Thürlemann Venantia (1906–2001)

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Portrait von Thürlemann Venantia (1906–2001)
Portrait von Sr. Venantia Thürlemann (1906–2001)

Namens­zusatz: Sr.
Vorname: Venantia
Nachname: Thürlemann
Geschlecht: weiblich
Geburts­datum: 30. November 1906
Geburt­sort: Waldkirch SG
Todes­datum: 9. März 2001
Todes­ort: Menzingen ZG
Beruf: Lehrerin
Religion: römisch-katholisch

Sr. Venantia Thürlemann gehört zu den Menzinger Schwestern, die am längsten an den Chamer Schulen gewirkt haben. Hagendornerinnen und Hagendorner in den 1930er-Jahren und Niederwilerinnen und Niederwiler in den 1970er-Jahren besuchten bei ihr die Unterstufe der Primarschule.



Von 1926 bis 1969 unternehmen die Chamer Schulen alle fünf Jahre einen Ausflug auf das Rütli, bei welchem natürlich die Menzinger Lehrschwestern nicht fehlen dürfen, wie hier Sr. Venantia Thürlemann


Stationen

1906 Anna Thürlemann wird am 30. November in Waldkirch SG geboren. Sie wächst zusammen mit sechs Geschwistern in einer Bauernfamilie auf. In einem Weiler bei Waldkirch besucht sie die Schulen. [1]

Nach der Schulzeit tritt sie als Kandidatin ins Institut Menzingen ein und besucht dort das Lehrerinnenseminar. Sie erwirbt das Zuger Primarlehrerinnendiplom. [2]

1931 Am feiert sie in Menzingen ihre Profess und erhält den Klosternamen Sr. Venantia. [3] Sie übernimmt während des Winters die Unterschule in Churwalden GR und dann einen Aushilfsposten in Genf. In ihrem Lebenslauf schreibt sie dazu, «der Gehorsam rief mich». [4]

1932 Sr. Venantia beginnt ihre Lehrtätigkeit in Cham am 17. Oktober. Sie unterrichtet im Schulhaus Hagendorn eine 2./3. Primarklasse mit 50 Knaben und Mädchen. [5]

1949 Sr. Venantia übernimmt nach 17 Jahren in Hagendorn die Unterstufe in Niederwil. Dort unterrichtet sie 30 Kinder der 1. bis 3. Primarklasse. [6] Im Schulhaus Niederwil wirkt sie 23 Jahre zusammen mit Walter Kälin-Schönbächler (1914–1984), der die 4. bis 6. Primarklasse unterrichtet und mit ihrer Mitschwester, Sr. Leocadia Zwyssig, Handarbeitslehrerin (Lehrerin für Textiles Gestalten). [7]

1962 Sr. Venantia verfasst einen Brief an den Chamer Gemeinderat. Sie dankt für den Neubau des Schulhauses Niederwil, der «manche Vorteile und Erleichterungen gebracht» hat. Sie dankt auch, dass ihre Mitschwester, Sr. Leocadia Zwyssig, nun am Mittwoch und am Samstagnachmittag frei hat und Kurse und Tagungen besuchen kann. Schliesslich dankt sie für das Einrichten eines Badezimmers und eines Telefonanschlusses in der Schwesternwohnung im Schulhaus. [8]

1967 Sr. Venantia hat Herzprobleme. Sie muss ihre Kräfte von nun an einteilen. Sie wird in ihrer Arbeit als Lehrerin von Sr. Leocadia Zwyssig unterstützt, ihre Mitschwester auf dem Posten Niederwil. [9]

