Weibel-Brunner Joseph (1864–1935)

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Joseph Weibel-Brunner war ein Chamer Selfmademan: Er brachte es vom einfachen Arbeiter zum Direktor der Milchsüdi, freisinnigen Gemeinde- und Kantonsrat. Er lebte in der Liegenschaft Schlüssel an der Adelheid-Page-Strasse.

Portrait fehlt

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Vorname: Joseph
Nachname: Weibel-Brunner
Geschlecht: männlich
Geburtsdatum: 19. März 1864
Geburtsort: Hünenberg ZG
Todesdatum: 15. Juli 1935
Todesort: Cham ZG
Beruf: Kantonsrat, Gemeinderat
Partei: Freisinnig-Demokratische Partei FDP




Stationen

1864 Joseph (auch Josef) Weibel kommt am 19. März in der Stadelmatt in der Gemeinde Hünenberg zur Welt. Er besucht die Primarschule in Hünenberg und die Bezirksschule in Sins AG. Ohne Berufsabschluss tritt er schon in jungen Jahren in die Dienste der Condensed Milk Company in Cham ein. Er arbeitet sich sukzessive hoch, vom einen einfachen Arbeiter zum technischen Leiter der Fabrik und schliesslich Chef der Reparaturwerkstätte im Rang eines Prokuristen und Direktors. [1] «Er war bei den Arbeitern wegen seiner Gerechtigkeit und Verständigkeit beliebt und von der Fabrikleitung infolge seiner ausgezeichneten Qualitäten geschätzt.» [2]

1893 Weibel besinnt sich seiner Herkunft und stellt sich der Korporation Hünenberg zur Verfügung, und zwar als Mitglied der Rechnungskommission. [3]

1894 Die Chamer wählen Weibel in den Kantonsrat. Er bleibt bis Ende 1898 im Amt. [4]

1899 Weibel wechselt von der Legislative in die Exekutive: Er gibt sein Mandat als Kantonsrat auf und wird stattdessen Gemeinderat von Cham (bis 1902). [5] Innerhalb der Anglo-Swiss hat Weibels Wort grosses Gewicht: Er wird in die Milchfabrik in Düdingen FR geschickt und erstattet drüber Bericht. Später wird er ähnliche Berichte über die Fabriken im englischen Middlewich (1900) und nochmals in Düdingen (1902) erstellen. [6]

1914 Während des Ersten Weltkriegs wirkt Fourier Weibel als Mitglied des Platzkommandos Zug mit, «das seine reiche, praktische Erfahrung zu schätzen wusste». [7]

1923 Nach der Reorganisation der Nestlé & Anglo-Swiss und der Schliessung eines Teils der Produktion geht Weibel mit 59 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand – 50 Jahre hat er in der Chamer Milchfabrik gearbeitet. Dafür wird er Mitglied der kantonalen Steuerkommission. [8]

1927 Nach längerer Politikabstinenz wird Weibel nochmals Kantonsrat (bis 1930). [9]

1935 Joseph Weibel stirbt am 15. Juli im Alter von 71 Jahren, «nach längerem Leiden durch einen sanften Tod». [10]


Würdigung

Joseph Weibel ist ein bemerkenswerter Selfmademan. Ohne Berufslehre bringt er es zum technischen Direktor des Weltkonzerns Anglo-Swiss Condensed Milk Company. Zudem war er politisch aktiv, als Gemeinde- und als Kantonsrat sowie als Schulrat, Mitglied der gemeindlichen Bau- und der kantonalen Steuerkommission. Zusammen mit seiner Frau hatte er zwei Söhne, Josef und Heinrich. Weibel galt als «verträglicher, friedliebender Charakter» [11]


Einzelnachweise

  1. Zuger Volksblatt, 17.07.1935
  2. Zuger Nachrichten, 19.07.1935
  3. Zuger Nachrichten, 27.12.1893
  4. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.02.2019]
  5. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.02.2019]
  6. Freundliche Mitteilung von Dr. Albert Pfiffner, Archives historiques Nestlé SA, 19.12.2018
  7. Zuger Volksblatt, 17.07.1935
  8. Zuger Volksblatt, 17.07.1935
  9. Staatsarchiv Zug, Zuger Personen- und Ämterverzeichnis [Stand: 01.02.2019]
  10. Zuger Volksblatt, 17.07.1935
  11. Zuger Volksblatt, 17.07.1935