Luzernerstrasse 11 «Villa Ritter»

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Die «Villar Ritter» an der Luzernerstrasse 11 mit dem «Glöggliturm»
Gemeindehausplatz, im Hintergrund links die «Villa Ritter», 1996

Die Villa Ritter war ein herrschaftliches Gebäude an der Luzernerstrasse 11. Sie stand von 1902 bis 2001, beherbergte Wohnräume, eine Arztpraxis, aber zeitweilig auch das Telegrafenbüro und die Telefonzentrale Chams.

Das Haus an der Luzernerstrasse 11 in Cham hiess im Volksmund «Villa Ritter». Dieser Name war zu Beginn nicht richtig. Denn das stattliche Gebäude erbauten keine Angehörigen der Familie Ritter, sondern die Geschwister Villiger. [1]


Chronologie

1902 Bau der Liegenschaft durch die Geschwister Villiger mit Gestaltungselementen der Neugotik und des Heimatstils an der Luzernerstrasse, und zwar «nach dem Muster einer vorstädtischen Villa mit Garten». [2]

1907 Das Chamer Telegrafenbüro kommt in die Villa an der Luzernerstrasse 11.

1909 Der Chamer Arzt Heinrich Ritter (1878–1949) kauft das Gebäude und verlegt seine Wohnung und die Arztpraxis hierher.[3]

1925 Die Chamer Telefonzentrale wird im Haus installiert.

2000 Es wird bekannt, dass die «Villa Ritter» abgebrochen werden soll. [4]

2001 Abbruch des Gebäudes. Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Luzernerstrasse 9 und 11. [5]


Kunsthistorischer Stil

Wie damals nicht unüblich, mischten sich die Baustile, so dass sich Gestaltungselemente der Neugotik, des Heimat- und des Jugendstils zeigten. [6] Prominent war die zweistöckige Veranda mit Sägearbeiten und farbigen Kunstverglasungen in Jugendstilformen, die einen schönen Ausblick auf das Geschehen der Luzernerstrasse bot.


Die ersten Telefone

Die ersten Telefonanschlüsse in Cham hatten – gemäss «Telephonverzeichnis» von 1894 – die «Anglo-Swiss Condensed Milk Company» («Milchsüdi»), die Papierfabrik und die Untermühle, die beiden Wirte Josef Stuber-Stutz vom «Raben» und Xaver Schlumpf vom «Bären» sowie die Industriellen Carl Vogel-von Meiss (1850–1911) («Papieri»), Alois Bossard-Schwerzmann (1841–1912) und David Steven Page (1844–1903), letztere beide von der «Milchsüdi».


Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Cham, Ass.-Nr. 285a
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 126f.
  3. Staatsarchiv Zug, G 337, Gebäudeversicherung, Lagerbuch II, Cham, Ass.-Nr. 285a
  4. Zuger Kalender, Chronik 07.04.2000
  5. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummer 107 [Stand: 02.07.2018]
  6. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 126