Werkstattgasse 10, Werkstattgebäude

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Fulminanter Auftrag des etwas versteckten Gebäudes: das Werkstattgebäude auf der Westseite der Lorze, 2016
Das Werkstattgebäude 2016: Der Eingang durchbricht die Nordfront, 2016
Im Innenraum mit schwarzem Korpus ergänzt: das Werkstattgebäude nach dem Umbau 2016
Direkt an die Lorze angrenzend: Aber die Werkstatt bezog keine direkte Flussenergie, 2016
Qualitätsvoll umgebaut: der Eingangsbereich des Werkstattgebäudes, 2016
Der sogenannte Workspace im Werkstattgebäude: Der verglaste, schwarze Korpus dient vertraulichen Gesprächen, 2016
Der Umbau war mehr als nur eine Umnutzung: Teil des Gebäudes mussten restauriert werden, 2016

Die Papierfabrik Cham baute 1957 ein neues Gebäude für die eigene Werkstatt. Es hat eine charakteristische Erscheinung als Teil der Fabrik mit der Fassade aus Zementsteinen und steht heute unter kantonalem Denkmalschutz.


Chronologie

1957 Die Nebenbetriebe der Papierfabrik benötigen eigene Räumlichkeiten: Zuerst bekommt 1929 die Schreinerei ein eigenes Gebäude (Ass.-Nr. 1652a), dann 1957 die Werkstatt (Ass.-Nr. 1651a) und die Schmiede (Ass.-Nr. 1651d). [1] Alle drei Nebenbetriebe liegen auf der Westseite der Lorze und damit etwas abseits der Fabrik. Die Architektur des Werkstattgebäudes stammt vom Baubüro der Papierfabrik unter Rolf Blum, für das Ingenieurwesen arbeitet das Büro P. Keller & E. Würmli aus Zürich mit.

Das Werkstattgebäude steht direkt am westlichen Lorzenufer und ist der nördlichste Teil der Gebäudegruppe mit ehemaliger Schreinerei (Ass.-Nr. 1652a), Eisenmagazin (Ass.-Nr. 1651c) und Zentrallager (Ass.-Nr. 1651b), das an das Werkstattgebäude angebaut ist. Das Werkstattgebäude gliedert sich in zwei Trakte: in den zweigeschossigen Gebäudeteil mit Werkstatt im Erdgeschoss und Büros im Obergeschoss und der östlich angefügten Halle, in der ebenfalls eine Werkstatt untergebracht ist. Im Untergeschoss befinden sich Garderoben, ein Pausenraum und die Lagerräume. Eine Brücke über die Lorze verbindet das Werkstattgebäude mit der Fabrikhalle der Papiermaschinen jenseits des Flusses. [2] Durch die Gestaltung der Fassade mit Sichtbacksteinen ist architektonisch der Bezug zur Fabrik gegeben.

2016 Im Auftrag der Hammer Retex AG planen die Architekturbüros Albi Nussbaumer Zug und Boltshauser Zürich den Umbau des Werkstattgebäudes. Die Zuger Baufirma Gebrüder Hodel AG nimmt die Sanierung im Innern vor: Das Sichtmauerwerk wird saniert, teilweise restauriert und aufgestockt. Die bestehenden Decken, Unterzüge und Wände werden gesichert und freigelegt. [3] Insgesamt stehen hinterher rund 1700 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen zur Verfügung, welche die international tätige Fahrradfirma Specialized Europe Gmbh mietet. [4]

2019 Das renovierte und denkmalgeschützte Werkstattgebäude wird von der Cham Group mit 7,3 Millionen Franken bewertet. [5]

2021 Im Zuge einer Neubenennung der Strassen auf dem Papieri-Gelände erhält das Werkstattgebäude die Adresse Werkstattgasse 10.


Würdigung

Viola Müller (*1966), Architekturhistorikerin und Gutachterin für die kantonale Denkmalpflege, meint zur Qualität des Gebäudes: «Das Werkstattgebäude ist der bedeutendste Bestandteil der Bautenreihe am westlichen Ufer der Lorze und deren markanter nördlicher Abschluss. Die strenge Architektur neoklassizistischer Ausprägung mit hoch aufragenden Pfeilern und gleichmässig gegliederter Fassade steht in Verwandtschaft zum Kalanderbau (Ass.-Nr. 30c), der durch historistische Motive weniger streng wirkt, und vor allem zum Trafogebäude (Ass.-Nr. 32e). In den Werkstatträumen erzeugen die strenge Rhythmisierung und die vertikalen Verglasungen einen erhabenen Raumeindruck, wie Kathedralen der Arbeit. Dem Werkstattgebäude kommt hohe wirtschafts- und architekturgeschichtliche sowie ortsbildende Bedeutung zu.» [6]


Aktueller Kartenausschnitt

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Einzelnachweise

  1. Müller, Viola, Die Papierfabrik Cham. Baugeschichte und Detailinventar, Direktion des Innern des Kantons Zug/Amt für Denkmalpflege und Archäologie, Zug 2014, S. 13
  2. Vgl. Anmerkung 1 (Müller), S. 65
  3. www.hodelbau.ch [Stand: 21.03.2022]
  4. Cham Group, Investoren-Präsentation 2020, S. 25
  5. Cham Group, Investoren-Präsentation 2020, S. 25
  6. Vgl. Anmerkung 1 (Müller), S. 66