Schnurrenberger-Frey Max W. (1931–2019)

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Portrait von Schnurrenberger-Frey Max W. (1931–2019)
Portrait von Schnurrenberger-Frey Max W. (1931–2019), Porträt, 2016

Vorname: Max W.
Nachname: Schnurrenberger-Frey
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 3. März 1931
Geburtsort: Cham ZG
Todesdatum: 23. März 2019
Todesort: Cham ZG
Beruf: Architekt

Max W. Schnurrenberger war ein Chamer durch und durch. Er führte ein wohlorganisiertes, bürgerliches Familien- und Berufsleben, war Architekt, pflichtbewusstes Mitglied und Förderer von Musikformationen und bleibt den Mitmenschen als freundlicher Mensch in Erinnerung.



Mit Vater Max (vorne) und Bruder Werner (hinten), um 1957
Unterwegs mit Kinderwagen in der Villette: der Fondue-Club, um 1958, Elisabeth und Max W. Schnurrenberger links aussen
Max W. Schnurrenberger mit seinen Kindern Beata, Lise, Bruno, Max W., Peter, Mäge (von links) an der Reuss, 1963
Eltern und Geschwister von Max W. Schnurrenberger, Werner, Max W., Toni, Walty und Hedy (alle hinten), vorne die Eltern Max und Hedwig, undatiert (um 1965)
Er war ein begeisterter Bergsteiger: Max W. Schnurrenberger am Berg mit Gewerbeschulkollege D. Marti, um 1970
Die Kirchenbläsergruppe der Musikgesellschaft Cham mit Alex Schnurrenberger, Walti Annen, Peter Schnurrenberger, Rolf Annen (alle hinten), Max W. Schnurrenberger, Jürg Annen, Peter Züsli, Mäge Schnurrenberger (alle vorne), 1974
Familie Schnurrenberger mit Lise, Peter, Mäge, Alex, Bruno (hinten), Max W., Elisabeth, Beata, Evi (hinten), undatiert (um 1980)
Marschmusik durch Cham. Max W. Schnurrenberger und Hubert Bischof, 1980
Max W. Schnurrenberger als Hüttenwart des Ferienhauses der Gewerbeschule Zug in Valle TI, undatiert (um 1980)
Mit Walter Gretener (1931–2020), 2016


Stationen

1931 Max Willy wird am 3. März als erstes von fünf Kindern der Eltern Max (1905–1974)und Hedwig Schnurrenberger-Willi an der Hünenbergerstrasse in Cham geboren. [1]

1933 Die Familie Schnurrenberger-Willi zieht an die Schluechtstrasse 6 um, wo auch Grossvater Julius (1876–1947) und Grossonkel Walter (1911–1962) wohnen. Der kleine Max besucht vorerst die erste bis dritte Primarschulklasse im Kirchbüel. [2]

1941 Während des Zweiten Weltkriegs zieht die Familie in die Zollweid Hünenberg, wo Vater Schnurrenberger-Willi eine Bauunternehmung betreibt. Klein-Max wechselt deshalb von der Schule im Kirchbüel zu jener im Mattenboden, später folgt die Bezirksschule in Sins AG. [3]

1947 Nach Ablauf der obligatorischen Schulzeit absolviert Max Schnurrenberger eine dreijährige Maurer-Lehre im väterlichen Baugeschäft und hinterher ein Bauzeichner-Volontariat in Lausanne. [4]

1950 Zur Weiterbildung geht Schnurrenberger nach Winterthur: Dort bildet er sich zum Architekten HTL aus. [5] Ebenfalls in Winterthur bringt er sich das Trompetenspiel in hoher Qualität selber bei und spielt dort in einer Blasmusikformation. [6]

