee-Zeitung, 20.12.1957
  13. Brückenbauer, 30.04.1986
  14. Zuger Tagblatt, 19.04.1986. Brückenbauer, 30.04.1986
  15. Briner, Jonas, Helden mit Ablaufdatum. Der Erste Weltkrieg in der Zuger Erinnerungskultur, in: Tugium 35, 2019, S. 236f.