Buhofer-Rubli Heinz (1927–2017)

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Heinz Buhofer-Rubli (1927–2017) war ein Chamer Unternehmer und Politiker. Er baute in Hagendorn die Workfashion-Gruppe auf und war im Gemeinderat von Cham sowie im Kantonsrat. Mit seinen vielfältigen Funktionen in Zuger Unternehmen hat er den Wirtschaftsplatz Zug mitgeprägt.

Portrait von Buhofer-Rubli Heinz (1927–2017)
Portrait von Buhofer-Rubli Heinz (1927–2017)

Vorname: Heinz
Nachname: Buhofer-Rubli
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 10. Mai 1927
Todesdatum: 16. Mai 2017
Todesort: Cham ZG
Beruf: Unternehmer
Partei: Freisinnig Demokratische Partei FDP





Heinz Buhofer, 1998
Heinz Buhofer auf der Baustelle des Einkaufzentrums «Metalli», 1997
Nochmals auf der Baustelle «Metalli»
Heinz Buhofer (vierter von links) im Gemeinderat Cham, 1972, mit Robert Schneider (1921–2014), Sergio Foglia (*1930), Heinrich Baumgartner (1923–2013), Alois Steiner (1928–2012) und Gemeindeschreiber Alois Bühlmann (1914–1998)
Heinz Buhofer war auch ein begeisterter Springreiter. Hier bei einen Wettkampf in Düsseldorf, 1982

Stationen

1927 Karl Heinz Buhofer kommt am 10. Mai als Kind von Karl und Alice Buhofer-Eichenberger im aargauischen Seetal zur Welt. [1] Sein Urgrossvater Johann Jakob Eichenberger (1821–1895) war einst der Gründer Stumpenindustrie im Seetal. [2] Der junge Heinz besucht die Schulen in Boniswil AG und Seengen AG, die höhere Handelsschule in Neuenburg. Von seinem Lehrer wird er «Dicker» genannt, er war ein unmotivierter Schüler, der neben der Schule im Stall und bei der kleinen Weinhandlung mithilft. Grosse Freude kommt auf, als er es beim Militär in die Kavallerie schafft, ist er doch ein grosser Pferdefreund und Springreiter. [3] Buhofer macht militärische Karriere und avanciert zum Kommandanten der Dragoner Schwadron 15, einer «aargauischen Elite-Einheit».

1948 Heinz Buhofer wirkt als Einkäufer, Buchhaltungs- und Einkaufschef, Prokurist und schliesslich als Vizedirektor der Victoria Werke AG in Baar. [4]

1955 Mit den Erfahrungen in der Möbelbranche wechselt Buhofer als Direktor ins Aluminiumwerk Gröninger AG in Binningen BL.

1965 Buhofer bildet sich an der Managerschule IMEDE in New York weiter.

1967 Am 27. September gründet Buhofer in Hagendorn die Plus-Tex AG, eine Fabrik für modische und praktische Regen- und Ski-Bekleidung. Zu den Kunden zählen hauptsächlich der Handel und öffentliche Unternehmen wie Armee, Polizei, Feuerwehr, die Post sowie die Bahn. [5] In die Textilbranche sei er nicht gegangen, weil sie interessant sei, sondern wenig kapitalintensiv, hielt der Vollblutunternehmer einmal trocken fest. [6] Er wohnt mit seiner Frau Elisabeth (geborene Rubli) und den vier Kindern in der Schönau bei Hagendorn.

1969 Für den zurücktretenden Eugen Greter (1919–1999) wird «Fabrikant» Heinz Buhofer für die Freisinnigen in den Gemeinderat von Cham gewählt. [7] Er wirkt als Polizei- und Militärchef. «Er lernt so Land und Leute in kurzer Zeit kennen.» [8]

1970 Cham wählt einen neuen Gemeindepräsidenten als Nachfolger von Heinrich Habermacher (1902–1983). Auch Heinz Buhofer stellt sich der Wahl als Vertreter der Freisinnigen, die dieses Amt weiterhin für sich beanspruchen. Doch Buhofer unterliegt; er vereinigt 533 Stimmen auf sich, während der Konservative Heinrich Baumgartner (1923–2013) 960 Stimmen erhält. [9]

1972 Neben Politik und Textilwirtschaft kommt Buhofer an die Spitze der Metallwaren-Holding Zug. Dabei entwickelt er die Strategie, die Metallwarenfabrik in die damalige Verzinkerei Zug zu integrieren. An der Stelle der Metallwarenfabrik soll das Einkaufszentrum Metalli entstehen [10] – seine «Sternstunde», wird es später heissen, «sein eigentliches Lebenswerk». [11]

1974 Buhofer tritt als Gemeinderat zurück, weil ihn sein Engagement in der Wirtschaft voll fordert. Er kauft die Quithal AG in Mendrisio TI, die auf Herstellung von Militärbekleidung spezialisiert ist. Der Grossteil der ca. 180 Mitarbeitenden sind Grenzgängerinnen aus Italien. Mit dem Kauf dieses Werks wird die Produktion der PLUS-TEX nach Mendrisio verlagert. [12]

1981 Ein weiterer Schachzug gelingt: Buhofer kann die Gurit AG in Wädenswil ZH (später Riwil AG) übernehmen und restrukturieren. Auch diese Firma handelt mit Spezialbekleidung.

