Wegkreuz Frauenthal

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Das imposante Sandsteinkruzifix beim Kloster Frauenthal gehört zu den ältesten erhaltenen Wegkreuzen in der Gemeinde Cham. Es wurde wenige Jahre nach dem Zweiten Villmergerkrieg von der Äbtissin Maria Verena Mattmann errichtet.


Das Wegkreuz am alten Standort, vor 1970
Aufnahme aus dem Jahre 1971, vor der Erneuerung
Das erneuerte Sandsteinkreuz der Äbtissin Maria Verena Mattmann (1650–1726) am neuen Standort an der Lorze, 1981


Chronologie

vor 1696 Auf der ältesten erhaltenen, im Archiv des Zisterzienserinnenklosters Frauenthal aufbewahrten Vogelschauansicht des Klosterbezirks ist ein Wegkreuz knapp östlich der damals gedeckten Holzbrücke über die Lorze dargestellt. [1]

1712 Im Zweiten Villmergerkrieg wird das Kloster Frauenthal nach der Niederlage der katholischen Kantone bei Villmergen drei Wochen lang von zürcherischen Truppen besetzt und geplündert. Die klösterlichen Lehenshöfe in Islikon und Hatwil gehen in Flammen auf. Die Äbtissin Maria Verena Mattmann (1650–1726) und die Klosterfrauen halten sich derweil in der Stadt Zug auf. Nach ihrer Rückkehr müssen sie den Klosterbetrieb neu aufbauen. [2]

1717 Die Äbtissin Verena Mattmann errichtet an der Gabelung der Wege nach Hatwil und hinauf zur Hubletzen ein Wegkreuz aus Sandstein. Auf dem Frauenthaler Zehntenplan von 1717 ist das Wegkreuz bei der Lorzenbrücke nordöstlich des Klosters eingezeichnet. [3]

1981 Das 1231 gegründete Zisterzienserinnenkloster feiert sein 750-Jahre-Jubiläum. Das Sandsteinkreuz von 1717 wird erneuert und am 1. Mai von Kassian Otto Lauterer (*1934), Abt von Wettingen-Mehrerau, neu eingesegnet. [4]

2019 Das Sandsteinkreuz ist im Inventar der schützenswerten Denkmäler der Gemeinde Cham aufgeführt. [5]


Beschreibung

In der Mitte des vier Meter hohen Kreuzes steht das Christusmonogramm IHS, am Querbalken die Jahreszahl 1717; Sonne, Mond und Stern als Symbole für die ganze Schöpfung an den Enden. Der Längsbalken wird oben von einem Stern abgeschlossen. Er trägt die Wappen des burgundischen Klosters Cîteaux (Mutterkloster aller Zisterzienser), der Freiherren von Schnabelburg (Klostergründer) und der Äbtissin Maria Verena Mattmann. Am Sockel ist das Wappen der 1980 verstorbenen Äbtissin Maria Dolorosa Willimann (1935–1980) abgebildet. [6]


Fotogalerie


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Einzelnachweise

  1. Klosterarchiv Frauenthal, Plantruhe. Zu dieser Darstellung ausführlich Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 189, 278
  2. Gruber, Eugen, Geschichte von Frauenthal, Zug 1966, S. 170–172
  3. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 253
  4. Lüthold-Minder, Ida, 750 Jahre Abtei Frauenthal 1231–1981, Cham 1981, S. 58
  5. Amt für Denkmalpflege und Archäologie, Inventar der schützenswerten Denkmäler, Grundstücknummer 1089 [Stand: 28.03.2019]
  6. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 253