Leue

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Postkarte mit dem Gasthof Hagedorn, wie der «Leuen» früher hiess
Gebäudekomplex des früheren Gasthauses Hagedorn vor dem Brand
Brand des Gasthauses Hagedorn am 28. April 1962: die Feuerwehr Cham in Aktion
Luftaufnahme von Hagendorn mit dem Restaurant Leue nach dem Wiederaufbau, 1963
Der «Leue» um 2015
Die Liegenschaft Leue vor dem Totalumbau, 17.01.2018
Der «Leue» wird umgebaut, 23.10.2018


Etwas abseits der Hauptstrasse befindet sich in Hagendorn das Restaurant Leue. Die Gaststätte an der Lorzenweidstrasse 105 hiess früher «Restaurant Hagedorn».


Chronologie

1894 Als Wirt im Restaurant Hagedorn wirkt Josef Rogger aus Cham. [1]

1895 Jetzt wirkt Friedrich Steiger, gelernter Bäcker, als Wirt in Hagendorn. [2] Allerdings hält Steiger nicht lange durch, denn schon im gleichen Jahr geht der Betrieb über an Carl Renggli von Littau LU. [3]

1916 Landwirt Johann Baumgartner (*1880) kauft und betreibt die Wirtschaft. [4]

1918 Neuer Besitzer und Betreiber der Hagendorner Dorfwirtschaft ist Fritz Zimmermann, ebenfalls Landwirt aus Schwändi GL. [5]

1920 Neuer Besitzer und Betreiber ist Xaver Fähndrich (*1899), wiederum ein Landwirt. [6]

1926 Neuer Besitzer und Betreiber ist Adolf Meyer (*1894), gelernter Bäcker-Konditor, von Root LU. Er ist verheiratet mit Rosa, geborene Baumgartner (*1903). [7]

1947 Josef Leu-Brülisauer (1912–1995) kauft die Gastwirtschaft, die jetzt «Leue» heisst – wahrscheinlich nicht angelehnt an den bekannten Wirtshausnamen «Löwen», sondern aufgrund des Namens des Wirtes. Leu ist Wirt und Zimmermeister und mit Gertrud Brülisauer verheiratet, sie haben drei Kinder. In Cham lebt er seit seiner Geburt. [8]

1957 Die Gastwirtschaft betreibt Marie Zihlmann (*1916) aus Hergiswil LU, verheiratet mit Fritz und seit 1934 in Cham. [9]

1962 Die Liegenschaft wird bei einem Brand am 28. April komplett zerstört. Ausgehend von der Zimmereiwerkstatt von Josef Leu breitet sich das Feuer rasch aus. [10] Nach dem Brand wird das Gebäude neu erstellt. Die Planung übernimmt der Chamer Architekt Otto von Rotz (1914–2009), die Ausführung übernimmt Besitzer und Zimmermeister Josef Leu. Den Wirtsbetrieb geht an Frieda Wüthrich-Kunz (*1926), Bürgerin von Langnau im Emmental BE. Sie ist in Cham seit 1951. [11]

1963 Heinrich (*1916) und Marie Hefti-Meier (*1916) übernehmen die Gastwirtschaft Leue in Hagendorn. Das Lokal hat neben Gaststube, Sitzungszimmer, Esszimmer, Terrasse auch zwei Kegelbahnen vier Fremdenzimmer mit sechs Betten. [12]

1965 Julitha Meisser-Schlosser (*1923) führt ab dem 1. Mai als Pächterin den «Leuen». Sie ist mit Heinrich verheiratet und hat zuvor als Chefin de Service im Hotel St. Gotthard in Zürich gearbeitet. [13]

1967 Jetzt übernimmt Hauseigentümer Josef Leu selber den Betrieb im «Leue». [14]

1976 Hans und Erna Jans kaufen den «Leuen». Das Wirtepatent geht an Erna Jans-Brincil (*1938) von Steinhausen über. Sie ist sei 1969 in Cham. Ihr Mann Hans ist Gipsermeister und lebt seit 1949 in Cham. [15]

1977 Das Wirtepatent übernimmt jetzt Leonie Lustenberger-Schönenberg (*1931) von Doppleschwand LU. [16]

1978 Der neue Wirt heisst Robert Fuhrer-Gambirasio (*1927) und ist gelernter Maurer und Bürger von Langnau im Emmental BE. [17] Noch im gleichen Jahr, nämlich per 1. Dezember, geht das Patent an Rosa-Maria Eicher (*1931) von St. Gallenkappel SG. [18]