1951 Max Schnurrenberger tritt dem Schweizer Alpenclub SAC bei. Er ist fortan mit Kameraden und später mit seinen Kindern gerne und häufig in den Bergen. Er tritt auch dem inoffiziellen «Fondue-Club» bei, einer Bergsteiger-Freundschaft aus der Studentenzeit in Winterthur. Der «Fondue-Club» besteht später aus fünf Familien. Immer wieder werden Treffen in den Bergen organisiert; die FC-Freunde sind für Max’ Kinder «Onkel und Tanten». [7]

ab 1954 Bestens ausgebildet, wirkt Max Schnurrenberger im elterlichen Baugeschäft als Bauführer und Spezialist und Planer von landwirtschaftlichen Bauten in Cham und der weiteren Umgebung. Viele Scheunen (u.a. die Schluechtscheune) zeugen von seiner gekonnten Bautätigkeit. [8] Nebenbei und später vollzeitlich arbeitet Max Schnurrenberger als Baufachlehrer für Hochbauzeichner-, Maurer- und Zimmermann-Lehrlinge an der Gewerbeschule Zug.

Zudem wirkt er wieder bei der Musikgesellschaft Cham mit. Er ist Solo-Trompeter und spielt auch in diversen kleineren Orchestern wie den «Chomer Bären» mit. Er übt mit der Trompete täglich an Etüden und an schwierigen Passagen von Musikstücken der Blasmusik-Literatur sowie der Kirchen-Blasmusik. Ferien und private Anlässe werden immer um die Proben- und Auftrittszeiten herum organisiert, damit er nie fehlt. Stolz ist Max darauf, dass die meisten Mitglieder der MG Cham in den 1980er Jahren irgendwie der Familie Schnurrenberger angehörten: Vater Max, die Brüder Walter und Werner, die Söhne und Töchter Mäge, Peter, Beata, Alex, Bruno. Dazu Onkel Meier Josef (Jäzzli) Meier, die Cousins Ruedi Sidler und Edgar Meier sowie Schwiegersohn Eugen Greber. [9]

1955 Im Alter von 24 Jahren heiratet Max Schnurrenberger Elisabeth Frey aus Herdern TG. Das Ehepaar hat sieben Kinder: Max, Peter, Elisabeth, Beata, Alex, Bruno und Eva Maria. Die Familie wohnt zuerst an der Bahnhofstrasse in Cham. [10]

1963 Schnurrenberger kann sich einen Traum erfüllen. Er kann an der Rigistrasse 33 sein eigenes Haus entwerfen und bauen, worin eine Wohnung für die Grossfamilie Schnurrenberger-Frey vorgesehen ist. [11] Doch für die neunköpfige Familie ist die Parterrewohnung bald zu klein, es kommt ein Anbau dazu, den Schnurrenberger selber realisiert. Die Kinder helfen tatkräfitg mit, weil sie gerade wegen der Umstellung des Schuljahresbeginns vom Frühling auf den Sommer zehn Wochen Ferien haben. [12]

1964 In der Musikschulkommission Cham wirkt Schnurrenberger als Mitglied mit. [13]

1966 Schnurrenberger engagiert sich kantonal für die Blasmusik: Er wird Präsident des Verbands der Musikvereine des Kantons Zug (bis 1986). Er übernimmt das Amt von seinem Vater Max Schnurrenberger-Willi, der wiederum die Aufgabe von dessen Vater Julius Schnurrenberger übernommen hatte. [14]

1973 Schnurrenberger übernimmt das Präsidium der Musikschulkommission Cham (bis 1982). [15]

1974 In Erinnerung an die Anfänge der Musikgesellschaft Cham als Kirchenmusik (1824) gründet Max Schnurrenberger die Kirchenbläsergruppe der Musikgesellschaft Cham. Er organisiert, dirigiert und spielt mit.

