Keiser Alois (1742–1818)

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Portrait fehlt

Es ist kein Portrait dieser Person verfügbar.

Vorname: Alois
Nachname: Keiser
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 20. Juli 1742
Geburtsort: Pruntrut JU
Todesdatum: 12. April 1818
Todesort: Cham ZG
Beruf: Geistliche, Kaplan
Religion: römisch-katholisch

Fast ein halbes Jahrhundert sass der Stadtzuger Alois Keiser als Kaplan und Städtliherr auf St. Andreas. Er erlebte den Neubau der Pfarrkirche St. Jakob, aber auch die Plünderungen durch die Franzosen aktiv mit.




Stationen

1742 Der aus der Stadt Zug stammende Alois Keiser wird am 20. Juli in Pruntrut JU als Sohn des Johann Franz Keiser (1706–1772) und der Maria Verena Moos geboren. [1]

1766 Noch als Student erhält Keiser die Kaplaneipfrund Oberwil, lässt sich dort aber zunächst durch Thaddäus Karl Josef Stocklin (1738–1794) vertreten. Danach ist er für drei Jahre Kaplan in Oberwil. [2]

1769 Um die nach dem Wegzug von Kaplan Karl Franz Frei (1730–1786) frei gewordene Kaplaneipfrund von St. Andreas bewerben sich insgesamt acht Geistliche. Der Stadtrat verlangt eine jährliche Abgabe von 20 Gulden (Fabrikgeld). Die Zuger Stadtbürger wählen Alois Keiser zum Kaplan. Er zieht ins 1760 neu erbaute Kaplanenhaus. Seine ältere Schwester Katharina Verena (1738–1803) lebt bei ihm, wohl als Haushälterin und Köchin. [3]

1781 Josef Martin Spillmann (1748–1827) wird als Nachfolger von Franz Johann Landtwing (1707–1781) der neue Pfarrer von Cham. Während 37 Jahren arbeitet Kaplan Keiser mit Pfarrer Spillmann zusammen.

1783 Der Zuger Stadtrat erlaubt den Chamern und Hünenbergern zum Kirchenbau eine Gemeindeversammlung abzuhalten und eine Spendensammlung zu organisieren. [4] Im Juli wird der letzte Gottesdienst in der alten Kirche gefeiert. Im Spätsommer schliesst man den Bauvertrag über 15'000 Gulden mit den Baumeistern Jakob Singer (1718–1788) aus Luzern und Fidel Moos aus Zug ab. [5]

1784–1786 Pfarrer Josef Martin Spillmann öffnet am 11. März in Gegenwart von Kaplan Alois Keiser, German Hausheer, Untervogt von Cham und Thomas Suter, Untervogt von Hünenberg, den Sakrophag des Bischofs ohne Namen. Am 19. April werden die Gebeine aus dem Sakrophag entnommen, in einen Holzsarg umgelagert und für zwei Jahre in den Pfarrhof überführt. Am 9. August 1786 werden die Gebeine wieder in den steinernen Sarkophag zurückgelegt. [6]

1785–1796 Im Frühjahr 1785 wird die alte Pfarrkirche abgebrochen und in spätbarocker Gestalt neu errichtet. 1786 steht der Rohbau. Der Turm bleibt bestehen. Der Standort der neuen Kirche wird so verschoben und gedreht, dass der Turm übereck an deren Chorhaupt steht. Der Innenausbau dauert ein ganzes Jahrzehnt. [7]

1796 Der Konstanzer Weihbischof Wilhelm Josef Leopold Willibald (1740–1798) weiht am 26. Juli, am Jakobstag, nach zwölf Jahren Bauzeit die neue Chamer Pfarrkirche St. Jakob ein.

1798 Nach dem Franzoseneinfall ist Alois Keiser ab dem 29. April Zeuge der traumatischen Besatzung durch französische Truppen in Cham: Viele Chamer Haushalte werden geplündert, Frauen misshandelt und Soldaten zwangsweise in Wohnhäusern einquartiert. Aus der Schlosskapelle von St. Andreas werden die silbernen Kultusgegenstände gestohlen. Auch Kaplan Keiser und der Sigrist müssen den französischen Besatzern Uhr und Geldbeutel aushändigen. [8]

1818 Kaplan Keiser stirbt am 12. April in Cham. [9]


Einzelnachweise

  1. Iten, Albert, Tugium Sacrum. Der Weltklerus zugerischer Herkunft und Wirksamkeit bis 1952, Stans 1952, S. 270
  2. Vgl. Anm. 1
  3. Bürgerarchiv Zug, A 39.27.10.392, Gemeindeversammlungsprotokolle 1763–1790, S. 122 (26.02.1769)
  4. Bürgerarchiv Zug, A 39.26.34, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1780–1787, S. 152 (08.02.1783), S. 155 (08.03.1783)
  5. Bürgerarchiv Zug, A 39.26.34, Ratsprotokolle der Stadt Zug 1780–1787, S. 182 (05.09.1783)
  6. Pfarrarchiv / Kirchgemeindearchiv Cham-Hünenberg, A 1/114, A 1/115, A 1/119
  7. Eggenberger, Peter / Glauser, Thomas / Hofmann, Toni, Mittelalterliche Kirchen und die Entstehung der Pfarreien im Kanton Zug, Zug 2008 (Kunstgeschichte und Archäologie im Kanton Zug 5), S. 171–177
  8. Gruber, Eugen et al., Geschichte von Cham, Bd. 1, Cham 1958, S. 309–311
  9. Vgl. Anm. 1