1982 Buhofer engagiert sich nochmals in der Politik. Für die FDP Cham wirkt bis 1986 als Kantonsrat. Die Legislative liege ihm halt weit weniger als die Exekutive, schrieb er in einem zu seinem 60. Geburtstag herausgegebenen Büchlein und empfahl gleichzeitig allen Unternehmern, sich ebenfalls während einer gewissen Zeit der öffentlichen Sache zur Verfügung zu stellen. [13]

1992 Die Epa AG Zürich wählt Heinz Buhofer zum Verwaltungsratspräsidenten. [14]

1997 Heinz Buhofer, mittlerweile 70 Jahre alt, tritt nach 25 Jahren als Präsident der Metallwaren-Holding Zug zurück. [15]

2002 Buhofer und seine Familie verkaufen in Etappen ihre Anteile an der Warenhauskette Epa dem Detailhändler Coop. [16] Heinz Buhofer wird Ehrenpräsident der Metallwaren-Holding Zug und ist Mitglied des Verwaltungsrates der Panalpina Welttransport Holding AG sowie Mitglied und Vizepräsident der Ernst-Göhner-Stiftung.

2017 Kurz nach seinem 90. Geburtstag stirbt Heinz Buhofer am 16. Mai in seinem Heim in der Schönau in Hagendorn. «Mit ihm verlieren Wirtschaft und Gesellschaft eine Persönlichkeit, deren Wirken auch zwanzig Jahre nach ihrem Rückzug aus dem aktiven Leben weit über den zugerischen Alltag hinaus sichtbare Spuren hinterlässt.» [17]


Merksätze von Heinz Buhofer

  • Carl Zuckmayer zitierend: «Die Hälfte des Lebens ist Glück, die andere Disziplin. Aber ohne Disziplin kann man mit dem Glück nichts anfangen» [18]
  • «Arbeit ist Dein Leben, lebe aber so, dass Du arbeiten kannst»
  • «Arbeit ist ein Stück des Lebens, Wirtschaft ein Stück der Kultur»
  • «Macht heisst für mich, die Meinungen anderer zu erfahren und zu koordinieren»
  • «Nicht alles was wahr ist, muss man sagen, aber das, was man sagt, muss wahr sein»
  • «Die Menschen haben zutiefst zwei Hauptwünsche: Glück und Unsterblichkeit. Glück hatte ich mehr, als ich erwarten durfte, und glücklich war ich meist. Die Unsterblichkeit scheint mir in gewisser Hinsicht auch gegeben zu sein. Ich glaube an ein Jenseits, das Dunst sein mag, indem der vergeistigte Erdenbürger in anderer Art und Weise seine Erfüllung findet.» [19]


Einzelnachweise

  1. Bollmann, Ueli, Ein Vollblutunternehmer mit Weitsicht, in: Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2017
  2. Dieser Urgrossvater lieh einem treuen Mitarbeiter 5000 Franken, damit dieser selber ein Geschäft aufbauen konnte. Dieser Mann hiess Villiger …! vgl. Buhofer, Heinz, Zum Dank, von Heinz Buhofer aus Anlass des sechzigsten Geburtstages, Cham 1987
  3. Buhofer, Heinz, Zum Dank, von Heinz Buhofer aus Anlass des sechzigsten Geburtstages, Cham 1987
  4. Buhofer, Heinz, Zum Dank, von Heinz Buhofer aus Anlass des sechzigsten Geburtstages, Cham 1987
  5. Firmenchronik workfashion.com ag
  6. Nachruf Heinz Buhofer, 2017. Freundlicherweise von Ulrich Bollmann zur Verfügung gestellt, 04.09.2017
  7. Zuger Neujahrsblatt 1970, Chronik 15.04.1969
  8. Buhofer, Heinz, Zum Dank, von Heinz Buhofer aus Anlass des sechzigsten Geburtstages, Cham 1987
  9. Zuger Neujahrsblatt 1972, Chronik 08.11.1970
  10. Neue Zuger Zeitung, 12.05.2007
  11. Nachruf Heinz Buhofer, 2017. Freundlicherweise von Ulrich Bollmann zur Verfügung gestellt, 04.09.2017
  12. Firmenchronik workfashion.com ag
  13. Nachruf Heinz Buhofer, 2017. Freundlicherweise von Ulrich Bollmann zur Verfügung gestellt, 04.09.2017
  14. Zuger Kalender 1993, Chronik 21.01.1992
  15. Neue Zuger Zeitung, 18.09.1997
  16. Zuger Presse, 19.04.2002
  17. Nachruf Heinz Buhofer, 2017. Freundlicherweise von Ulrich Bollmann zur Verfügung gestellt, 04.09.2017
  18. Buhofer, Heinz, Zum Dank, von Heinz Buhofer aus Anlass des sechzigsten Geburtstages, Cham 1987
  19. Buhofer, Heinz, Zum Dank, von Heinz Buhofer aus Anlass des sechzigsten Geburtstages, Cham 1987