1984 Erika Staub-Kuenz (*1941) von Menzingen ZG wirkt als Pächterin im «Leue». [19]

1994 Hans-Peter Ramsauer (*1948), gelernter Maschinenschlosser, ist der neue Pächter. [20]

1996 Claudia Buchle-Barbara (*1967) bekommt das Wirtepatent für den «Leue». [21]

2012 Bekim Nushi aus Menzingen pachtet und betreibt den «Leue». [22]

2013 Nushi gibt das Lokal bereits wieder auf. [23]

2014 Neuer Wirt im «Leue» ist Zacharias Gisler, der das Wirtepatent zugesprochen bekommt. [24] Das Lokal hat auch zwei Kegelbahnen.

2015 Zacharias Gisler beteiligt sich mit seinem «Leue» in der Fernsehserie «Mini Beiz, Dini Beiz». [25]

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2018 Die Liegenschaft befindet sich im Umbau und wird totalsaniert. Sie ist im Besitz der SEMP Verwaltungs AG in Hagendorn. [26]


8. April 1962: Das Restaurant Hagedorn durch Brand zerstört

«Wieder ein Samstag! Kurz nach 4 Uhr nachmittags brach in einem kleinen, zwischen dem Wohn-und Wirtschaftsgebäude des Restaurants Hagedorn und der Werkstatt von Zimmermeister Josef Leu stehenden Schopf ein Brand aus. Durch den starken Wind angefacht, griff er auf die zwei mit einem Zwischentrakt verbundenen Häuser über und zerstörte diese bis auf den ersten Stock. Eine Zeitlang war auch die nahestehende, vor wenigen Jahren neu erbaute Scheune des Emil Wyss stark gefährdet. Alarmiert wurde die Kommandogruppe und das Pikett Hagendorn, die den Hydrantenwagen und die Motorspritze aus dem Depot Rumentikon herbeischaffen mussten. Durch den Wind erfolgte eine Totalverrauchung der Wohnung Häni über dem Saal und der Wohnung Leu im Haupttrakt. Kurt Häni erlitt eine schwere Rauchvergiftung und musste ins Spital Cham verbracht werden. Die Rohrführer konnten nur mit Pressluftgeräten operieren. Die alte Bauart des Hauses, bei der die Hohlräume in den Wänden und Böden mit Stroh und ähnlichen Materialien zugestopft waren, erschwerten neben dem herrschenden Wind die Löschaktionen. Ein beschleunigter Rückzug musste wegen des Einsturzes eines freistehenden Kamins befohlen werden. Bei diesem Brand standen mutige Feuerwehrmänner unter ständiger Lebensgefahr im Einsatz.» [27]


Bildergalerie

Einzelnachweise

  1. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Hagendorn, Gesuch vom 14.01.1894
  2. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Hagedorn, Gesuch vom 24.05.1895
  3. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Hagedorn, Gesuch vom 09.07.1895
  4. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Hagedorn, Gesuch vom 04.04.1916
  5. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Hagedorn, Gesuch vom 10.07.1918
  6. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Hagedorn, Gesuch vom 07.12.1920
  7. Staatsarchiv Zug, CE 80.3, Wirtschaftswesen, Mappe Hagedorn, Gesuch vom 18.02.1926
  8. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Erneuerungsgesuch vom 22.06.1947
  9. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Erneuerungsgesuch vom 13.08.1957
  10. Zuger Kalender 1963, Chronik 28.04.1962
  11. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zug vom 26.06.1962
  12. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Gesuch vom 28.04.1963
  13. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Gesuch vom 27.02.1965
  14. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Gesuch vom 07.03.1967
  15. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zug vom 21.06.1976
  16. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zug vom 18.01.1977
  17. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zug vom 17.01.1978
  18. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Gesuch vom 04.12.1978
  19. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Gesuch vom 11.04.1986
  20. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Gesuch vom 24.04.1994
  21. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Leue Hagendorn, Verfügung der Justiz- und Polizeidirektion vom 10.04.1996
  22. Handelsregister des Kantons Zug, Eintrag vom 04.05.2012
  23. Handelsregister des Kantons Zug, Löschung der Einzelfirma am 04.06.2013
  24. Gemeindeinfo, Informationen der Gemeinde Cham 56, 2014
  25. Fernsehen SRF 1, 23.03.2015
  26. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummer 1852 [Stand: 06.11.2018]
  27. Im Wortlaut übernommen aus: Steiner, Hermann et al., Wasser und Feuer. 100 Jahre Feuerwehr Cham 1888–1988, Cham 1988, S. 83