Högger Maria Patrizia (1921-2013)

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Portrait von Högger Maria Patrizia (1921-2013)
Portrait von Maria Patrizia Högger (1921-2013), Sr. Maria Patrizia

Namens­zusatz: Sr.
Vorname: Maria Patrizia
Nachname: Högger
Geschlecht: weiblich
Geburts­datum: 8. Juli 1921
Geburt­sort: Gossau SG
Todes­datum: 22. September 2013
Todes­ort: Menzingen ZG
Beruf: Lehrerin
Religion: römisch-katholisch

Schwester Maria Patrizia Högger hat im Auftrag der Einwohnergemeinde 26 Jahre als Primarlehrerin an der Unterstufe und nach dem Rückzug der Menzinger Schwestern aus dem Schuldienst 16 Jahre im Auftrag der katholischen Kirchgemeinde als Katechetin in Cham gearbeitet. Sie war die Menzinger Schwester, die in der ca. 80 Jahre dauernden Tätigkeit der Lehrschwestern von Menzingen am längsten in Cham gewirkt hat. Sie war zudem viele Jahre Oberin auf dem Posten Cham.



Die beiden letzten Menzinger Schwestern in Cham, Sr. Maria Clemens Schäfer, Sr. Maria Patrizia Högger, Pfarrer Josef Muff (1905–1994) (v.l.n.r.), ca. 1970
Verabschiedung von Sr. Maria Patrizia als Katechetin, Kirchenrat Walter Müller (1923–2002), Sr. Maria Patrizia und Pfarrer Leopold Kaiser (*1947) (v.l.n.r.), Juli 1985


Stationen

1921 Maria Eugenia Högger wird am 8. Juli als älteste Tochter von Robert und Eugenia Högger-Buschor in St. Gallen geboren. Sie besucht die Schulen in St. Gallen. Im Kindergarten und in der Sekundarschule wird sie von einer Menzinger Schwester unterrichtet. Nach der obligatorischen Schulzeit besucht sie in Menzingen als Weltliche das Lehrerinnenseminar. Nach dem Abschluss des Lehrerinnenseminars besucht sie am Seminar für Hauswirtschaftslehrerinnen einen Jahreskurs. [1]

1941 Maria-Eugenia Högger tritt gut 20-jährig ins Postulat und anschliessend ins Noviziat des Klosters Menzingen ein. [2]

1943 Maria-Eugenia Högger feiert am 24. August in Menzingen Profess und nimmt ihren Klosternamen Sr. Maria Patrizia an. Danach wird sie auf ihren ersten und einzigen Aussenposten entsandt. Sie wird Lehrerin an der Unterstufe der Primarschule im Schulhaus Kirchbühl, wo seit 1888 Menzinger Lehrschwestern unterrichten. [3]

Späte 1960er-Jahre Sr. Maria Patrizia lässt sich in Luzern zur Katechetin ausbilden. [4]

1968 Sr. Maria Patrizia wird für ihre 25-jährige Tätigkeit an den Chamer Schulen vom Gemeinderat geehrt. [5]

1969 Die Klosterleitung beschliesst im Frühjahr die Menzinger Lehrschwestern aus den Chamer Schulen zurückziehen, da die Zahl der Neueintritte in die Ordensgemeinschaft kontinuierlich zurückgeht. Nach dem Rückzug der Menzinger Lehrschwestern bleiben Sr. Maria Patrizia Högger und Sr. Maria Clemens Schäfer in Cham. Sie arbeiten im Auftrag der Katholischen Kirchgemeinde Cham-Hünenberg als Katechetinnen. [6]

1985 Nach 16-jähriger Tätigkeit als Katechetin und insgesamt 42 Jahren Tätigkeit in Cham kehrt Sr. Maria Patrizia ins Mutterhaus zurück. Dort beginnt sie eine neue Tätigkeit. Sie wird Sekretärin der damaligen Provinzoberin, Sr. Maria Paula Gasser, die zur Präsidentin der Vereinigung der Ordensoberinnen der deutschsprachigen Schweiz und Liechtenstein ernannt worden war. [7]

1988 Sr. Maria Patrizia übernimmt die Verwaltung der Kartei der über 3000 Verehrerinnen und Verehrer von Mutter Maria Bernarda Heimgartner (1822–1863), der Mitbegründerin und ersten Oberin des Instituts Menzingen. [8]

2005 Sr. Maria Patrizia zügelt vom Mutterhaus ins klostereigene Altersheim Maria vom Berg in Menzingen [9]

2012 Sr. Maria Patrizia muss im April aus gesundheitlichen Gründen ins klösterliche Pflegeheim St. Franziskus umziehen. [10]

2013 Sr. Maria Patrizia stirbt am 22. September in Menzingen und wird auf dem Klosterfriedhof beerdigt. [11]


Würdigung

Sr. Maria Patrizia war mit Leib und Seele Primarlehrerin. Sie hat als Primarlehrerin der ersten und zweiten Klasse und später als Katechetin mehrere Generationen von Chamer Kindern unterrichtet, anfänglich gemischte Klassen, später ausschliesslich Mädchenklassen. [12] Sr. Maria Patrizia war im ganzen Dorf bekannt. Sie hatte ein phänomenales Namensgedächtnis und verblüffte ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler immer wieder, wenn sie ihren Namen auch nach Jahrzehnten auf Anhieb nennen konnte. [13] Schwester Maria Patrizia hat in Cham Spuren hinterlassen. Als sie Cham 1985 verlässt, schreiben die Zuger Nachrichten: «Vielen Kindern und Erwachsenen war sie mit ihrer Güte und ihrer Bescheidenheit ein Vorbild. Der Abschied fällt alle jenen, die sie kennen, schwer». [14]


Anekdote

In ihrer Zeit als Katechetin war Sr. Maria Patrizia für die Gestaltung der Schulmessen verantwortlich. Einmal fiel die Schulmesse auf den Schmutzigen Donnerstag, den Beginn der Fasnacht. Viele Kinder kamen in Fasnachtskleidung in die Schule und folglich auch in die Schulmesse, darunter einige, die als Teufelchen verkleidet waren. Schwester Maria Patrizia sah dies und muss wohl ziemlich erschrocken sein. Sie verschwand kurz in der Sakristei, trat dann wieder in den Chorraum und wandte sich an die Kinder: «Alli mit Schwänz und Hörner gönd jetzt hei.» [15]


Dokumente


Klassenfotos


Einzelnachweise

  1. Klosterarchiv Menzingen, Lebenslauf von Sr. Maria Patrizia, verfasst im August 2000
  2. Vgl. Anmerkung 1
  3. Vgl. Anmerkung 1. Zuger Nachrichten, 03.11.1888
  4. Vgl. Anmerkung 1
  5. Klosterarchiv Menzingen, Dankesschreiben des Chamer Gemeinderats, 28.08.1968
  6. Vgl. Anmerkung 1
  7. Vgl. Anmerkung 1
  8. Vgl. Anmerkung 1
  9. Klosterarchiv Menzingen, Todesanzeige für Sr. Maria Patrizia
  10. Vgl. Anmerkung 9
  11. Vgl. Anmerkung 9
  12. Freundliche Mitteilung von Claudia Häfliger, Cham, 07.10.2021
  13. Neue Luzerner Zeitung, 25.06.2004 (Bericht über eine Klassenzusammenkunft des Jahrgangs 1939). Freundliche Mitteilung von Claudia Häfliger, Cham, 07.10.2021
  14. Zuger Nachrichten, 10.07.1985
  15. Freundliche Mitteilung von Claudia Häfliger, Cham, 07.10.2021