2006 Elisabeth und Max Schnurrenberger ziehen in einen helle Wohnung an die Hünenbergerstrasse 41. [16] Nach 60-jähriger Mitgliedschaft in der MG Cham bekommt er vom internationalen Musikbund die CISM-Verdienstmedaille in Gold. [17] Zur Feier der internationalen Auszeichnung laden ihn Gemeindepräsident Bruno Werder (*1953) und Karin Bernasconi, die Präsidentin der Musikgesellschaft Cham, zu einer Kutschenfahrt durch Cham ein. [18]

2019 Max Schnurrenberger erkrankt an Krebs. Als er im Pflegezentrum Büel in Cham liegt, sagt er immer wieder zu Pflegenden und Familien-Mitgliedern: «Jojo, du hesch scho rächt. Jo, isch wohr». [19] Am 23. März stirbt er im Alter von 88 Jahren. [20]


Anekdoten

  • Die Mutter von Max, Hedwig Schnurrenberger-Willi, pflegt ihrem Mann Max zu nennen, ihren Sohn Maxli und ihren Neffen Mäxli, da alle Max heissen. Max’ Frau Elisabeth hatte die Auswahl Max für ihren Ehemann und Mäge für ihren Sohn. [21]
  • Wanderungen und Bergbesteigungen sind eine grosse Leidenschaft von Max Schnurrenberger-Frey. Trotz eines Töff-Unfalls während des Militärdiensts mit gravierenden Beinverletzungen kann Max schwere Rucksäcke stundenlang zu Berghütten oder auf Gipfel tragen. Auch seine Kinder können von seinem Hobby profitieren. «Ich goh morn uf de Säntis. Wer will mitchoh?», hiess es oft am Samstagabend. Niemals muss er allein auf seine Touren gehen, die Auswahl an Begleitern ist gross. Die Touren sind stets minutiös geplant, die Zwischenverpflegung von seiner Frau Elisabeth vorbereitet und verpackt. [22]
  • Nach einer Wanderung auf den Säntis schlägt das Wetter um, die Familie kann nicht zur Schwägalp zurücklaufen. Also nehmen Max und die drei Kinder die Bahn, die aber sehr teuer ist. Deshalb «gründet» Max mit zufällig dastehenden anderen Reisenden vor Ort den «Jodelclub Alpenrösli», um ein günstigeres Kollektivbilett zu erhalten. Unten angekommen wollen die Bähnler ein Lied hören, was sie auch prompt zu hören bekamen. [23]
  • Im «Ferienhaus Valle», Eigentum der Gewerbeschule Zug (jetzt GIBZ), ist Max Schnurrenberger Maurer, Schreiner, Installateur, Koch, Lagerleiter und «Chef». Mit viel Herzblut pflegt er die Liegenschaft unter dem Ritomsee, spielt Alphorn und beherbergt gerne Gäste. Als Gewerbeschul-Lehrer organisiert Max Betriebsbesichtigungen bei Baustoff-Fabrikanten. Aus der Keramik-Platten-Firma kam Max immer mit erbettelten Plättli zurück, die er später im Lagerhaus Valle an der Küchenwand verbaut. [24]


Einzelnachweise

  1. Zuger Zeitung, 16.04.2019
  2. Zuger Zeitung, 16.04.2019
  3. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  4. Zuger Zeitung, 16.04.2019
  5. Zuger Zeitung, 16.04.2019
  6. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  7. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  8. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  9. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  10. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., 03.03.2021
  11. Zuger Zeitung, 16.04.2019
  12. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  13. Chomer Schuelbär, 1/1990
  14. Jahresbericht Verband der Musikvereine des Kantons Zug, 15.03.1986
  15. Chomer Schuelbär, 1/1990
  16. Zuger Zeitung, 16.04.2019
  17. Zuger Zeitung, 03.04.2007
  18. Zuger Zeitung, 30.03.2007
  19. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  20. Zuger Zeitung, 26.03.2019
  21. Zuger Nachrichten, 16.06.1972
  22. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  23. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021
  24. Freundliche Mitteilung von Max Schnurrenberger jun., Cham, 03.03.2021