Wolf, Drogerie

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Doppelwohn- und Geschäftshaus Wolf am Bärenplatz: Das Lebensmittelgeschäft befand sich im hinteren Teil des Hauses
Skizze von Architekt Otto von Rotz für die Erweiterung des Geschäftes, um 1950

Das Lebensmittelgeschäft der Familie Wolf an der Seestrasse 1 war Chams erster Discount. 1931 kam eine Drogerie hinzu. 1989 wich das Gebäude der Überbauung Dorfplatz.


Chronologie

1886 Bau des Hauses Seestrasse 1, gleichzeitig mit dem ähnlich gestalteten Haus Luzernerstrasse 1. Georg Kost betreibt darin ein Lebensmittelgeschäft und ist bekannt für seine hauseigenen Limonaden. [1] Kost versucht es auch mit Weinhandel.

1900 Fridolin Wolf-Rohner aus Neuenkirch LU kommt nach Cham und übernimmt das Lebensmittelgeschäft von Georg Kost.

1909 Das Haus geht an Fridolin Wolf über. Er betreibt einen grossen Lebensmittelkaufladen. [2]

1923 Fridolin Wolf initiiert den Rabattverein Cham. [3]

1931 Wolf ergänzt das Lebensmittelgeschäft um eine Drogerie, die von Fridolins Sohn Fritz (1908–1987), einem gelernten Drogisten, geführt wird. [4] Im Haus von Fridolin Wolf gründet Jakob Gärtner-Müller am 15. Januar seine Firma für Bodenbeläge.

1934 Generationenwechsel im Hause Wolf: Fritz Wolf-Bütler übernimmt das väterliche Geschäft.

1937 Der eingemietete Betrieb «Gärtner Bodenbeläge» zieht an die Schulhausstrasse um.

1940 Fridolin Wolf-Rohner stirbt achtzigjährig am 24. September. Er war ein «erfolgreicher Geschäftsmann und ein Vorkämpfer der Gewerbeinteressen». [5]

1950 Der Chamer Architekt Otto von Rotz (1914–2009) baut im Auftrag von Fritz Wolf den Laden um: «Die lange Front des Bedienungstisches ermöglicht es heute den eiligsten Kunden rasch zu bedienen.» [6] Das Warensortiment umfasst: «Lebensmittel, Drogen, Weine, Spirituosen, Rauchwaren, Wolle, Papeterien, Bürstenwaren». [7]

1951 In einem Inserat wirbt Wolf mit: «Eine Spezialität aus dem Zugerland Zuger Kirsch Flaschen à 1 Ltr. 7dl 31/2dl.» [8]

1952 Für folgende Produkte wirbt Wolf zu Weihnachten: «Bürstengarnitur, Manicüre, Puderdose, Parfum, Eau de Cologne, Schwedenkerze, Leuchter, Wein, Likör, Festkaffee, Pralinées und Schokolade». [9]

1955 Wolf richtet in seinem Laden eine Kaffeerösterei ein. Passend dazu bietet er eigene Kaffeemischungen an. [10]

1958 In einem Inserat preist sich Wolf an: «Unsere Spezialität Kaffee aus eigener Rösterei. Sie werden stets reell bedient bei Wolf Drogerie und Kolonialwaren, Telephon 6 11 73.»[11] Und die «Zuger Nachrichten» schreiben: «Wolf ist in Cham ein Begriff geworden und bleibt es.» [12]

1987 Fritz Wolf, er lebt inzwischen in Meierskappel LU, stirbt am 10. Dezember 79-jährig.

1989 Das Doppelwohn- und Geschäftshaus Wolf wird für die Überbauung Dorfplatz abgerissen.


Dokumente

Inserate


Bildergalerie

Fritz Wolf als Kinobetreiber


Abbruch des Doppelwohnhauses am Bärenplatz 1989


Einzelnachweise

  1. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 119f.
  2. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 120f.
  3. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 119f.
  4. Zuger Nachrichten, Beilage zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 11.07.1958
  5. Zuger Kalender 1942, Chronik 24.09.1940
  6. Zugersee-Zeitung, 17.11.1950
  7. Zugersee-Zeitung, 24.11.1950
  8. Eine Nacht in Venedig, Sommernachtspiele auf dem Zugersee, Programmheft, Cham 1951, S. 18
  9. Zugersee-Zeitung, 19.12.1952
  10. Zugersee-Zeitung, 20.05.1955
  11. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  12. Zuger Nachrichten, Beilage zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 11.07.1958