Werder, Transporte

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Karl Werder-Müller mit dem Ford, Serie 30-AA Truck, 1940
Der Ford Wehrmacht, 1942
Arbeiter in der Baugrube Schlosshof mit einem Ford von Werder Camionnage
Berna Typ L 4 mit Anhänger
Saurer-Kipper in der Gartenstrasse, 1945
Zügelwagen Magirus-Deutz
Das Wohn- und Geschäftshaus von Hans Werder-Häfner in der Löbern, 1945

Karl Werder-Müller führt ab 1923 einen Betrieb für Lastwagentransporte, zuerst mit einem Kleinlaster, später mit grösseren Lastwagen. Der damaligen Zeit entsprechend heisst der Transportbetrieb «Camionnage».


Chronologie

1923 Die Schweizerischen Bundesbahnen schreiben den Auftrag einer örtlichen Bahncamionage für die Feinverteilung von Gütern ab dem Bahnhof Cham aus. Karl Werder-Müller (1878–1955) bewirbt sich darum und erhält den Auftrag. Der Besitz eines Fahrzeugs ist für die Ausschreibung nicht vorgeschrieben, ist jedoch im Vertrag als Auflage enthalten. Der neue SBB-Camionneur erwirbt einen Kleinlaster, vermutlich einen Ford der Serie 30-AA-Truck. [1]

Die Mineralwasserhandlung Matter geht in Konkurs. Karl und Anna Werder-Müller erwerben die Firma aus der Konkursmasse und bauen neben dem Kolonialwarengeschäft auch einen Mineralwasserhandel auf.

1937 Karl Werder-Müller übergibt einen Teil des Geschäfts an seinen Sohn Hans Werder-Häfner (1908–1973).

1942 Trotz Zweitem Weltkrieg und Benzinknappheit kauft Werder-Müller einen grösseren Lastwagen. Es handelt sich um einen Ford Wehrmacht LKW G995, ausgerüstet mit einem 3,9 Liter-Benzinmotor und 95 PS. [2]

1944 Der Lastwagen Werders wird von der Armee requiriert. Anstelle des Lastwagens bekommt Werder ein Pferd mit Wagen zur Verfügung gestellt. [3]

1951 Das Geschäft wird den beiden Söhnen übergeben: Hans Werder-Häfner übernimmt das Transportunternehmen mit der Kohlenhandlung, Karl Werder-Scherer (1916–1973) die Post- und Bahncamionnage, das Kolonialwarengeschäft sowie das Bier- und Mineralwasserdepot an der Knonauerstrasse 7. [4]

1955 Seniorchef Karl Werder-Müller stirbt am 30. Oktober. Er wurde 77 Jahre alt. [5]

1962 Hans Werder-Häfner gibt aus gesundheitlichen Gründen das Transportunternehmen und die Kohlenhandlung auf. Die Firma Furrer & Hübscher übernimmt das Geschäft.

1973 Hans Werder-Häfner (*1908) und Karl Werder-Scherer (*1916) sterben im gleichen Jahr.


Anekdoten

1940 muss Werder den Hausrat von Pfarrer Josef Muff (1905–1994) von Luzern nach Cham zügeln. Mit dabei ist auch ein sehr schweres Hochklavier. Der Pfarrer ist beim Umzug anwesend, was das Zügeln des schweren Pianos insofern erschwert, weil in Anwesenheit von Hochwürden nicht geflucht werden darf. [6]

Werders Lastwagen wird 1944 von der Armee requiriert. Anstelle des Lastwagens bekommt Werder ein Pferd mit Wagen zur Verfügung gestellt. Werder hat keine Ahnung von Pferdefuhrwerken und kann damit unmöglich seine Post- und Bahntransporte durchführen. Deshalb tauscht Karl Werder junior nachts das Pferdefuhrwerk gegen seinen Lastwagen aus. Es dauert nur wenige Stunden, bis die Heerespolizei an der Knonauerstrasse 7 erscheint: Werder junior wird verhaftet und eine Woche lang in die Arrestzelle im Spritzenhaus am Rigiplatz gesperrt. [7]


Fotoalbum

Personen


Einzelnachweise

  1. Werder, Charly, Wer? der Charly, Cham 2017, S. 48
  2. Werder, Charly, Wer? der Charly, Cham 2017, S. 48
  3. Zugersee-Zeitung, 27.04.1951
  4. Zugersee-Zeitung, 27.04.1951
  5. Zugersee-Zeitung, 27.04.1951
  6. Werder, Charly, Wer? der Charly, Cham 2017, S. 50
  7. Werder, Charly, Wer? der Charly, Cham 2017, S. 48