Grolimund August (1914–2002)

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Portrait von Grolimund August (1914–2002)
Portrait von August Grolimund (1914–2002)

Vorname: August
Nachname: Grolimund
Geschlecht: männlich
Geburts­datum: 5. August 1914
Geburt­sort: Herisau AR
Todes­datum: 24. November 2002
Todes­ort: Zug ZG
Beruf: Kreisinspektor Innerschweiz der Eidgenössischen Alkoholverwaltung
Amt: Schulpräsident

August Grolimund stammte aus Appenzell Ausserrhoden und kam wegen des Berufs nach Cham. Hier fasste er schnell Fuss. Viele Chamerinnen und Chamer kannten ihn, weil er viele Jahre Präsident der Schulkommission war. Als solcher machte er regelmässig Schulbesuche. Grolimund war ein ausgezeichneter Schütze und Präsident des Zuger Kantonalen Schützenverbandes.



Schulpräsident August Grolimund hält die Festansprache aus Anlass des 100. Todestag von Sr. Maria Bernarda Heimgartner (1822–1863), 1963
August Grolimund überreicht am Festanlass Sr. Maria-Patrizia Högger (1921–2013) einen Radioempfänger mit Plattenspieler


Stationen

1914 August Grolimund wird am 5. August als Sohn von Bertha und August Grolimund in Herisau AR geboren. [1] Er besucht die Schulen in Herisau, anschliessend die Kantonsschule in St.Gallen und er schliesst seine Ausbildung mit einer Handelsmatura ab. Anschliessend absolviert er ein kaufmännisches Praktikum.

ca. 1932 Wegen der grossen Wirtschaftkrise der 1930er Jahre ist es für ihn schwierig eine feste Stelle zu finden. [2]

1934 August Grolimund absolviert die Rekrutenschule, später nahtlos die Unteroffiziers- und die Offizierschule und wird Leutnant, später Oberleutnant. [3]

1935 Grolimund nimmt an einem militärischen Patrouillenlauf teil und gewinnt diesen mit seinen Kameraden. Dabei lernt er Anna Kern, die Tochter des Patrouillenführers, kennen. Die beiden werden ein Paar. An die Gründung einer Familie ist aus finanziellen Gründen noch nicht zu denken. [4]

1938 August Grolimund findet seine erste feste Anstellung als Kanzleigehilfe bei der Eidgenössischen Alkoholverwaltung in Bern. Er verdient in der 20. Besoldungsklasse 270 Franken pro Monat. [5]

1939 Nach der Generalmobilmachung im August 1939 leistet Grolimund im Zweiten Weltkrieg als Offizier viele Monate Aktivdienst. [6]

1941 Teile der Armee werden demobilisiert. Grolimunds berufliche Entwicklung in der Eidgenössischen Alkohlverwaltung verläuft erfreulich. August Grolimund und Anna Kern heiraten am 19. April in Herisau. [7]

1944 Peter, der erste Sohn, wird geboren. 1947 kommt der zweite Sohn Kurt auf die Welt. [8]

1950 August Grolimund wird zum Kreisinspektor für die Innerschweiz der Eidgenössischen Alkoholverwaltung ernannt. Die Familie zieht nach Cham, wohnt zuerst im Tannenhof, später an der Nestléstrasse. [9]

1952 Grolimund ist ein guter Schütze. Am 9. Zuger Kantonalschiessen erreicht er eine Matchauszeichnung. [10]

1959 August Grolimund ist in Cham im Schulrat tätig. Er hält in diesem Jahr zudem die Rede zur Bundesfeier. [11]

1962 Grolimund ist OK-Präsident des Zuger Kantonalschiessens, das im Schützenhaus in Niederwil stattfindet. [12] August Grolimund verfasst für die Geschichte von Cham, die im Nachgang zur Feier 1100 Jahre Cham von 1958 erscheint, zusammen mit dem Zuger Historiker Eugen Gruber (1900–1989) einen Artikel über das Schützenwesen. [13]

1964 Die Familie Grolimund bezieht ihr Eigenheim an der Hünenbergerstrasse 58. [14] August Grolimund wird Präsident der Schulkommission. [15] In dieser Zeit übernimmt Grolimund einen Lehrauftrag für Brennereitechnologie am Technikum in Wädenswil ZH. Das dazu nötige Wissen hat er sich durch interne Weiterbildung und Erfahrungswissen erworben.

