Teuflibach, Gewässer

Aus Chamapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Teuflibach auf dem Weg von der Knonauerstrasse hinunter zur Lorze


Herbststimmung über dem Teuflibach
Der Teuflibach im Vogelwäldli kurz vor der Mündung in die Lorze, 2017

Bach vom Städtlerwald her am gleichnamigen Hof vorbei hinunter zur Lorze. Heute ist nur noch der Unterlauf in einem kleinen, bewaldeten Tobel sichtbar. Hier befindet sich seit 2005 ein vom Verein ZuKi (Zukunft Kinder Cham) betriebener Spielplatz für junge, Natur verbundende Chamerinnen und Chamer.


Chronologie

1370 Ritter Gottfried IV. von Hünenberg (gest. 1387) ist in finanzielle Schwierigkeiten geraten und er muss das Schloss St. Andreas in Cham an die Herzöge Albrecht III. (1348/49–1395) und Leopold III. (1351–1387) von Österreich verkaufen. In der Verkaufsurkunde wird auch «das Toftelbach» (als Liegenschaft) erstmals schriftlich erwähnt. [1]

1417 In einem Stadtzuger Zinsurbar werden ein Johannes Müller, «Sager» genannt, und sein Bruder Götschi erwähnt, die ab ihren Gütern im «Tofftelbach» Zinsen entrichten. [2]

1887 Im Topografischen Atlas von Hermann Siegfried (1819–1879) ist erkennbar, wie der Teuflibach (Teufflibach) noch weit gehend ungehindert vom Riedland südwestlich des Städtlerwaldes am Hof Teuflibach vorbei und unter der 1846 gebauten Knonauerstrasse durch hinunter zur Lorze fliesst.

ca. 1940 Der Oberlauf des Baches wird in den 1940er Jahren melioriert und vom Hof Teuflibach bis zur Knonauerstrasse kanalisiert. Ganz unter der Erdoberfläche verschwindet der Bach erst in den frühen 1990er Jahren.

2005 Der 1994 gegründete Verein ZuKi (Zukunft Kinder Cham) kann nach einjähriger Bauphase den Erlebnisraum Teuflibach eröffnen. Der Teuflibach im Vogelwäldli ist ein grosses, naturbelassenes Areal in Cham, das viele spannende Möglichkeiten zum Spielen in der Natur bietet. Der Verein bietet hier Kurse für Kinder und Erwachsene, eine ganztägige Ferienbetreuung und organisierte Kindergeburtstage an. [3]

2007 Im gemeindlichen Richtplan von Cham wird der Teuflibach als zu revitalisierendes Fliessgewässer bezeichnet. [4]


Namensgebung

Die Namensgebung erfolgte vom kleinen, bewaldeten Tobel am Unterlauf. Hier hat sich das Bach tiefer ins Gelände eingeschnitten («Teuff-Tal-Bach»).

Im späten 15. Jahrhundert erscheint der Oberlauf des Teuflibachs in den Schriftquellen auch als «ze dem ellenden Bach» (später auch «Mellenbach» oder umgedeutet «Wellenbach»), wobei sich das Adjektiv «elend» hier wohl auf die schwache Wasserführung in diesem Bach mit kleinem Einzugsgebiet bezieht, ähnlich wie das Adjektiv «dürr» beim nördlich gelegenen Dürrbach. [5]


Karten

Siegfriedkarte 1887


Kartenausschnitt 2017

Die Karte wird geladen …


Einzelnachweise

  1. Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG I, Nr. 110, S. 53–55. Glauser, Thomas, Der Adlige, der Söldner, die Wohltäterin. St. Andreas und seine Besitzer, in: Zug erkunden. Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen, Zug 2002, S. 64–87
  2. Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG I, Nr. 570, S. 272–278
  3. www.zuki.ch [Stand: 05.08.2017]
  4. Gemeindlicher Richtplan (Richtplantext und Richtplankarten Weiler), Einwohnergemeinde Cham, 31. Oktober 2007, S. 12
  5. Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug vom Eintritt in den Bund bis zum Ausgang des Mittelalters 1352–1528, 2 Bde., Zug 1952–1964. UBZG I, Nr. 1251, S. 652f.. Dittli, Beat, Zuger Ortsnamen. Lexikon der Siedlungs-, Flur- und Gewässernamen im Kanton Zug. Lokalisierung, Deutung, Geschichten, Zug 2007, Bd. 5, S. 32f., 192