Zürcher Clemens (1854–1927)

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Mediziner Dr. Clemens Zürcher-Nietlispach stammte aus Menzingen, doch Cham wurde ihm zur zweiten Heimat. Hier wirkte er im Asyl und in seiner Praxis, hier erbaute er das markante Doktorhaus an der Schulhausstrasse 10.

Portrait von Zürcher Clemens (1854–1927)
Portrait von

Vorname: Clemens
Nachname: Zürcher
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 1. September 1854
Geburtsort: Menzingen ZG
Todesdatum: 29. Mai 1927
Todesort: Cham ZG
Beruf: Arzt



Todesanzeige des langjährigen Chamer Dorfarztes

Stationen

1854 Clemens Zürcher kommt am 1. September auf dem väterlichen Hof Schönbrunn in der Gemeinde Menzingen zur Welt. [1] Sein Vater heisst Johann Baptist und ist Kantonsrichter, [2] seine Mutter ist Marie Röllin. [3]

1876–1881 Nach den Schulen in Menzingen, Engelberg und Schwyz studiert Clemens Medizin in Zürich, Freiburg im Breisgau, Bern und Wien. [4]

1885 Das Staatsexamen legt er in Zürich ab, er promoviert in Bern mit «Zwei Fälle von Pleuritis syphilitica deformans». Der junge Doktor wirkt zuerst als Arzt für zwei Jahre in Menzingen, wo er seine Frau Elisa Nietlispach kennenlernt. Dann zieht er in den «aufblühenden Industrieort» Cham und wirkt als einer der Dorfärzte. [5]

1890–1891 Clemens Zürcher ist Vizepräsident der Tugenia, des zugerischen Kantonalverbandes des Schweizerischen Studentenvereins. [6]

1908–1909 Zürcher erbaut das «Doktorhaus» an der Schulhausstrasse 10. Die zur Liegenschaft gehörige Gigeriweid verpachtet er dem Bauer Schacher. In der Scheune der Gigeriweid steht jeweils Zürchers Pferd mit kleiner Kutsche, mit welcher der Herr Doktor seine Patientinnen und Patienten zu besuchen pflegt. [7] Er ist einer der drei Ärzte im nahen Asyl Cham.

1917 Clemens Zürcher, der selber an Augenproblemen leidet, übergibt die Praxis im «Doktorhaus» seinem einzigen Sohn Otto (1884–1974), der sich ebenfalls zum Mediziner hat ausbilden lassen. [8]

1924 Das einstöckige Hinterhaus von Zürchers Doktorhaus erfährt eine Aufstockung.

1927 Zürcher stirbt am 29. Mai im Alter von knapp 73 Jahren.


Würdigung

«Vierzig Jahre vorbildliche und von Idealismus geprägte ärztliche Tätigkeit sicherten ihm den Dank seiner Mitmenschen und seiner Nachwelt.» [9] Clemens Zürcher interessierte sich nicht nur für seine Medizin: «Am Gedeihen der Gemeinde und ihrer Institutionen sowie an deren gewerblicher und industrieller Entwicklung nahm er lebhaften Anteil und bekundete dafür reges Interesse.» [10] Zudem war er sehr religiös und liess es sich trotz vieler Arbeit nicht nehmen, jeden Sonntag seiner katholischen Pflicht nachzukommen. Seine letzten Worte beim Sterben waren: «Lebe wohl – bleib treu der heiligen katholischen Kirche.» [11]


Einzelnachweise

  1. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 45
  2. Biografisches Lexikon verstorbener Schweizer, Zürich 1950, Bd. 3, S. 252
  3. Zuger Nachrichten, 01.07.1927
  4. Universität Zürich, Matrikeledition, Matrikel-Nrn. 5148, 5983
  5. Universität Zürich, Matrikeledition, Matrikel-Nrn. 5148, 5983
  6. Zumbach, Ernst, Frühgeschichte der Tugenia, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 40, 1960, S. 45
  7. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  8. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  9. Steiner, Hermann, Das Spital Cham im Rahmen seiner Ortsgeschichte, in: Heimatklänge, kulturelle Beilage zu den «Zuger Nachrichten» 66, 1986, S. 46
  10. Biografisches Lexikon verstorbener Schweizer, Zürich 1950, Bd. 3, S. 252
  11. Zuger Nachrichten, 01.07.1927