Löbernstrasse 20

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Eingang mit Holzlaube auf der Ostseite: ein detailreiches Dreifamilienhaus
Fachwerk und markante Laube: das Haus von Zimmermeister Gottlieb Muggli
Fachwerk und markante Südwestecke: rechts das auffällige Haus von Zimmermeister Muggli
Die eingereichten Baupläne Mugglis: So wurde das Haus nie realisiert

Bei diesem Haus zeigte der Chamer Zimmermeister Gottlieb Muggli sein berufliches Können: Das Fachwerkhaus mit späten Heimatstilformen schmückte er an der Südecke mit einer sorgfältig gestalteten Holzveranda. Später nutzte die Papierfabrik Cham das Haus für ihre Angestellten, wie so viele Liegenschaften in diesem Quartier. 2008 musste es weichen.


Chronologie

1923 Der Chamer Zimmermeister Gottlieb Muggli wohnt an der Ecke Knonauerstrasse / Schluechtstrasse. 1923 kauft er der Gemeinde Land ab, das östlich an seine Liegenschaft grenzt, also in Richtung Schluechthof. Der Gemeinderat glaubt, dass «es sich nicht als Bauland eignet» und überlässt es deshalb für vier Franken pro Quadratmeter. Muggli hat damit noch nicht genug. [1]

1930 Muggli kauft weitere 830 Quadratmeter an der Ecke Löbernstrasse / Sonneggstrasse hinzu, diesmal für sechs Franken den Quadratmeter, allerdings mit der Auflage, innerhalb eines Jahres auf der Parzelle ein Wohnhaus zu erstellen. Es herrscht damals auch in Cham Wohnungsknappheit. Am 1. März 1930 hat Gottlieb Muggli das Zimmereigeschäft seinem Sohn Paul Muggli-Müller übertragen. Deshalb hat er nun Zeit, auf der neu erworbenen Parzelle das vorgeschriebene Wohnhaus zu erstellen. Er entscheidet sich für ein voluminöses Dreifamilienhaus mit Fachwerk. Ein besonderes Augenmerk richtet er auf die Veranda an der Südostecke der Liegenschaft. Sorgfältig gestaltet er diese und lässt damit seine Handwerkskunst aufblitzen. Ebenso wertet er den Eingang auf der Ostseite mit einer Laube auf. Stilistisch gilt das Gebäude nicht als letzter Schrei, vielmehr ist es «in damals bereits altertümlichen Heimatstilformen mit Fachwerkelementen» gehalten. [2]

1948 Die Papierfabrik Cham erwirbt die Liegenschaft. Fortan wohnen hier vorwiegend Angestellte der Papierfabrik. Wie im ganzen Löbernquartier. Die Papierfabrik ist der dominierende Betrieb im Ennetsee, mit einem Aktienkapitel von drei Millionen Franken. Ebenfalls 1948 erstellt die Papierfabrik an der Herrenmattstrasse und an der Rigistrasse sieben Mehrfamilienhäuser für die wachsende Belegschaft. Aber auch das reicht nicht aus. 1951 baut die Papierfabrik weitere Mehrfamilienhäuser in Enikon. [3]

2008 Abriss und Bau des neuen Zweifamilienhauses.


Fotogalerie

Aufnahmen des Hauses Löbernstrasse 20 aus dem Jahre 2007


Einzelnachweise

  1. Einwohnergemeindearchiv Cham, Bauakten 1923
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 125
  3. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 142