Burri, Kolonialwaren

Aus Chamapedia

Im «Burri-Haus» an der Hünenbergerstrasse 2 betrieb die Familie Burri ein Kolonialwarengeschäft. Es schloss 1962 nach 125 Jahren und ist das wohl älteste Lebensmittelgeschäft von Cham.

Chronologie

Die «alte Post» an der Rigistrasse, abgebrannt 1924

1837 In der «Alten Post» an der Rigistrasse befindet sich ein Kaufladen , bei dem es sich gemäss der späteren Besitzerfamilie «unstreitig um das älteste Ladengeschäft auf dem Platze Cham» handelt und von welchem sogenannte «Contobücher» existieren. Dieser Kaufladen habe den Bewohnern von Cham und Hünenberg bereits Kolonialwaren vermittelt, als auf dem Kirchbühl neben der St. Jakobs-Kirche nicht mehr als ein Dutzend Wohnhäuser standen. [1] Beim Betreiber handelt es sich um Philipp Jakob Bär, dessen Vater Joseph Bär (1769–1829) die Papiermühle Cham gehörte und der 1820 bei einem tragischen Unfall ums Leben kam. Seine Söhne Franz Michael und Philipp Jakob Bär können die Papiermühle 1837 verkaufen.

Als Kolonialwaren bezeichnete man damals vor allem überseeische Lebens- und Genussmittel wie beispielsweise Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze oder Tee. [2]

1838 Philipp Jakob Bär übernimmt am 13. Februar die Liegenschaft [3] und führt den Kaufladen weiter, wie die «Contobücher» belegen.

Wohnhaus und Geschäftshaus «Burri», undatiert (um 1900)

1875 Sekundarlehrer Jost Burri (1834–1896) ist in Cham auch Posthalter. Das Postbüro befindet sich damals in der «alten Post», welches Burri bald zu klein wird. Deshalb baut er gleich daneben, an der Hünenbergerstrasse 2, das «Burri-Haus». Die Post zieht dorthin um, aber auch der Kolonialwarenladen.

1918 Der Sohn von Jost Burri, Philipp Burri (1866–1905), übernimmt von seinem Vater das Posthalteramt, stirbt aber bereits im Alter von 39 Jahren. Seine Frau, die Witwe Katharina Burri-Ritter, und die Töchter Marie-Louise (gest. 1975) und Margrit leiten den Laden. [4]

1958

1510 Burri Margrit (gest. 1975).jpg

Marie-Louise (kleines Bild) und Margrit Burri führen das Kolonialwaren- und Lebensmittelgeschäftes nach den «bewährten Grundsätzen ihrer Vorfahren»: Reelle und preisgerechte Bedienung bezeichnen sie als ihr Leitmotiv. [5]


1962

1502260 Burri Geschäftsaufgabe Inserat ZuZs 1962IMG 8764.jpg

In der Zugersee-Zeitung teilen Marie-Louise und Margrit Burri mit, dass ihr Geschäft ab dem 1. April geschlossen bleibt. [6] Später übernimmt die Gärtnerei Schoch, die seit 1925 im «Burri-Haus» ihr Blumengeschäft betreibt, die Ladenfläche. [7]


Inserate

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Inserat des Kolonialwarengeschäfts Burri, von der Weihnachtsausgabe der Zugersee Zeitung vom 7. Dezember 1950 und 22. Dezember 1957, deshalb ausnahmsweise in Blau gehalten


Einzelnachweise

  1. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonialwaren#:~:text=Als%20Kolonialwaren%2C%20auch%20Colonialwaren%20(aus,Kakao%2C%20Gewürze%20und%20Tee%20
  3. Staatsarchiv Zug, G 617.6.1, Assekuranzregister Cham, 1. Generation (1813–1868)
  4. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  5. Zugersee-Zeitung, Festausgabe zur 1100-Jahr-Feier in Cham, 12./13.07.1958
  6. Zugersee-Zeitung, 30.03.1962
  7. Freundliche Mitteilung von Thomas Gretener, Cham, 26.08.2025