1968 Am 9. März wählen die Zuger Schützen an ihrer Jahrestagung August Grolimund als Nachfolger des verstorbenen Josef Wickart (1917–1967) zum neuen Kantonalpräsidenten. [16]

1973 Grolimund ist als Schulpräsident Gründungsmitglied des neu geschaffenen «Infoteam Schule-Eltern-Öffentlichkeit» (ab 1985: Schule-Elternhaus). Ziel dieses Vereins ist es, auf die Bedürfnisse und Anliegen der Schule aufmerksam zu machen, den Dialog mit verschiedensten Kreisen und Institutionen zu pflegen und Vorträge und Weiterbildungsangebote zu schaffen. [17]

1975 Das Oberstufenschulhaus Röhrliberg wird eingeweiht und bezogen. Grolimund war Präsident der Baukommission. [18]

1978 August Grolimund tritt als Präsident der Schulkommission zurück. [19]

1979 August Grolimund wird pensioniert. Nach seiner Pensionierung zieht er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Er ist oft zu Fuss mit seinem Hund unterwegs.

2002 August Grolimund stirbt am 24. November im Zuger Kantonsspital.


Würdigung

August Grolimund war viele Jahre in der Schulkommission in Cham tätig, davon 14 Jahre als Präsident. Eine besondere Herausforderung in seiner Amtszeit war der Bau der Schulanlage Röhrliberg.

Grolimund war ein passionierter Schütze. So war er Schützenmeister der Standschützen, OK-Präsident des Zuger Kantonalschiessens 1962 und ab 1968 Präsident des Kantonalschützenverbandes. Zudem hat er während fünfzehn Jahren mit viel Freude als Lehrbeauftragter für Brennereitechnologie am Technikum Wädenswil gelehrt. [20]

Grolimund hat als junger Erwachsener erfahren, was totalitäre politische Systeme europäischer Grossmächte bewirken. Er war davon betroffen, als sich seine beruflichen Pläne nicht wie geplant realisieren liessen. Dies hat ihn laut dem Nachruf seiner Familie zum überzeugten Liberalen gemacht, der vom Freiheitsgedanken und der direkten Demokratie tief überzeugt war. [21]


Anekdote

Herr Grolimund, bzw. Groli, wie wir Schulkinder ihn hinter vorgehaltener Hand nannten, war eine Respektsperson. Kam er auf Schulbesuch, waren selbst wir Kinder etwas aufgeregt. Wir dachten, er sei gekommen, um uns Kinder zu inspizieren. [22]


Einzelnachweise

  1. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003. Freundliche Auskunft von Peter Grolimund, Steinhausen, 13.12.2021
  2. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003. Freundliche Auskunft von Peter Grolimund, Steinhausen, 13.12.2021
  3. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003. Freundliche Auskunft von Peter Grolimund, Steinhausen, 13.12.2021
  4. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  5. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  6. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  7. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003. Freundliche Auskunft von Peter Grolimund, Steinhausen, 13.12.2021
  8. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  9. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  10. Die Tat, 07.08.1952
  11. Zuger Neujahrsblatt, 01.08.1959
  12. Die Tat, 15.07.1962. Neue Zürcher Nachrichten, 14.07.1962
  13. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 2, Cham 1962, S. 263-267
  14. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  15. Hermann Steiner et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 416
  16. Zuger Neujahrsblatt 1969, Chronik 09.03.1968
  17. http://sundecham.ch/data/documents/40-Jahre-Schule-und-Elternhaus-Cham.pdf [Stand: 04.10.2021]
  18. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  19. Vgl. Anmerkung 15 (Steiner et al.), S. 416
  20. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  21. Neue Zuger Zeitung, 14.01.2003
  22. Erinnerung von Thomas Fähndrich, Cham, in den späten 1960er-Jahren Primarschüler in Cham, verschriftlicht am 02.12.2021