Villette-Brücke

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Schon früher ein beliebtes Motiv: Postkarte der Villettebrücke
Eine der wenigen Farbfotos aus der Chamer Ortsgeschichte von 1962: Die Brücke wurde etwas abwertend als Steg über die Lorze bezeichnet
Zeichnung der Villettebrücke, 1962
Seit beinahe 70 Jahren unverändert: die Villettebrücke beim Hirsgarten, Februar 2018

Der östliche Teil des Villetteparks kam 1948 in die Hände der Gemeinde Cham. Um den Chamerinnen und Chamern einen gefahrenlosen Zugang zu ermöglichen, baute die Einwohnergemeinde Cham die Bogenbrücke zwischen Hirsgarten und Villettepark, die 1950 feierlich eingeweiht wurde.


Chronologie

1864–1866 Der Zürcher Architekt Leonhard Zeugheer (1812–1866) erstellt für Bauherr Heinrich Schulthess-von Meiss (1813–1898) das Landhaus Villette in Cham am See mit ihrem grossen Park. [1]

1948 Die Besitzerin der Villette, Anna Vogel-von Meiss (1858–1942) stirbt 1942. Es kommt zur Aufteilung des Erbes: Die Papierfabrik Cham übernimmt die Villa und den westlichen Teil des Parks; die Einwohnergemeinde Cham kann den östlichen Teil des Parks erwerben. Dies ist nur möglich geworden, weil die Gemeinde den gemeindeeigenen Bauernhof Schluecht dem Kanton Zug verkauft hat. Dank dieser Mittel kann die Gemeinde Cham, vertreten durch Gemeindepräsident Heinrich Habermacher (1902–1983), der gleichzeitig Vizedirektor der Papierfabrik ist, den ersten Teil des Parks kaufen. Cham kommt günstig zu seinem wunderbaren Park am See: Der Quadratmeter kostet damals 10.66 Franken. [2]

1949 Bisher war die Erschliessung des Villetteparks über den kleinen Bahnübergang zwischen dem Gärtner- und Pförtnerhaus der Villette. Weil nun ein Teil des Parks öffentlich zugänglich ist, baut die Gemeinde Cham eine neue Fussgängerverbindung zwischen Hirsgarten und Villettepark, eine Bogenbrücke. [3] Die Brücke wird erstellt von der Chamer Baufirma Käppeli nach Entwürfen von Emil Staudacher (1898–1977), ein Dr. sc. techn., dipl. Ing. ETH, der sich vor allem als planender Ingenieur für viele Flusskraftwerke einen Namen machte. [4]

1950 Brücke und Park werden am Nationalfeiertag eingeweiht und der Bevölkerung übergeben. [5]

1981 Die Einwohnergemeinde kann die Villette mit Nebengebäuden sowie den westlichen Teil des Villetteparks für 3.6 Millionen Franken kaufen. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stimmen dem Kauf mit nur wenigen Gegenstimmen zu. [6]

2012 Das Chamer Stimmvolk billigt an der Urne die Zonenplanänderung «Täubmatt». 2258 Personen stimmen «Ja», 1845 sagen «Nein». Die Zone öffentlichen Interesses (OeIF) kann nach diesem Entscheid entlang des Seeufers nach Westen ausgedehnt werden. [7]

2014 Anlässlich des Villettefäschts 2014 wird die Erweiterung des Parks nach Westen gefeiert. Um 12'300 Quadratmeter konnte der Park vergrössert werden. [8]


Fotogalerie


Einzelnachweise

  1. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 30f.
  2. Stiftung Villette Cham, Villette Cham, Cham 1988, S. 38
  3. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 145
  4. Siegenthaler, Rolf, Nachruf Emil Staudacher, in: Schweizerische Bauzeitung, Heft 40, 06.10.1977
  5. Zuger Kalender, Chronik 01.08.1950
  6. Orsouw, Michael van, Der Zellstoff, auf dem die Träume sind – 350 Jahre «Papieri» Cham, Zug 2007, S. 31</
  7. Neue Zuger Zeitung, 15.04.2012
  8. Neue Zuger Zeitung, 30.08.2014