Schulhausstrasse 10 «Doktorhaus»

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Die Liegenschaft Schulhausstrasse 10, das «Doktorhaus»

An der Schulhausstrasse 10 steht das sogenannte Doktorhaus. Seinen Namen bekam das schöne Gebäude im Heimatstil, weil darin während Jahrzehnten Ärzte wohnten und praktizierten. Es lag für die Ärzte ideal zwischen Dorf und nahem Spital (der heutigen Andreas-Klinik).


Chronologie

Dr. med. Clemens Zürcher (1854–1927)
Dr. med. Otto Zürcher (1884–1974)

1908/09 Dr. med. Clemens Zürcher (1854–1927) lässt sich das Haus erbauen. Der Architekt ist zwar nicht bekannt, doch könnte es sich um Dagobert Keiser junior (1879–1927) handeln, der auch das «Asyl» in unmittelbarer Nachbarschaft entwarf. [1] Clemens Zürcher ist einer der drei Ärzte, die von Beginn weg im neu entstandenen «Asyl» wirken. Da ist es ideal, so nahe an der Klinik seine Praxis und sein Wohnhaus zu haben. Zum «Doktorhaus» gehört auch die benachbarte Liegenschaft Gigeriweid mit Scheune, wo Zürcher sein Pferd mit Kutsche bereit stehen hat, um die Patienten der weiteren Umgebung besuchen zu können. [2]

1915 Auch Sohn Dr. med. Otto Zürcher (1884–1974) praktiziert hier und im nahen «Asyl». Studiert hat er in Zürich, Genf, Florenz, München und Berlin. Mit seinem Wissen reorganisiert er das Asyl Cham. [3]

1924 Das einstöckige Hinterhaus erfährt eine Aufstockung.

Die Liegenschaft Schulhausstrasse 10, Juli 2016

1933 Otto Zürcher wird als Chefarzt an das Bürgerspital Zug berufen und hinterlässt in Cham eine grosse Lücke. Praxisnachfolger in Cham wird der in Baar geborene und aufgewachsene Arzt Ferdinand Staub (1895–1935). Zürcher selber wirkte bis 1950 in Zug als Chefarzt. [4]

1935 Dr. Staub stirbt im Alter von 40 Jahren. Seine Nachfolger sind Dr. Hanni Spiller (1902–1984) und Dr. Walter Spiller. Sie übernehmen das «Doktorhaus», führen miteinander die Praxis und wirken beide auch als Belegärzte im Chamer Spital.

2003 Totalrenovation und Restaurierung des Hauses. «Der Typologie und der Qualität der Gebäudeteile entsprechend wurde das Haupthaus im originalen Zustand restauriert und das Hinterhaus zurückhaltend umgebaut.» [5]


Der Baustil

Die Architektur entspricht dem damals üblichen Heimatstil. Der weich gerundete Erker auf der Westseite und die geschweifte Dachform zeigen bereits die Nähe zum Jugendstil, während die Krüppelwalme, das vorgeblendete Fachwerk im Westgiebel und der hölzerne Balkon das bodenständige Bauen des Heimatstils manifestieren. [6]


Einzelnachweise

  1. Vermutung von Josef Grünenfelder, in: Neue Zuger Zeitung, 02.04.2002
  2. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 282f. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 45f.
  3. Zuger Neujahrsblatt 1975, Chronik 29.04.1974
  4. Zuger Neujahrsblatt 1953, Chronik 01.02.1951
  5. Frey, Georg / Twerenbold, Monika, Kurzbericht zu Restaurierung und Umbau Schulhausstrasse 10, in: Tugium 20, 2004, S. 29f.
  6. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 135f.