Rosengarten

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Lindencham mit dem Kloster Heiligkreuz, links aussen an der Sinserstrasse das Restaurant Rosengarten
Inserat Kegelabend im Restaurant Neidhart, dem heutigen Rosengarten, 1896
Restaurant Rosengarten, Luftaufnahme um 1960
Der «Rosengarten» von Norden, 24.11.2018
Westansicht, 24.11.2018
150410 Rosengarten Restaurant 2018 DSC 4570.jpg

An der Sinserstrasse 100 in Lindencham befindet sich das Restaurant Rosengarten. Es liegt an der Ecke Sinserstrasse/ Lindenweg und besteht schon seit mehr als 120 Jahren.


Chronologie

1886 Julius Neidhart (1862–1933) aus Ramsen SH, gelernter Bäcker, findet in Cham Arbeit und Verdienst bei der Baumwollspinnerei und Weberei in Hagendorn. [1] Der mit Marie Meier verheiratete Neidhart macht sich selbstständig, erwirbt die Liegenschaft in Lindencham und erhält vom Zuger Regierungsrat die Bewilligung, die «dort im Hause Nro. 157 bestandene Speisewirthschaft fortzuführen». [2]

1887 Neidhart führt in Lindencham auch eine Bäckerei. [3]

1889 Die Namensgebung ist ziemlich simpel: Neidhart nennt das Gasthaus «Wirthschaft Neidhart» [4] oder später «Restaurant J. Neidhart». [5]

1890 Julius Neidhart veranstaltet jeweils im September Kegelabende («Kegelschieben») mit relativ hohen Preisgeldern von über 120 Franken. [6]

1895 Neidhart erneuert das Wirtepatent. [7]

1910 Neidhart verkauft die Liegenschaft an Joseph Blum, einen Schneider aus Grossdietwil LU. Zusätzlich zur Gaststube bietet der «Rosengarten» auch vier Fremdenzimmer an. [8]

1949 Nach der langen Ära von Joseph Blum übernimmt eine Frau das Zepter: Elisa Iten-Rogger (*1896), wirtet als Pächterin im «Rosengarten». [9]

1951 Nach zwei Jahren folgt der nächste Wechsel: Witwe Josefine Schmid-Hübscher, genannt «Josy» (1905–1997) pachtet den Betrieb und betreibt die Gaststätte (vorher war Schmid-Hübscher auch Wirtin im Bützen in Hünenberg). Besitzer der Liegenschaft ist Jakob Bütler aus Lindencham. [10]

1956 Klara Brunner-Leuppi (*1912) kauft die Liegenschaft und führt das Restaurant. Sie ist verheiratet mit Alois (1907–1985), sie haben sechs Kinder. Zuvor hat Klara Brunner, die seit 1948 in Cham wohnt, in der Papierfabrik Cham gearbeitet. [11]

1970 Verena Keiser-Steiner (*1932), Bürgerin von Zug, übernimmt als Mieterin den Gastwirtschaftsbetrieb. [12]

1972 Zwei Jahre später führt Johann Bieri-Buholzer (*1941) von Romoos LU die Gastwirtschaft. [13]

1978 Josef Ruckli-Wipfli (1924–1980) von Oberkirch LU erhält das Wirtschaftspatent für den «Rosengarten». Neben der Gastwirtschaft bietet der Betrieb auch acht Zimmer mit 14 Betten sowie wie ein Angestelltenzimmer an. Seine Frau ist Brunhilde, genannt «Hilda» (1924–2005). Sie haben zehn Kinder. [14]

1982 Das Wirtepatent läuft jetzt auf die verwitwete Brunhilde Ruckli-Wipfli. Das Restaurant hat 30, das Säli 20, der Garten 40 Plätze. [15]

1996 Pächter wird Martin Karl Benz-Widmer (1953–2020) mit Heimatort Marbach SG. Er führt die Wirtschaft mit seiner Frau Marlies. [16] Zuvor war er Koch im Personalrestaurant von Unilever. [17] Genannt wird er Karl, ob er eigentlich Martin heisst. [18]

2009 Die Gemeinde Cham kauft den «Rosengarten», um die Hotelzimmer als Sozial- und Notzimmer nutzen zu können. Die Liegenschaft besteht aus einem Restaurant, diversen Einzelzimmern, einer Kegelbahn, einer Scheune mit Garage und einem Umgelände mit 25 Parkplätzen. Allenfalls will die Gemeinde «wenn nötig eine neue Ausfahrt der Linden- in die Sinserstrasse ermöglichen». [19]

2010–2011 Für den Umbau der Liegenschaft beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 21. Juni einen Kredit von 0.74 Millionen Franken. Diesem Kredit wird bei einigen Gegenstimmen zugestimmt. Im Februar 2011 sind die Wohnungen bezugsbereit.

2018 Die Gastwirtschaft ist im Besitz der Gemeinde Cham und wird von Martin Benz als Pächter geführt. [20]

2021 Im Dezember 2020 stirbt Karl «Kari» Benz. Das Pächterpaar Karl und Marlies Benz plante eigentlich, per Ende Juni 2021, nach 25 Jahren im «Rosengarten», in Pension zu gehen. Die Einwohnergemeinde Cham muss neue Pächter suchen. Im ersten Halbjahr 2021 wird der Gastraum und das Säli saniert und die Küche sowie das Buffet komplett erneuert. Doch das Ambiente bleibt erhalten, der «Rosengarten» bleibt eine bodenständige «Beiz». [21] Am 2. August eröffnen die neuen Wirtinnen Gaby Spiess-Hartmann und Stephanie Köpfli-Hartmann. Sie wollen die gutbürgerliche Küche im Haus weiterpflegen. [22]


Einzelnachweise

  1. Zuger Nachrichten, 20.11.1933
  2. Zuger Volksblatt, 13.02.1886
  3. Zuger Nachrichten, 22.01.1887
  4. Zuger Volksblatt, 23.11.1889
  5. Zuger Nachrichten, 03.09.1898
  6. Zuger Nachrichten, 06.09.1890. Zuger Nachrichten, 03.09.1892
  7. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 21.05.1895
  8. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 22.01.1910
  9. Staatsarchiv Zug, CD 27, Wirtepatente 1892–1918, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 21.06.1949
  10. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 27.07.1951
  11. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 06.04.1956
  12. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 27.08.1970
  13. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Erneuerungsgesuch vom 09.07.1974
  14. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 24.02.1978
  15. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 01.04.1982
  16. Staatsarchiv Zug, G 468, Wirtepatente, Mappe Rosengarten, Gesuch vom 29.12.1995
  17. Zuger Presse, 15.10.2008
  18. Zuger Presse, 30.09.2015
  19. Webseite der Gemeinde Cham, www.cham.ch, 18.09.2018
  20. www.zugmap.ch, Eintrag Grundstücknummer 484 [Stand: 06.01.2019]. Freundliche Auskunft von Basil Stocker, Einwohnergemeinde Cham, 18.09.2018
  21. Zuger Zeitung, 23.01.2021
  22. Medienmitteilung der Einwohnergemeinde Cham, 21.06.2021