Schmiede / Mokafé

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An der Zugerstrasse 5 befand sich während 35 Jahren ein beliebtes Kaffeehaus ohne Alkoholausschank, das «Mokafé». Später hiess es «Café zur Schmiede».

Das Café Mokafé an der Zugerstrasse 5 (links im Bild), 1953
Die Zugerstrasse mit dem «Mokafé», gefolgt von den Restaurants Krone und Hirschen, 1953
Inserat, 1951
Inserat, 1954


Chronologie

1872 Gleich neben der neuen Bärenbrücke von 1854 erstellen die Dogwiler das Wohn- und Geschäftshaus Zugerstrasse 5 mit einer eingebauten Schmiedewerkstatt. [1] Das schmiedeiserne Balkon- und Treppengeländer der Liegenschaft ist eine kunstvolle Eigenproduktion und enthält die Initialen «F. D.» für Franz Josef Dogwiler-Amhof (1839–1909) sowie die Symbole Hufeisen, Hammer und Zange als Zeichen der Schmiedekunst. [2]

1934 Das Hauptgebäude an der Zugerstrasse 5 geht an Marie und Rudolf König-Dogwiler über. [3] Darin richten sie einen Laden für Kolonialwaren und einen für Raucherwaren ein.

1934 Nach dem Zweiten Weltkrieg realisieren Marie und Rudolf König-Dogwiler mit dem Chamer Architekt Otto von Rotz (1914–2009) einen Anbau für das Tearoom «Mokafé». [4]

1950 Das «Mokafé» feiert am 14. Dezember seine Eröffnung: «Sowohl das Äussere wie das Innenräume präsentieren sehr vorteilhaft.» [5] «Das zweistöckige Mokafe fügt sich dank der klaren architektonischen Gliederung ausgezeichnet ins Gesamtbild ein. Gleich beim Eintritt in das hell und luftig wirkende Parterrelokal fällt einem der neuartige Mosaik-Bodenbelag auf. Harmonisch sind die in Gelb, Grün und Rot gehaltenen Vorhänge auf die Farben der rotgepolsterten Stühle und die dunkelpolierten Meubelissements abgestimmt. Die flachen Wandpartien sind in hellem Ton gehalten und erhalten durch ausgesuchte Bildmotive aus fernen Ländern ihre vornehme Ausschmückung.» [6] Gertrud «Trudy» König (*1921), die unverheiratete Tochter der Eigentümer, führt den Betrieb als «alkoholfreies Tea Room».

1970 Der Anbau wird durch Architekt Otto von Rotz erneuert. [7] «Es wird mir ein Vergnügen sein, meinen werten Gästen in dem neuen Lokal durch gute Qualität meiner Spezialitäten und durch aufmerksame Bewirtung zu dienen. Mit höflicher Empfehlung Trudy König».

1974 Schreiner Franz Abt-Keusch (1906–1979), der bereits die Schmiedstrasse 3 besitzt, kauft auch noch die Strassenliegenschaft Zugerstrasse 5. [8]

1975 Adelheid («Heidi») Stadler (*1945) von Schongau LU, führt das «Tea Room zur Schmiede». [9]

1976 Die Geschwister Gertrud und Irma König, die ehemaligen Besitzerinnen des «Mokafé», spenden 3000 Franken der Bürgergemeinde Cham zugunsten des Spitals. [10]

1977 Franz Abt-Keusch verkauft die Zugerstrasse 5 am 4. August an Jakob und Anita Baggenstos-Abt. [11]

1978 Gertrud Huspek-Lenz (*1931), eine Österreicherin, betreibt das «Café zur Schmiede», eine alkoholfreie Gaststätte. [12]

1983 Trudy König löscht den Handelsregistereintrag und gibt damit den Betrieb des Cafés endgültig auf. [13]

2013/2014 Nach gut 130 Jahren sind die Gebäude sanierungsbedürftig. Zudem wandeln sich die Ansprüche. Deshalb weichen die alten Gewerbebauten nun hochwertigen Wohnbauten. Seither bieten sieben Eigentumswohnungen und ebenso viele Reihenhäuser urbanes Wohnen mitten in Cham. Einzig der Name Schmiedstrasse erinnert an die frühere Schmiede. [14]


Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 154
  2. Steiner, Hermann et al., Vom Städtli zur Stadt Cham. Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde, Cham 1995, S. 171
  3. Staatsarchiv Zug, G 617.6.4, Assekuranzregister Cham, 3. Generation (1929–1960), 1. Band
  4. Zugersee-Zeitung, 07.12.1950
  5. Zugersee-Zeitung, 07.12.1950
  6. Zugersee-Zeitung, 09.12.1950
  7. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Schmiede, Erneuerungsgesuch vom 16.05.1970
  8. Staatsarchiv Zug, G 617.6.6, Assekuranzregister Cham, 4. Generation (1960–1990), 1. Band
  9. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Schmiede, Gesuch vom 23.12.1974
  10. Zuger Neujahrsblatt 1976, S. 124
  11. Staatsarchiv Zug, G 617.6.6, Assekuranzregister Cham, 4. Generation (1960–1990), 1. Band
  12. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Schmiede, Gesuch vom 03.01.1978
  13. Schweizerisches Handelsamtsblatt, Nr. 250, Eintrag 13.10.1983
  14. Boschetti-Maradi, Adriano / Bolli, Markus, Cham, Schmiedstrasse 3, 5 und 7 sowie Zugerstrasse 5, Wohn- und Gewerbehäuser (Kurzdokumentation vor Abbruch und Aushubüberwachung), in: Tugium 31, 2015, S. 39f.