1972 Sr. Mechtild Som, Provinzoberin der Menzinger Schwestern, sendet am 5. Oktober das Kündigungsschreiben der Menzinger Lehrschwestern in Niederwil an den Chamer Schulratspräsidenten August Grolimund (1914–2002). Sr. Venantia und Sr. Leocadia werden im Sommer 1973 Niederwil verlassen. Die Provinzoberin begründet dies mit dem Alter und der geschwächten Gesundheit von Sr. Venantia und mit dem Nachwuchsmangel bei den Menzinger Schwestern. [10] Sr. Venantia wird für ihre 40-jährige Tätigkeit an den Chamer Schulen geehrt. [11]

1973 Sr. Venantia wird pensioniert. Sie verlässt Niederwil mit 67 Jahren nach 23 Jahren Schuldienst in Niederwil und insgesamt 41 Jahren an den Chamer Schulen. Sie kehrt nach Menzingen ins Mutterhaus zurück. Dort arbeitet sie weitere neun Jahre im Mutter-Bernarda-Sekretariat. [12]

1982 Mit 76 Jahren zieht Sr. Venantia ins klostereigene Altersheim Carmel. [13]

2001 Sr. Venantia stirbt am 9. Mai mit 94 Jahren. [14]


Würdigung

Sr. Venantia hat 41 Jahre an den Schulen von Cham gewirkt. Damit gehört sie zusammen mit Sr. Maria Patrizia Högger (1921–2013) und Sr. Leocadia Zwyssig zu den Menzinger Lehrschwestern, die am längsten in Cham gearbeitet haben.

In Niederwil hat sie zusammen mit Lehrer Walter Kälin-Schönbächler 23 Jahre lang die Jugend geprägt. Bei Sr. Venantia lernten die Niederwiler Kinder Schreiben, Lesen und Rechnen. Sie hat drei Jahrgangsstufen im gleichen Schulzimmer unterrichtet, eine besondere didaktische und pädagogische Herausforderung. Auch sie hatte als Kind in einer Aussenschule von Waldkirch SG eine Klasse mit drei Jahrgangsstufen besucht. [15]

Der Rektor der Chamer Schulen, Jakob Müller (1913–1991), charakterisiert Sr. Venantia anlässlich ihres 40-jährigen Dienstjubiläums als «zielbewusste Lehrkraft und gute Erzieherin», die auch damals noch «Begeisterung für ihren Beruf» und «Frische und Tatkraft» ausgestrahlt hat. [16] In ihren Briefen und aus ihrem Lebenslauf wird sichtbar, dass sie im christlichen Glauben tief verwurzelt war. [17]


Dokumente

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Zeitungsartikel zum 40-Jahr-Dienstjubiläum von Sr. Venantia, verfasst von Rektor Jakob Müller (1913–1991), Zuger Nachrichten, 08.11.1972


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Kündigungschreiben der Provinzoberin für die beiden Lehrstellen in Niederwil an Schulpräsident August Grolimund (1914–2002), 08.10.1972


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Dankesschreiben von Sr. Venantia für die Renovation des Schulhauses Niederwil, 12.07.1962


Einzelnachweise

  1. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  2. Klosterarchiv Menzingen, Lebenslauf von Sr. Venantia
  3. Klosterarchiv Menzingen, Lebenslauf von Sr. Venantia
  4. Klosterarchiv Menzingen, Lebenslauf von Sr. Venantia
  5. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  6. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  7. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  8. Klosterarchiv Menzingen, Brief von Sr. Venantia, 12.07.1962 (Kopie)
  9. Klosterarchiv Menzingen, Lebenslauf von Sr. Venantia
  10. Klosterarchiv Menzingen, Brief von Sr. Mechtild Som an August Grolimund, 05.10.1972 (Kopie)
  11. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  12. Klosterarchiv Menzingen, Todesanzeige Sr. Venantia
  13. Klosterarchiv Menzingen, Todesanzeige Sr. Venantia
  14. Klosterarchiv Menzingen, Todesanzeige Sr. Venantia
  15. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  16. Zuger Nachrichten, 08.11.1972
  17. Klosterarchiv Menzingen, Lebenslauf und Briefe von Sr. Venantia