Schulhausstrasse 1 Alte Turnhalle

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Gemeindehausplatz mit altem Gemeindehaus und alter Turnhalle (links davon) sowie dem Spritzenhaus
Mehrzweckhalle, Westseite, Juli 2016
Mehrzweckhalle, Ostseite, Juli 2016

Gleich neben dem alten Schulhaus steht seit 1905 die markante ehemalige Turnhalle mit zwei wuchtigen Säulen und einem Walmdach im neo-barocken Stil. Seit 1980 dient die Liegenschaft als Schwinghalle und Schiessstand. Sie steht unter kantonalem Denkmalschutz.


Chronologie

1905 Die Einwohnergemeinde lässt gleich neben dem damaligen Schulhaus die Turnhalle Kirchbühl erbauen. Den Auftrag dazu erhält der Chamer Baumeister Hans Miesch (1880–1941). Gegen die Luzernerstrasse hin säumen zwei wuchtige Sandsteinsäulen das Eingangsportal. [1]

1917 Die Schule zieht vom «Neuhaus» ins neue Schulhaus Kirchbühl um; das repräsentative «Neuhaus» wird zum Gemeindehaus. Die Turnhalle bleibt, doch die Schulkinder haben einen weiteren Weg vom Schulhaus zur Turnhalle.

1979 Die Turnhalle Röhrliberg wird erbaut und entlastet die alte Turnhalle Kirchbühl.

1980 Die Gemeindeversammlung stimmt am 30. Januar 1980 dem Umbau der Turnhalle zu einer Schwinghalle und zu einem Schiessstand zu. Bereits am 12. April beginnt der Schwingklub Cham-Ennetsee mit den Umbauarbeiten der Turnhalle. Mit viel Eifer beteiligen sich gegen 80 Mitglieder des Vereins an den laufenden Arbeiten. Die Frondienststunden der Schwinger und Schwingerfreunde belaufen sich auf 4783 Stunden. Bereits am 13. November treffen sich die Aktiv- und Jungschwinger erstmals in der neuen Schwinghalle zum Klubschwinget. Gleichzeitg kommt auch der Schiesssportverein Cham-Ennetsee in die Liegenschaft. Die Schützen errichten einen 10-Meter-Schiessstand für Gewehre und Pistolen. [2]

2003 Sanfte Renovation der alten Turnhalle. Die Fenster werden ersetzt und die Fassaden neu gestrichen. [3]

2007 Eine politische Motion fordert, die Schwinghalle Kirchbühl fortan als Kultur- und Begegnungszentrum zu nutzen. Doch an der Gemeindeversammlung scheitert das Ansinnen.


Die kunsthistorische Beschreibung

«1905 durch Baumeister Hans Miesch neben dem damals als Schulhaus dienenden späteren Gemeindehaus erstellt. Die der Funktion entsprechend grossflächigen, stichbogigen Fenster mit feingliederiger Sprosseneinteilung sitzen in kräftigen Sandsteineinrahmungen. Sie von der das ganze Gebäude umlaufenden Blendarkaden gerahmt, die auf der Breitseite fünf, auf den Giebelseiten zwei Achsen ausscheiden. Darüber vermittelt eine wuchtig ausgebildete Hohlkehle zu einem flach geneigten Halbwalmdach. Das axial in der traufseitigen Fassade zur Luzernerstrasse gelegene Portal mit zwei rahmenden Sandsteinsäulen wird von einer ausladenden Supraporte unter aufgebogenem Gesims und einem pagodenhaft geschweiftem Dachhelm überhöht.» [4]


Bildergalerie

Der Schwingklub Cham-Ennetsee baut die Turnhalle um 1980


Einzelnachweise

  1. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 110
  2. Hegglin, Alfred / Bellmont, Franz, 25 Jahre Schwingklub Cham-Ennetsee 1961–1986, Cham 1986, S. 64–67
  3. Frey, Georg / Twerenbold, Monika, Kurzbericht zur Renovation der ehemaligen Sporthalle, in: Tugium 20, 2004, S. 27
  4. Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 110