Zürcher Otto (1884–1974)

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Dr. med. Otto Zürcher-Müller war wie sein Vater Arzt. Er übernahm die Praxis seines Vaters im Doktorhaus an der Schulhausstrasse und die ärztliche Leitung des Chamer Asyls, bis er als Chefarzt an das Bürgerspital in Zug berufen wurde.

Portrait von Zürcher Otto (1884–1974)
Portrait von Zürcher Otto (1884–1974)

Vorname: Otto
Nachname: Zürcher
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 29. Februar 1884
Geburtsort: Cham ZG
Todesdatum: 29. April 1974
Todesort: Cham ZG
Beruf: Arzt






Stationen

1884 Otto Zürcher kommt am Schalttag, dem 29. Februar, zur Welt. [1] Nach den Schulen in Cham besucht er die Gymnasien in Einsiedeln und Sarnen. Daraufhin studiert er Medizin in Genf, Zürich und in München. Die fachärztliche Ausbildung erhält er am Neumünsterspital und an der Frauenklinik Zürich, dann in Paris und Mannheim.

1902 Beitritt zum Schweizerischen Studentenverein (StV), von 1908–1909 gehört er dem «Central-Komitee» an. [2]

1910 Otto Zürcher promoviert mit der Arbeit «13 Fälle von Offenbleiben des Ductus arteriosus Botalli» [= die Gefässverbindung zwischen der Hauptschlagader und der Lungenarterie im vorgeburtlichen Blutkreislauf] an der Universität Zürich und bildet sich in Berlin weiter. [3] Im gleichen Jahr wird er zum Ehrenmitglied des Studentenvereins ernannt. [4]

1914 Der Erste Weltkrieg zwingt den jungen Arzt zur Heimkehr. Zürcher arbeitet in der chirurgischen Klinik Aarau und an der gynäkologischen Abteilung des Kantonsspitals Aarau. Im Aktivdienst lernt er Oberstdivisionär Eugen Bircher (1882–1956), in den 1920er-Jahren ein führender Schweizer Chirurg, kennen. Eine lebenslange Freundschaft nimmt ihren Anfang. [5]

1917 Otto Zürcher übernimmt von seinem Vater Clemens die Praxis im «Doktorhaus» an der Schulhausstrasse 10 in Cham. [6]

1932 Neben seiner Chamer Praxis übernimmt Otto Zürcher interimistisch die Leitung des Bürgerspitals in Zug. [7]

1933 Der Bürgerrat der Stadt Zug wählt Zürcher als Chefarzt des Bürgerspitals in Zug.

1934–1938 Zürcher leitet den Um- und Ausbau des Bürgerspitals.

1939 Bei Nacht, Nebel und Krieg bringt Zürcher grosse Vermögenswerte eines italienischen Donators in die Schweiz, um die Maria und Lodovico Winterberg-Stiftung zu gründen. Die Stiftung unterstützt Spitäler öffentlicher Trägerschaften sowie Kliniken und im pflegerischen Bereich tätige Heime im Kanton Zug durch Beiträge an die Behandlungskosten bedürftiger Patienten und zur Anschaffung von medizinischen oder sonst dem Wohle der Patienten dienenden Geräte. [8]

1951 Zürcher tritt als Chefarzt zurück und praktiziert weiterhin privat.

1973 Ein Unfall bremst den unermüdlichen Arzt. [9]

1974 Zürcher stirbt am 29. April, zwei Monate nach seinem 90. Geburtstag. [10]


Würdigung

Otto Zürcher wurde als Arzt sehr geschätzt: «Temperament, Intuition und rasche Entschlusskraft mit dem unbedingten Willen zur Erreichung des gesteckten Ziels liessen ihn als Chirurgen Überdurchschnittliches vollbringen.» [11] «Eine grosse Anzahl von Patienten hat nicht nur das ärztliche Können, die vorbildliche Gewissenhaftigkeit und die Besorgtheit des Chefarztes geschätzt, sondern sich ebensosehr an dessen persönlichem Mitfühlen mit den Patienten erfreut und erbaut.» [12] Die Basis seines Wirkens waren «ein unermüdlicher Lebenswille und eine eiserne Selbstdisziplin». [13]


Einzelnachweise

  1. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  2. Aschwanden, Paul, Die zugerischen Mitglieder des Schweizerischen Studentenvereins als Studierende an der Universität München, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 38, 1958, S. 35–38, hier S. 38
  3. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  4. Aschwanden, Paul, Die zugerischen Mitglieder des Schweizerischen Studentenvereins als Studierende an der Universität München, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 38, 1958, S. 35–38, hier S. 38
  5. Zuger Nachrichten, 10.05.1974
  6. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  7. Weber, Emil, 100 Jahre Bürgerspital Zug 1857–1957, Zug 1957, S. 81
  8. Zuger Nachrichten, 10.05.1974. www.fundraiso.ch [Stand: 11.12.2017]
  9. Zuger Nachrichten, 10.05.1974
  10. Zuger Nachrichten, 10.05.1974
  11. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  12. Weber, Emil, 100 Jahre Bürgerspital Zug 1857–1957, Zug 1957, S. 83
  13. Zuger Nachrichten, 10.05.1974