Gössi-Hollermayer Alois (1887–1957)

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Alois Gössi-Hollermayer wächst in Küssnacht SZ auf, lernt den Beruf des Schuhmachers und führt an der Luzernerstrasse 70 ein eigenes Geschäft.

Portrait von Gössi-Hollermayer Alois (1887–1957)
Portrait von Gössi Alois, Leidbild

Vorname: Alois
Nachname: Gössi-Hollermayer
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 23. Juni 1887
Geburtsort: Küssnacht am Rigi SZ
Todesdatum: 19. März 1957
Todesort: Cham ZG
Beruf: Schuhmacher






Sophie und Alois Gössi am 30. Hochzeitstag, 1955
Alois Gössi auf seinem selbst gebauten Töff an der Birkenstrasse, 1952
Die Familie Gössi vor dem Haus an der Luzernerstrasse 70, um 1930

Stationen

1887 Alois wird am 23. Juni als drittes Kind von Alois und Elisabetha, geb. Sidler, in Küssnacht geboren, wo sein Vater eine Schuhmacherwerkstatt an der Rigigasse führt. [1]

1900 Als Alois 13 Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Alois arbeitet zwischendurch bei einem Bauer in Steinhausen. Er stürzt vom Heuwagen, sein Bein wird «schwarz». Dieser Prozess sei mit grossen Schmerzen verbunden gewesen, erzählte Alois seiner Familie. Erst als Erwachsener kommt er zu einem Holzbein, das er mit einem Schultergurt trägt. Er lernt später den Beruf des Schuhmachers bei Amacher in Grindelwald.

1923 Wieder im Kanton Zug eröffnet Alois Gössi im Haus an der Familie Villiger, später Corrent, an der Luzernerstrasse 80 in der Gemeinde Hünenberg eine Schuhmacherwerkstatt.

1925 Alois Gössi heiratet am 7. Mai Sophie Hollermayer aus Sigmaringen D.

1926 Das junge Ehepaar bezieht das neu erstellte Haus an der Luzernerstrasse 70, dem letzten an der Luzernerstrasse auf Chamer Gemeindegebiet. [2]. Natürlich richtet er im Erdgeschoss des Hauses eine Schuhmacherei ein.

1926–1931 Nach der Geburt von Hermann (*1926) in Hünenberg folgen Franz (*1927), Jakob (*1928), Pia (*1930) und Niklaus (*1931).

1957 Alois Gössi stirbt am 19. März im Alter von 70 Jahren. Er arbeitet bis zu seinem Tod in seiner Werkstatt.


Ein Pflanzgarten im «Ochsenlon»

In der Nähe vom «Ochsenlon» bei St. Wolfgang konnte die Familie Gössi einen Pflanzgarten von 200 Quadratmetern bewirtschaften. Alois pflanzte Kartoffeln und verschiedene Kohlarten. Die Kinder gingen mit einem Leiterwagen zum «Ochsenlon», um das Gemüse zu ernten. Zuhause wurde es gemäss alter Tradition über den Winter im eigenen Garten vergraben.


Anekdote

Mit 65 Jahren wollte Alois wie seine Jungmannschaft mobil sein und auch einen eigenen Töff fahren. Jakob fand ein geeignetes Modell, das sich zu einem Dreirad umbauen liess. Ein Handanlasser wie bei einem Rasenmäher wurde eingebaut. Alois Gössi führte den Töff Marke Eigenbau mit Erfolg bei der Motorfahrzeugkontrolle vor und bestand auch die Töffprüfung. Als Jakob später einmal den damaligen Experten seines Vaters traf, erklärte dieser, dass man manchmal bei einer invaliden Person ein Auge zudrücke und manchmal auch zwei!


Einzelnachweise

  1. Die Einträge basieren auf Aufzeichnungen und Recherchen von Brigitte Slatter-Gössi, Enkelin von Alois Gössi [Stand: 12.02.2018]
  2. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 130