Willi-Affentranger Hans (1875–1940)

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Willi-Affentranger war ein Chamer Lehrer und Musiker. Er gründete einen eigenen Musikverlag. Er war quasi «die musikalische Seele der aufstrebenden Gemeinde».

Portrait von Willi-Affentranger Hans (1875–1940)
Portrait von Willi-Affentranger Hans (1875–1940)

Vorname: Hans
Nachname: Willi
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 1875
Geburtsort: Siglistorf AG
Todesdatum: 6. Dezember 1965
Todesort: Cham ZG
Beruf: Lehrer, Musiklehrer, Musiker






Hans Willi (2.v.l.) mit dem Orchester Cham
Das Willi-Haus beim Schulhaus Kirchbühl, kurz dessen Abbruch 1997


Stationen

1875 Hans Willi kommt im aargauischen Siglistorf zur Welt. Er besucht die Bezirksschule in Mellingen und das Lehrerseminar in Wettingen. In Mellingen lernt er seine zukünftige Frau kennen, Marie Louise Affentranger (1876–1954). [1]

1895 Seine erste Anstellung als Lehrer findet Hans Willi in Stetten AG. [2]

1898 Marie Louise und Hans Willi-Affentranger ziehen nach Menzingen, weil er dort eine Anstellung als Lehrer findet. Willi spielt auch in der Kirche Orgel.

1899 Doch bald darauf wird Willi nach Cham an die Knaben-Oberschule berufen. 37 Jahre lang unterrichtet Hans Willi unzählige Kinder in Cham. Auch zuhause sind Kinder das grosse Thema: Ein Kind nach dem anderen kommt zur Welt, sodass bald sieben Kinder das Haus Willi-Affentranger bevölkern. «Mit froher, zielbewusster Hand führte sie die Erziehung ihrer Söhne und Töchter. War Vater Willi mehr Gemütsmensch, ergänzte ihn seine Gattin vorteilhaft durch ihre Energie, Zielbewusstheit und Sachlichkeit.» [3] Neben Unterricht und Familie ist er sehr aktiv: 30 Jahre lang wirkt er als Organist in Affoltern am Albis, 27 Jahre lang dirigiert er den Orchesterverein Cham, 33 Jahre lang ist er Direktor des Männerchor Cham und acht Jahre lang Chordirektor des Cäcilienvereins Cham-Hünenberg. [4]

1909 Lehrer Willi gründet im «Willi-Haus» am Platz vor dem Kirchbühl-Schulhaus den «Musikverlag Willi», der Musiknoten, Werke, Lieder und Kompositionen veröffentlicht und vertreibt (ab 1954 ist der Musikverlag im Kantonalbankgebäude am Kirchenplatz untergebracht). [5]

1916 Der Chamer Verlag wird in den Verband schweizerischer Musikalienhändler und -verleger aufgenommen. [6]

1924 Hans Willi erstellt einen aufwändigen Stammbaum der Chamer Familie Gretener. [7]

1932 Der Musikalienverlag floriert; bereits mehr als 800 verlagseigene Werke vertreibt Willi von Cham aus. [8]

1940 Hans Willi stirbt am 6. Dezember unerwartet im Alter von 65 Jahren. [9]


Würdigung

«Hans Willi war nicht nur ein sehr begabter und idealer Lehrer – sein Verständnis für die Seele des Kindes und ein aussergewöhnliches Erzählertalent haben sein erzieherisches Wirken besonders tief und fruchtbar gemacht –, sondern auch ein Musiker durch und durch.... Hans Willi war auch ein lieber Mensch, gerne gelitten von seinen Kollegen und Freunden, ja vom ganzen Volke.» [10]


Sein Schaffen

Hans Willi beherrschte verschiedene Klaviaturen. Er komponierte ebenso religiöse Lieder wie Volkstümliches oder Humoresken. Hier ein Ausschnitt aus seinem Schaffen:

  • Christus ist erstanden
  • Zum Namensfeste eines Priesters
  • De Zugerbuger
  • De Hirtechnab
  • De Gäissbueb
  • O wunderbare Weihnachtszeit
  • Fidele Studenten
  • Italienischer Konzertmarsch
  • Sie wacht
  • Die engen Röck
  • Die fürchterlichen Wahlweiber

[11]


Einzelnachweise

  1. Zugersee-Zeitung, 13.08.1954
  2. Schweizer Schule, Bd. 27, 1940, S. 658
  3. Zugersee-Zeitung, 13.08.1954
  4. Schweizer Schule, Bd. 27, 1940, S. 658
  5. Zugersee-Zeitung, 12.-13.07.1958
  6. 50 Jahre Musikverlag Willi Cham, 1909–1959, Cham 1959
  7. Freundliche Mitteilung von Bürgerschreiber Thomas Gretener, 03.03.2018
  8. 50 Jahre Musikverlag Willi Cham, 1909–1959, Cham 1959
  9. 50 Jahre Musikverlag Willi Cham, 1909–1959, Cham 1959
  10. Schweizer Schule, Bd. 27, 1940, S. 658
  11. Verzeichnis der Verlags-Werke von Hans Willi, Musikalienhandlung, Cham 1910